„Tote Tiere“ (2019)

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Kurzfilm / Schweiz / Fiktion / 2019

Filmkritik: Der Verlust eines Haustieres ist manchmal sogar schmerzhafter, als der eines entfernten Verwandten. Doch wie kann man die Erinnerung an das geliebte Tier am besten aufrecht erhalten. Dieser Frage geht der Kurzfilm „Tote Tiere“, gesehen auf den 30. Bamberger Kurzfilmtagen, von David Oesch und Remo Rickenbacher auf humorvolle Weise nach.  

Die Katze von Röbu (Matto Kämpf) ist gestorben. Doch sie einfach so entsorgen, das kann er nicht. Da trifft er auf die geheimnisvolle Tierpräparatorin (Nolundi Tschudi), die ihm eine andere Möglichkeit offenbart. 

Der schweizer Kurzfilm „Tote Tiere“ ist eine gelungene Kooperation des Filmemachers David Oesch und des Poetry Slamers und Autors Remo Rickenbacher, die schon lange befreundet sind und hier ihr zweites gemeinsames Projekt verwirklichen. Auf Grundlage des gut geschriebenen Drehbuchs, das von einem anfänglich sehr realistischen Punkt startet und sich dann zum Skurrilen entwickelt, entstand ein Kurzfilm, der sich nicht über seine Protagonisten lustig macht, sondern trotz Absurdität Mitgefühl erzeugt. Man merkt dem Film die Liebe zum magischen Realismus an und so entwickelt sich die Geschichte konsequent weiter. Dabei ist Humor ein wichtiger Faktor, aber auch das echte Gefühl dahinter. Diese Balance wird wunderbar von den beiden Hauptdarsteller*innen getragen, vor allem Matto Kämpf als trauernder Tierbesitzer überzeugt in seiner Rolle. Für ihren Film fanden die beiden Filmemacher in ihrer Heimatstadt Thun die perfekten Drehorte, die ebenfalls eine Balance zwischen Realismus und Märchen ausloten. So überzeugt der Kurzfilm im Gesamten – inszenatorisch, storytechnisch und auch auf darstellerisch Ebene. 

Fazit: Die beiden Filmemacher David Oesch und Remo Rickenbacher schufen zusammen den Kurzfilm „Tote Tiere“, der sich mit der Frage beschäftigt, wie man das verstorbene Haustier in Erinnerung behalten kann. Dafür schrieben sie ein schwarzhumoriges Drehbuch, das aber Realismus und Gefühl besitzt, und setzten ihn mehr als souverän in ihrer Heimatstadt Thun um. Eine absolute Empfehlung!  

Bewertung: 9/10

„Tote Tiere“ gibt es jetzt ganz frisch auch online zu sehen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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