„GLOW“ (Staffel 3, 2019)

Serienkritik: Nachdem man als Zuschauer die Charaktere der Frauen-Wrestling-Serie „GLOW“ in die Herzen geschlossen hat, kann man es kaum abwarten, wie es in der dritten Staffel wie es den Damen in Las Vegas mit ihrer Bühnenshow ergehen wird.

Da ihre Serie vom Sender abgesetzt wurde, beschafft Bash Howard (Chris Lowell) seiner Wrestlingshow unter der Regie von Sam Sylvia (Marc Maron) ein Engagement im Fan-Tan-Hotel in Las Vegas. Dort geben sie jeden Abend ein und dieselbe Show zum Besten. Während hier einige richtig Erblühen wie Debbie (Betty Gilpin) und Bash, der zusammen mit seiner Frau Rhonda (Kate Nash) die Zügel komplett in die Hand genommen hat, leiden andere unter Fernweh, Ungewissheit und einem Gefühl von Langeweile. So sieht Sam seine Rolle als Regisseur nicht bei dieser Show und auch Ruth (Alison Brie) fehlt es an Leidenschaft, vor allem da sie sich im Privaten nur schwer ihre Gefühle eingestehen kann.

Chris Lowell und Betty Gilpin

Die Serienmacher Liz Flahive und Carly Mensch machen ungetrübt dort weiter, wo sie am Ende der zweiten Staffel aufgehört haben und bleiben ihrer Linie treu. Zwar ändern sich der Schauplatz und damit auch die Bedingungen für die einzelnen Protagonistinnen, aber die starke Fokussierung auf die einzelnen Geschichten bleibt. Die Serienmacherinnen wissen gekonnt die Einzelpersonen und ihre persönlichen Probleme immer wieder zusammenzubringen, aber trotz vieler kritischer Punkte, die vor allem die Frau als solche im Showgeschäft betreffen, schafft es die Serie leichtfüßig zu bleiben und überzeugt mit gutem Humor. Gleichzeitig bringt sie andere brisante Themen wie Schwulenhass, allgemein die Homosexualität in den 80er Jahren, Zukunftsängste und Rassendiskriminierung mit aufs Tapet. So ist auch die dritte Staffel wieder eine gute Mischung aus amüsanten Elementen, gesellschaftsrelevanten Themen, Zeitgeschichte und gleichzeitig ein Spiegel für die heutige Gesellschaft und das ist alles so wunderbar verpackt, dass es sehr gut unterhält.

Shakira Barrera und Sydelle Noel

Auch die zehn Folgen der dritten Staffel, sind in schönste 80er-Jahre-Optik getaucht, wie man es sich nicht besser wünschen könnte. Orte, Kleidung, Kostüme und Frisuren sind das lebendige Abbild einer vergangenen Zeit. Doch das würde alles nicht so wunderbar funktionieren, wenn dahinter nicht eine überzeugende Riege an DarstellerInnen stehen würde. Ihre Rollenverkörperungen hat man mittlerweile eh ins Herz geschlossen, so dass man ihre Einzelschicksale mit viel Sympathie verfolgt. Wunderbar sind auch die beiden Neuzugänge: Geena Davis („Thelma & Louise“ (1991), „Beetlejuice“ (1988)) spielt die Casinochefin mit der richtigen Mischung aus feministischer Härte und durchblitzender Zerbrechlichkeit und Kevin Cahoon als schwuler Entertainer gibt einer aufkeimenden Bewegung ein Gesicht und wird schnell ins Herz geschlossen. Wunderbar ist auch, dass sich die Besetzung seit der ersten Staffel kaum geändert hat und man so den Figuren den nötigen Entwicklungsspielraum gibt. Spannend wird es dann auch in der vierten und letzten Staffel der Serie, welche sich mit einem großen Cliffhanger bereits am Ende der dritten Staffel abzeichnet.

Britney Young, Ellen Wong, Kate Nash, Kimmy Gatewood, Marianna Palka

Fazit: Die dritte Staffel der amerikanischen Frauen-Wrestling-Serie „GLOW“ macht erfolgreich da weiter, wo die zweite Staffel aufgehört. Im schönsten 80er Jahre Gewand mit wunderbaren Darstellern erzählt es nicht vom Wrestling, sondern von Charakteren, die bestimmte Probleme verkörpern und lichtet die harte Welt des Showbizz für Frauen ab. So ist die Serie trotz vieler Bodysuits, vor allem feministisch und liefert sogleich seine Botschaft für die heutige Zeit mit.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 3 der Serie „GLOW“:

geschrieben von Doreen Matthei

Lest auch die Kritiken zu Staffel 1 und Staffel 2.

Quellen:

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