„Lunch Ladies“ (2017)

Kurzfilm / USA / Fiktion / 2017

Filmkritik: Kluges, weibliches Genrekino muss genauso aussehen wie der Kurzfilm „Lunch Ladies“ aus der Hand des Regisseurs JM Logan und der Drehbuchschreiberin Clarissa Jacobson. Der Publikums-Gewinnerfilm des ‚Shock Block‘-Reihe auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival überzeugte nicht nur mit viel Humor, ordentlichen Splattereffekten, sondern auch mit dem stimmigen Mix aller Zutaten. 

Die beiden Freundinnen Seretta (Donna Pieroni) und LouAnne (Mary Manofsky) teilen nicht nur ihren Beruf, indem sie verwöhnten Highschool-Kids seit Jahren das Mittagessen auftischen dürfen, sondern auch ihre Leidenschaft für Johnny Depp. In diesem Jahr soll alles anders werden, denn ihr Rezept wird bestimmt für den ‚Johnny Depp kocht für Kinder‘-Preis ausgewählt. Doch eine Auseinandersetzung mit einer Cheerleaderin (Daisy Kershaw) könnte alle Träume platzen lassen. Was würde Johnny jetzt tun?

Mary Manofsky und Donna Pieroni

Nach einem Gespräch mit der befreundeten Schauspielerin Donna Pieroni kam die Drehbuchautorin Clarissa Jacobson, welche schon seit vielen Jahren Drehbücher schreibt, auf die Idee einen Film über Lunch Ladies zu machen. Schnell war die Geschichte ersponnen, die sich souverän zwischen Splatter, Komödie und einem klassischen Highschool-Film bewegt. Als Produzentin und Drehbuchschreiberin fand Clarissa Jacobson mit JM Logan den Regisseur, der die gleichen Vorstellungen von der Umsetzung hatte. Zusammen schufen sie einen Film, der durch seine übertriebene Ausgestaltung mit wunderbarem bissigen Humor und kreativen Ideen begeistern. Da die beiden Lunch Ladies, hervorragend gespielt von den beiden Schauspielerinnen Donna Pieroni und Mary Manofsky, große Johnny Depp Fans sind, finden sich im FIlm natürlich auch Zitate auf die Musical-Adaption „Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ wieder. Auch andere Filme und Stile werden munter zitiert und zu einer ganz eigenen Mischung zusammengefügt, so dass „Lunch Ladies“ wie ein Retrofilm ausschaut, doch handwerklich und inszenatorisch sehr souverän und modern ist. Die größte Leistung ist aber die Erschaffung dieser beiden wunderbaren Charaktere Seretta und LouAnne, die trotz aller Überdrehtheit wunderbar echt und liebenswert wirken und so den Zuschauer komplett auf ihre Seite ziehen. Dank der beiden möchte man unbedingt mehr von ihnen sehen, so dass man sich freuen darf, falls die Langfilmvariante realisiert werden kann. 

Fazit: Aus der Hand von Clarissa Jacobson und unter der Regie von JM Logan entstand der wunderbare Kurzfilm „Lunch Ladies“, der gekonnt Splatter-Komödie und überdrehten Highschool-Film vereint. Mit der Lust am Zitieren, der Liebe zum Detail und den zwei großartigen Darstellerinnen ist „Lunch Ladies“ ein besonderer Kurzfilm, der den Publikumspreis auf dem 20. LKFF mehr als verdient gewonnen hat.  

Bewertung: 9/10

Trailer zum Kurzfilm „Lunch Ladies“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Bei Amazon Prime kannst Du Dir den Kurzfilm „Lunch Ladies“ anschauen.

2 Gedanken zu “„Lunch Ladies“ (2017)

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