„Glow“ (Staffel 2, 2019)

Serienkritik: Mit der ersten Staffel der amerikanischen Serie „Glow“ schafften es die Serienmacher das Wrestling aus seiner Nische zu befreien und ein breites Publikum mit ihrer Geschichte zu begeistern. In der zweiten Staffel, veröffentlicht 2019, geht es genau da weiter, wo es in der ersten aufgehört hat und die großartigen Frauen des Wrestlings bekommen endlich ihre Sendezeit.   

Nachdem der Regisseur Sam (Marc Maron) und der Produzent Bash Howard (Chris Lowell) mit ihrem Piloten der Fernsehsendung ‚Glow‘ – Gorgeous Ladies Of Wrestling – den Sender überzeugen konnten, geht es nun an die Produktion der Serie. Dafür denken sich Ruth (Alison Brie), Debbie (Betty Gilpin) und ihre Kollegen für ihre Figuren immer weitere Geschichten aus, die Klischees und Stereotypen bedienen und damit Humor mit guten Wrestling-Szenen vereinen. Um das Team mehr zusammenzuschweißen, sind sie alle zusammen in ein Motel gezogen und man merkt, dass sich die Bande immer weiter festigen, Rivalitäten aufbrechen und sie sich alle mit ihren Problemen und Sorgen besser kennenlernen. 

Shakira Barrera und Sydelle Noel

Die zehn Folgen der zweiten Staffel der amerikanischen Frauen-Wrestling-Serie schaffen es mit der richtigen Balance die Geschichten ihren Figuren zu erzählen. Aus der Hand der Serienmacher Liz Flahive und Carly Mensch verabschiedet sich die Staffel von der Fokussierung auf die beiden Hauptfiguren Ruth und Debbie und erweitert das Spektrum um viele Geschichten. Dabei beschäftigt sich die Serie nicht nur mit klassischen Frauen- und Identitätsfindungsthemen, sondern auch mit der Rolle der Frau im Showgeschäft. Dafür leistet sie in einem ihrer dunkelsten Momente auch einen Beitrag zur #MeToo-Debatte. So besitzt sie viele ernste Töne, bleibt aber trotzdem auch nach heftigen Ereignissen beschwingt. Das beste Beispiel ist die Episode acht. Diese wird so erzählt, als ob der Zuschauer die Serie ‚GLOW‘ selbst zu Gesicht bekommt und besticht mit ihrer unterhaltsamen Mischung von Wrestling-Szenen und darstellerischen albernen Amüsements. Neben den Frauenfiguren überzeugen auch die männlichen Charaktere, die mit klassischen Problemen ringen, wie der eigenen Sexualität oder der cineastischen Karriere. Im Gesamten bietet die Serie neben ein paar Wrestlingstunden ein Potpourri an Geschichten, die nicht nur als pure Unterhaltung dienen können.

Chris Lowell und Betty Gilpin

Dem Look und dem Charme der 80er Jahre, welche bereits in der ersten Staffel die Zuschauer begeistern konnten, bleibt die Serie natürlich auch in dieser Staffel treu. Sowohl das heruntergekommene Motel als auch die schicken Restaurants und andere Locations fangen den Zeitgeist gut ein. Doch besonders schlägt er sich in den Frisuren und der Kleidung nieder, so dass man sich wunderbar in die Zeit zurückversetzt fühlt und die ein oder andere modische Strömung wiederentdecken kann. Doch das allein würde nicht funktionieren, wenn die Darsteller die Mode nicht so lebendig und überzeugend tragen würden. Sie sehen dabei nicht nur in ihren Kostümen überzeugend aus, sondern spielen ihre Charaktere mit der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit, Authentizität und Humor.  Allen voran natürlich Alison Brie, die den innewohnenden Humor wie eine Bandbreite von Gefühlen wunderbar transportieren kann. An ihrer Seite stehen großartige Darstellerinnen wie Ellen Wong, Betty Gilpin, Britney Young und die bekannte Sängerin Kate Nash und machen das Ensemble so differenziert und befreit von albernen Schönheitsidealen, wie es auch bereits die Serie „Orange is the New Black“ (2014) vorgelebt hat. Aber auch die männlichen Darsteller können mit den starken Frauenfiguren mithalten und Marc Maron, der seine eigene Comedy-Sendung auf IFC besaß, schafft es wirklich den buschigen Schnauzer wieder salonfähig zu machen. Die Serienmacher haben das perfekte Ensemble gefunden, welches die Szenerie wunderbar lebensecht mit der richtige Mischung aus ernsten und amüsanten Tönen beleben.   

Alison Brie, Ellen Wong, Gayle Rankin, Jackie Tohn, Kate Nash

Fazit: Die zweite Staffel der amerikanischen Serie „GLOW“, welche sich wieder rund um das Ensemble einer weiblichen Wrestling-Fernsehsendung dreht, bietet mit ihrer bunten Mischung an Charakteren, die alle wunderbar von dem Cast wiedergegeben werden, erstklassige Unterhaltung. Die Geschichte selbst beschäftigt sich dabei mit vielen ernsten Themen, weiß aber stets auch mit Humor zu überzeugen. Hinzu kommt der wunderbare 80er-Look, welcher der Serie das I-Tüpfelchen verleiht.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 2 der Serie „Glow“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.