„Azul“ (2017)

ab 8 Jahre / 2-4 Spieler / ca. 30 bis 45 Minuten / Next Move / 39,95 €

Spielekritik: Das Brettspiel „Azul“ des Spieledesigners Michael Kiesling gewann im Jahr 2018 den Preis ‚Spiel des Jahres‘ und besticht mit einem entspannten Anlege-Prinzip, das ausreichend Abwechslung, Spannung und Strategiemöglichkeiten bietet, um es immer wieder gern aus den Schrank zu holen.

Die Spieler nehmen die Position eines Fliesenlegers ein und sollen nach einem bestimmten Muster die Wände ihres Palastes füllen. Dazu muss man in jeder Runde die richtigen Fließen in der richtigen Anzahl ergattern und in der Anbauphase zeigt sich dann wie gut man dabei war. Immer mehr füllt sich das Spielbrett (Wand). Wenn der erste Spieler eine waagrechte Fliesenreihe gelegt hat, endet das Spiel und es gewinnt derjenige, der mit geschicktes Ablegen die meisten Punkte bekommen hat und gleichzeitig Minuspunkte vermeiden konnte. 

Das Brettspiel von Michael Kiesling (*1957), bei dem jeder der zwei bis vier Spieler sein eigenes Brett besitzt, auf denen er nach und nach die Kachelwand aufbaut, hat den Preis für das ‚Spiel des Jahres‘ nicht aufgrund einer ausgefeilten Hintergrundgeschichte und vieler Interaktionsmöglichkeiten bekommen. Der Reiz des Spiels ist das taktische Platzieren der Steine mit einem stetigen Daraufachten, was den Mitspielern weniger Nutzen bringen würde. Das Spiel ist dabei eher ruhiger Natur, weniger kompetitiv, aber es stellt sich automatisch eine gewisse Spannung ein, ob man die richtige Steine bekommt und so die größtmöglichste Punktzahl erzielen kann. Hinzu kommt die ansprechende Optik und vor allem eine angenehme Haptik. Die Ausgestaltung des Spiels, aus der Hand der Illustratoren Philippe Guérin und Chris Quilliams, ist hochwertig und ansprechend. Das Spielprinzip dieses Legespiels ist schnell erklärt und die meisten Partien dauern nicht länger als 30 bis 40 Minuten, so dass es auch zum mehrmaligen Spielen einlädt und dabei nicht seinen Reiz verliert. „Azul“ ist ein wunderbares, ruhiges Legespiel, wobei man meistens mit seinem eigenen Brett beschäftigt ist. Optik und Haptik überzeugen besonders und so macht es auch neugierig auf seinen Nachfolger „Azul: Die Buntglasfenster von Sintra“. 

Fazit: Das ‚Spiel des Jahres‘ 2018 ist das Brettspiel „Azul“ aus der Hand von Michael Kiesling geworden. Es besticht dabei mit einer schönen, hochwertigen Optik, einer angenehmen Haptik und einem ansprechenden, leicht zu erklärenden Anlegespielprinzip, das mit jeder Partie neue Spannung und taktische Möglichkeiten parat hält.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Eintrag des Spiels „Azul“ beim Pegasus Spiele Verlag
  • Eintrag des Spiels „Azul“ beim Verein „Spiel des Jahres“ 
  • Eintrag des Spiels „Azul“ im Portal spielkult.de 
  • Wikipedia-Artikel des Spiels „Azul
  • Hendrik Breuer, ‚“Azul” ist das “Spiel des Jahres 2018”‘, spiegel.de, 2018 
  • Eintrag des Spiels „Azul“ im Portal Brettspiele Magazin

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