„Cube Escape: Paradox“ (PC/iOS/Android, 2018)

Spielekritik: Rätsel- und Point-and-Click-Spiele gehören zu den Urgattungen der Computerspielgeschichte. Doch mit dem Siegeszug der Smartphones nahm diese Genre, was sich besonders gut auch für portable Geräte eignet, rapide zu. Aus der schieren Menge an Spielen ist es schwer das Richtige auszuwählen. Doch die Spielefirma Rusty Lake Games weiß, wie man die Spieler auf ihre Seite zieht. „Cube Escape: Paradox“ ist das zehnte Spiel aus der „Cube Escape“-Reihe und verbindet, wie seine Vorgänger auch, wunderbar Escape-Room-Spiel, eine surreale Geschichte und klassische Point-and-Click-Elemente miteinander.

Der Detektiv Dale Vandemeer erwacht in einem verschlossenen Raum. Eine mysteriöse Stimme fordert ihn auf, den Schlüssel zu finden und gibt ihm dafür den ein oder anderen Hinweis. Doch scheinbar wird Dale dieses Raum nur verlassen können, wenn er sich seiner Vergangenheit stellt, die mit seinem aktuellsten Fall verknüpft zu sein scheint.

© Rusty Lakes

Das Point-and-Click-Spiel „Cube Escape: Paradox“ ist der neueste Teil einer Spielereihe, welche 2015 mit „Cube Escape: The Lake“ begonnen wurde. Hinter dem Spiel stecken die kreativen Köpfe von Rusty Lake. Sie verwenden für „Cube Escape: Paradox“ das gleiche Spielprínzip, wie für die Vorgänger und verknüpfen Schlüssel-Schloss-Rätsel mit Symbolik- und Kombinierungsaufgaben. So können erfahrene Spieler, vor allem jene, welche die Vorgänger gespielt haben, das erste, kostenfreie Level in unter 30 Minuten durchspielen. Ist das Spielprinzip vielleicht doch nicht so vertraut oder man lässt sich Zeit beim Erkunden und muss für den ein oder anderen Kniff etwas länger überlegen, vergrößert sich die Spielzeit, aber glücklicherweise nicht das Frustpotential. Die Rätsel sind anspruchsvoll, aber nie unfair oder gemein, wie man es schon in anderen Spielen dieser Art kennengelernt hat. Für alle, die dann mehr wollen, bietet das Spiel die Möglichkeit sich einen 20-minütigen Kurzfilm anzuschauen oder für einen geringen Obolus das zweite Kapitel zu kaufen.

© Rusty Lakes

Der Kurzfilm, den man für das Lösen der Rätsel nicht benötigt, der aber wunderbar den Stil des Spiels auf Live-Aufnahmen überträgt, ergänzt die Geschichte stimmig. Den Kauf des zweiten Kapitels kann man ebenfalls nur empfehlen. Wenn man an diesem Punkt gelangt, ist man bereits in die surreale Welt von Cube Escape hineingezogen wurden, welche wunderbar Horror- und Krimi-Elementen mit allerlei Skurrilem vereint. Dabei kann es hier und da sogar etwas blutig werden. Daher ist es auch eine Empfehlung, aufgrund seiner ganzen Optik, für ältere Spieler. Im zweiten Kapitel wird die Geschichte mit einem repetitiven Charakter stimmig fortgesetzt und überzeugt vor allem mit dem fantastischen Element der Zeitreise, durch das man in Vergangenheit und Zukunft von Dale Vandemeer gelangt.

Die zweigeteilte Geschichte des Spiels wird dabei stimmig in 2D-Zeichentrick-Bildern verpackt. Diese besitzen einen angenehmen Retro-Charme und sind vereinfacht, aber nicht detailarm. Mit einer starken Farbdramaturgie und dem sicheren Auftreten in verschiedenen Genren zieht der Look den Spieler wunderbar in die Geschichte hinein. Hinzu kommen eine stimmige Soundkulisse, die ab und zu auch für einen kleinen Jumpscare sorgt, und eine melancholischen Musikuntermalung. Auch das Ende, halb erklärend, halb offen, lässt den Spieler erfüllt zurück. So kann man davon ausgehen, dass Fans der Reihe zufrieden sein werden, genauso wie Neulinge, welche hierüber eine neue Spielereihe für sich entdecken können.

© Rusty Lakes

Fazit: Das in zwei Kapiteln aufgeteilte Escape-Spiel „Cube Escape: Paradox“ erzählt eine stimmige Geschichte mit Elementen aus Horror, Krimi und aus dem Gebiet des Surrealismus. Die gezeichneten 2D-Bilder fügen sich, ebenso wie der Sound, dabei wunderbar ein und bringen den Spieler in eine mysteriöse Welt, aus der er sich nur mit Rätseln befreien kann und gleichzeitig den Geheimnissen auf die Spuren kommen kann. Das Spiel eignet sich durch den stringenten, roten Faden und die lösbaren, aber nicht zu leichten Rätseln für Neulinge und erfahrene Spieler gleichzeitig und kann damit jede Wartezeit oder Kaffeepause in der realen Welt zu einem spannenden Ausflug in eine andere Welt machen.

Bewertung: 5/5

Offizieller Kurzfilm zum Spiel „Cube Escape: Paradox“

Geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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