Acht Fragen an Daniela Opp

Interview: Im Gespräch mit der Filmemacherin Daniela Opp konnten wir uns über ihren Kurzfilm „Gelato – Die sieben Sommer der Eisliebe“, gesehen u.a. auf den 29. Bamberger Kurzfilmtagen und dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival, der Geschichte dahinter und ihre Eisliebe unterhalten.  

Wie kam es zu Deinem entzückenden und lehrreichen Kinderfilm „Gelato – Die sieben Sommer der Eisliebe“? Haben Du und Dein Drehbuchautor Kai Rönnau autobiographische Elemente in das Drehbuch mit eingebracht?

Ich liebe Eiscreme. Meine Kinder lieben Eiscreme. Eiscreme ist das Lebensgefühl des Sommers.

Es war im Sommer 2015, dass mir in der Schlange vor unserem italienischen Eisladen erstmals das Schild an der Vitrine auffiel: »Älteste Eisdiele der Stadt. Seit 1913.«

Kann man sich vorstellen,  dass es so etwas Wunderbares hier einmal nicht gegeben hat? Die Recherche führte mich in eine Zeit, die ich nur vage aus den Geschichten meiner Oma kannte.

Welche Botschaft oder welche Inhaltsvermittlung lag Dir am meisten am Herzen? Welche Altersgruppe sprichst Du direkt an?

Darüber habe ich vorher nicht nachgedacht. Ich bin eher zufällig über die Geschichte der italienischen Eismacher gestolpert und fand sie spannend. Zumal ich schon als Kind sehr gerne Eis gegessen habe.

Das Thema Migration ist ja immer aktuell. Tatsächlich ist meine Großtante mit einem Italiener verheiratet, den sie in den 50iger Jahren als junges Mädchen im Italienurlaub kennengelernt hat.

Eine bestimmte Altersgruppe spreche ich nicht an. Ich finde „Gelato“ ist für jede Altersgruppe ab acht Jahren geeignet. Übrigens kommt „Gelato“ auch sehr gut bei alten Leuten an.

Dein Kurzfilm dient auch als kleine Geschichtsstunde – wie seid ihr die Recherchen angegangen?

Viel haben wir über einen Katalog einer Ausstellung über italienische Eismacher im Ruhrgebiet erfahren. Es gibt dokumentarisches Filmmaterial und auch unsere Eisdiele vor Ort hat eine ähnliche Geschichte.

Kannst du mir mehr zu Deiner visuellen Ausgestaltung erzählen?

Meine Zeichnungen bestehen aus vielen Schichten. Grundlage sind immer mit Bleistift auf Papier gezeichnete Skizzen, die häufig auch noch zu sehen sind. Darüber hinaus verwende ich verschiedene Materialien, wie gemalte Aquarell-und Farbstrukturen, aber auch alte Papiere und Postkarten. Am Computer male ich die Hintergründe und Figuren und kombiniere sie mit den handgemachten Strukturen und Skizzen.

Gelato“ erzählt eine Geschichte, die in verschiedenen Zeiten spielt. Das habe ich versucht auch in der Farbgebung zu visualisieren. Die Vergangenheit ist weniger farbig als die Gegenwart und die Zeitreise greift die Farbigkeit des jeweiligen Zeitgeistes auf.

Hast Du direkte Vorbilder für Deinen Film?

Nein, direkte Vorbilder habe ich nicht. Aber ich habe mir viele alte Filme angesehen und mich an der Mode und dem Aussehen der Menschen, Häuser und Straßen orientiert.

War es schwierig die richtigen Synchronsprecher für die Rollen zu finden?

Tatsächlich nicht so sehr. Die Stimme von Rosa (Astrid Schulz) hatten wir sofort im Kopf, weil wir mit ihr vorher schon mal gearbeitet haben. Dass sie sich so toll in die alte Dame einfühlt, haben wir vorher nicht gedacht. Wir waren davon sehr begeistert. Zumal Astrid Schulz noch lange keine alte Dame ist. Trotzdem kommt sie absolut glaubwürdig rüber. Die anderen Sprecher kannten wir auch zum größten Teil. Die Molly haben wir gecastet und im Gegensatz zur Rosa war sie eigentlich schon ein bisschen alt für die Molly. Trotzdem hat sie das auch ganz großartig gemacht. Lino ist halber Italiener und kommt auch deshalb so toll italienisch rüber.

Wie wird es bei Dir weitergehen? Welche nachfolgende Projekte stehen an? Wirst Du dem Kinderfilm treu bleiben?

Ich habe im Januar diesen Jahres von der Filmförderung Hamburg-Schleswig Holstein erneut Förderung für ein Animationsfilmprojekt bekommen. Die Zielgruppe kann ich noch nicht so genau bestimmen. Aber wahrscheinlich wird mein neuer Film für größere Kinder und Erwachsene geeignet sein.

Und die wichtigste Frage am Schluss: Was ist Dein Lieblingseis?

Das ist meine Lieblingsfrage. Die wurde mir auch in Giffoni in Süditalien auf dem Filmfestival von italienischen Kinder gestellt. (Dort hat „Gelato“ den Preis für den besten Kurzfilm für Kinder ab 10 Jahren gewonnen.)

Die Antwort ist: Mousse au Chocolat.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch unsere Kritik des Kurzfilms „Gelato – Die 7 Sommer der Eisliebe

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