Neun Fragen an Brian Lonano

Interview: Im Gespräch mit dem amerikanischen Filmemacher Brian Lonano konnten wir mehr über seinen bereits heiß erwarteten Kurzfilm „BFF Girls“, gesehen auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival, erfahren, welche Rolle die Serie „Sailor Moon“ spielte und wie er seine Idee Wirklichkeit werden ließ. 

The original english language interview is also available.

BFF Girls“ ist ein besonderer, amüsanter und vor allem herrlich übertriebener Kurzfilm. Erzähl mir mehr von den Ursprüngen.

Danke für die freundlichen Worte. „BFF Girls“ begann damit, dass meine Frau und ich die Sailor-Moon-Folgen der 90er-Jahre am Stück sahen. Es erinnerte mich an die Batman-Version der 1960er Jahre. Überzogen und farbenfroh. Ich wollte einen Film machen, der wie ein Anime aussah, aber im Live-Action-Medium. Da sich die Formel von Sailor Moon um ein Monster der Woche drehte (und normalerweise ein Monster, das auf einem leblosen Gegenstand basiert), dachten wir, es wäre lustig, wenn die magischen Mädchen gegen ein Tamponmonster kämpfen würden. Dann dachten wir daran, dass die westliche Jugend so besessen und fasziniert von der japanischen Kultur ist, einschließlich, aber nicht beschränkt auf ihren Anime. So kamen wir dann auf die Idee eines Teams von amerikanischen Mädchen, deren magische Kraft darin besteht, sich in japanische Mädchen zu verwandeln, denn das ist ihre ultimative Fantasie. 

Wie ging es dann weiter. Wie habt ihr das Projekt auf die Beine gestellt?

Allisan Mayer, Jessica Shipp und Sydney Allison Thomas

Als wir genug von dem geschriebenen Konzept hatten, schrieben wir das Skript, was hauptsächlich daraus bestand, dass ich geschrieben habe und dann das Geschriebene an meine Frau für Notizen, Vorschläge, Feedback, etc. weitergab. Ich habe es Freunden vorgestellt, um ihre Meinung dazu zu erfahren, und die Reaktionen waren sehr begeistert und positiv. Und nach dem Erfolg meiner Kurzfilme „Crow Hand!!!!“ und „Gwilliam“ konnte ich damit Interesse und Geld für den Film sammeln. Wir haben ein bei Indiegogo ein Projekt erstellt, um Geld zu sammeln und Belohnungen im Zusammenhang mit „BFF Girls“, aber auch „Crow Hand!!!!“, „Gwilliam“ und Jills Film „The Stylist“ angeboten. 

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Jill Gevargizian, der wir den großartigen Film „The Stylist“ verdanken? 

Jill ist eine großartige Filmemacherin, deren Arbeit mir damals aufgefallen ist, als sie den Film „Call Girl“ drehte. Und „The Stylist“ war auf einer ganz anderen Stufe. Er war außergewöhnlich. Ich habe öffentlich auf Facebook nach der Zusammenarbeit mit der Screen Actors Guild (SAG) gefragt und sie antwortete mit wirklich hilfreichen Tipps. Sie war begeistert von der Idee und damals brauchte ich einen Produzenten und fragte sie unverblümt, ob sie helfen wolle. Zum Glück hat sie ja gesagt! Jill war eine großartige Produzentin. Wir sprachen mehrmals online und persönlich über unsere Arbeitsweise und unsere Besessenheit von der Vorproduktion. Wenn Regisseure für andere Regisseure produzieren, besteht die Gefahr, dass zwei Personen versuchen, Regie zu führen, aber das Gefühl hatte ich bei Jill nie. Sie vertraute mir und ich vertraute ihr. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Aber ich habe großes Vertrauen zu allen Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Ich weiß, was ich will, aber ich weiß auch, dass sie uns alle helfen können, das gleiche Ziel zu erreichen.

Die Ähnlichkeiten zu der japanischen Serie „Sailor Moon“ (1992–1997) sind offenkundig und waren Dein Ausgangspunkt. Aber was hat Dich noch beeinflusst? 

