“Limbo” (PC, 2010)

© Playdead

Spielkritik: Das dänische Independent-Spiel “Limbo” aus dem Studio Playdead, welches 2010 erstmals veröffentlicht wurde, gehört zu der neuen Generation von Spielen, die sich durch ein einfaches Konzept, einen fast malerischen Look und eine kurze Spieldauer auszeichnen und durch den Downloadvertrieb auf vielen Plattformen verbreitet werden.

In dem 2D-Sidescroller steuert man einem kleinen Jungen, der in einer Welt aus Licht und vor allem Schatten seine Schwester sucht. Dabei streift der namenlose Junge durch einen nie enden wollenden Wald, der voller Gefahren, Apparaturen und anderen meist gefährlichen Wesen ist und scheinbar der namensgebende Limbo (in der Theologie: der Vorhof der Hölle) zu sein scheint.

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Mehr an Plot gibt es in diesem minimalistischen Spiel nicht. Der Spieler versucht den Jungen unbeschadet durch den Wald zu manövrieren. Dies gelingt vermutlich keinem Spieler komplett, welcher das Spiel zum ersten Mal spielt. Der Charakter wird oft mit trickreichen Mechanismen, dem Wettlauf gegen die Zeit oder tödlichen Fallen konfrontiert. So scheint es teilweise unabwendbar, öfters zu sterben, um dadurch den richtigen Weg herauszufinden. Dafür stehen dem Spieler nur wenigen Aktionen zur Verfügung. Neben dem Rechts und Links laufen, kann der Spieler Hüpfen, Schalter drücken und Dinge bewegen. Das ist an manchen Stellen richtig tricky, aber nie so anstrengend und nervend, dass man aufgeben möchte. Mit der Zeit lernt der Spieler auch mehr dazu und weiß wie er bestimmte Rätselarten angehen muss. So liefert das Spiel klugen Rätselspaß mit Lerneffekt.

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Die Tode, welche den Jungen oft ereilen, sind meist recht brutal inszeniert. Durch den allgemeinen Schattenspiel-Look, der an experimentelle Trickfilme und dem deutschen Expressionismus erinnert, ist “Limbo” trotz drastischer Tode kein brutales Spiel. Die Optik des Films entfaltet seine eigene Schönheit. Die Idee zu dem Spiel kam dem Spieledesigner Arnt Jensen bereits 2004. Zusammen mit dem Entwickler Dino Patti und einem immer größer werdenden Team setzten sie ihre Vorstellungen gegen alle Widrigkeiten um. In dieser Zeit wurden circa 70% der Ideen wieder verworfen, beispielsweise die, das Spiel als ein Multiplayerspiel umzusetzen. Dies war genau richtig. Das schlichte Konzept mit seiner verträumten Optik und ohne Erklärungen zu dieser ominösen Welt zieht den Betrachter in den Bann und hält ihn bei der Stange, auch wenn er an manchen Stellen länger zu knobeln hat. Versierte Gamer werden das Spiel mit seinen circa sieben Stunden Spielzeit bereits schneller durch haben. Doch egal ob man Experte oder Einsteiger ist, das Computerspiel “Limbo” (spielbar auf PC, XBOX, PS3) bringt Freude und kann den Spieler fesseln, so dass man sich bereits auf seinem inoffiziellen Nachfolger – “Inside” – freuen darf.

Bewertung: 4/5

Trailer zum Spiel “Limbo”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia “Limbo” 

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