Lawrence Sykkmon

Die amerikanische Version von Power Rangers war ein weiterer Einfluss, da sie sowohl das japanische Originalmaterial als auch neues Material mit US-Schauspielern enthielt. Ich spielte mit der Vorstellung, dass „BFF Girls“ eine fiktive Show sei, die US-amerikanische und japanische Schauspieler zusammenschloss. Sie tragen jedoch keine Helme um die beiden Produktionen miteinander zu verschmelzen, so dass es sich um einen eher ruckartigen Übergang handelt. Ich fand auch, dass die Schauspielerei in den US Power Rangers wirklich übertrieben und forciert war, was ich für die Auftritte in „BFF“ wollte. Und zwei Filme von Nobuhiko Obayashi (speziell „House“ und „School In The Crosshairs“). Die visuelle Ästhetik beider Filme ist so farbenfroh und attraktiv, weil sie theatralisch und abstoßend wirken. Sie sind sehr taktil und das ist etwas, was ich für „BFF“ wollte. 

Magst Du mir mehr zu der visuellen Gestaltung erzählen. Was war Dir wichtig?

Die visuelle Gestaltung war sehr wichtig, sowohl in praktischer als auch in digitaler Hinsicht. Blake Myers hat eine außergewöhnliche Arbeit geleistet, indem er das Set für das Schlafzimmer der Mädchen kreierte. Und der Höhepunkt, die Kampfszene am Ende, sollte ursprünglich im Park sein, aber aufgrund des Wetters mussten wir improvisieren und den Green Screen nutzen, was eine großartige Gelegenheit bot, ein abstraktes Schlachtfeld zu schaffen, das mehr mit einigen der abstrakten Visuals in den Kampfszenen Sailor Moon und RPGs übereinstimmt. Jeff Jenkins hat einen unglaublichen Job gemacht, diese Welt zu erschaffen. Und Josh Skierski war der Kameramann, der alles schön und fantastisch aussehen ließ! Ich liebe meine Crew sehr.

Sind die Effekte alle handgemacht?

Lawrence Sykkmon

Viele der Effekte sind handgefertigt und wurden digital zusammengesetzt und ergänzt. Zum Beispiel zeigte die Kampfszene diese wirbelnden Hintergründe, die eigentlich Gemälde waren, die meine Frau schuf und Jeff digital im Nachhinein manipulierte. Fabuloso Dooms Burg ist ein Modell und alle Wolken, die sie umgeben, waren Milch in einem Fischbecken, das in Zeitlupe aufgenommen wurde. Aber all diese handgemachten Elemente wurden mit Visual Effects zusammengefügt.

Dein Cast kann sich sehen lassen. In einer Nebenrolle als perversen Kater konntest Du Laurence Harvey gewinnen, den man aus „Human Centipede 2“ kennt. 

Ich danke dir vielmals. Ich bin so stolz auf meinen Cast. Sie haben so gute Arbeit geleistet und ich bin so dankbar, dass sie diesen verrückten Film mit mir machen wollten. Ich muss Jill danken, dass sie Laurence R. Harvey bekommen hat. Er war in ihrem Kurzfilm „Call Girl“ und wir waren auf der Suche nach einigen bekannten Schauspielern, um einige der Stimmen im Film zu spielen. Wir haben Dana Snyder auch dazu gebracht, den Magical Mirror zu sprechen, und in letzter Minute haben wir Michael St. Michaels aus „The Greasy Strangler“ besetzt, um den Erzähler zu spielen.

Hast Du vor daraus eine TV-Serie zu machen? Könntest Du Dir das auch als Langfilm vorstellen?

Ich würde gerne eines oder beides machen! Aber das ist im Moment auf Eis gelegt. Ich habe Ideen für weitere Abenteuer, die die Mädchen haben können, sowie einen allgemeinen Erzählbogen zu ihrer Geschichte. Ich hoffe, ich kann es eines Tages umsetzen.

Hast Du noch andere Projekte geplant?

Ich arbeite derzeit an einem Drehbuch über einen Mann, dessen Nase verflucht ist und der die Hilfe eines HNO-Exorzisten suchen muss.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „BFF Girls


Interview: In our conversation with the American filmmaker Brian Lonano we could learn more about his already highly anticipated short film „BFF Girls„, seen at the 20th Landshut Short Film Festival, what role the series „Sailor Moon“ played and how he made his idea come true. 

BFF Girls“ is a special, amusing and above all wonderfully excessive short film. Tell me more about the origins.

Thanks for the kind words. „BFF Girls“ started with my wife and I binge watching the 1990s rendition of Sailor Moon. It reminded me of the 1960s iteration of Batman. Campy and colorful. I wanted to make a film that looked like an anime but in the live action medium. Since the formula of Sailor Moon revolved around a monster of the week (and usually a monster based off of an inanimate object), we thought it would be funny if the magical girls fought a tampon monster. Then we were thinking about western youth being so obsessed and fascinated with Japanese culture, including but not limited to their anime. So we then came up with the idea of a team of American girls whose magical power is to transform into Japanese girls because that’s their ultimate fantasy. 

Then how did it go on from there? How did you get the project off the ground?

Once we had enough of the concept written, we wrote the script, which consisted mainly of me writing and then passing it along to my wife for notes, suggestions, feedback, etc. I pitched it to friends to get their take on it and the responses was very excited and positive. And after the success of my short films „CROW HAND!!!“ and „Gwilliam„, I felt I was able to use that to generate interest and funding for the film. We did an Indiegogo to raise funds and offered prizes related to „BFF Girls“ but also „CROW HAND!!!“, „Gwilliam“ and Jill’s film „The Stylist„. 

How did the collaboration with Jill Gevargizian come about, to whom we owe the great film „The Stylist“? 

Jill is a great filmmaker, whose work I noticed back when she did the film „Call Girl.“ And „The Stylist“ was on a whole other level. It was exceptional. We spoke online and in person a number of times about our work ethic and our obsessiveness with preproduction. I asked the general public on Facebook about working with the Screen Actors Guild (SAG) and she replied with really helpful tips. She was excited about the idea and at that time I was in need of a producer and asked her point blank if she would want to help. Thankfully, she said yes! Jill was a great producer. When directors produce for other directors, there’s a potential risk of two people trying to direct, but I never had that with Jill. She trusted me and I trusted her. It was a great collaboration. But I have a great deal of trust with all of the people I collaborate with. I know what I want but I also know that they can all help us get to the same goal.

The similarities to the Japanese series „Sailor Moon“ (1992-1997) are obvious and were your starting point. But what else influenced you?

The American version of Power Rangers was another influence because it featured the original Japanese footage as well as new footage with US actors. I toyed with the notion that „BFF Girls“ was a fictitious show that cut US and Japanese actors together. However, they don’t wear helmets or to help blend the two productions together so it’s a more jarring transition. I also found the acting in the US Power Rangers to be really exaggerated and forced, which is what I wanted for the performances in „BFF.“ And two films by Nobuhiko Obayashi (specifically House and School In The Crosshairs). Both films‘ visual aesthetics are so colorful and attractive because they look theatrical and off-putting. They are very tactile and that’s something I wanted for „BFF.“ 

Would you like to tell me about the visual design. What was important to you?

The visual design was very important, both practically and digitally. Blake Myers did an exceptional job creating the set for the girls‘ bedroom. And the climatic fight scene at the end was originally going to be in the park but due to weather, we had to scramble and shoot on green screen, which opened up an awesome opportunity to create an abstract battlefield that’s more in line with some of the abstract visuals found in Sailor Moon and RPG fight scenes. Jeff Jenkins did an incredible job creating that world. And Josh Skierski was the DP who made it all look beautiful and fantastical! I really love my crew.

Are all the effects handmade?

A lot of the effects are handmade that were composited and augmented digitally. For example, the battle scene featured these swirling backgrounds that were actually pour paintings that my wife created and Jeff digitally manipulated in post. Fabuloso Doom’s castle is a model and all the clouds surrounding it was milk in a fish tank shot in slow motion. But all those practical elements were put together in the visual effects.

Your cast is impressive. In a supporting role as a perverse tomcat you could win Laurence Harvey, known from „Human Centipede 2“. How did you get your cast on board?

Thank you so much. I’m so proud of my cast. They did such a great job and I’m so thankful that they wanted to make this crazy film with me. I have Jill to thank for getting Laurence R. Harvey. He was in her short film „Call Girl“ and we were looking for some known actors to do some of the voices in the film. We also got Dana Snyder to voice the Magical Mirror and at the last minute we cast Michael St. Michaels from „The Greasy Strangler“ to voice the narrator.

I read that you plan to make a TV series out of it. Could you also imagine a feature-length film?

I would love to do either or both! But that’s on the back burner right now. I do have ideas for more adventures the girls can have as well as an overall arc to their story. I hope I can do it someday.

Do you have any other projects planned?

I am presently working on a script about a man whose nose is haunted and must seek the help of an Ear, Nose and Throat Exorcist.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „BFF Girls“ 

2 Gedanken zu “Neun Fragen an Brian Lonano

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