Fünf Fragen an Rand Abou Fakher

© Levi Verbauwhede

Interview: Im Gespräch mit der Regisseurin und Drehbuchautorin Rand Abou Fakher konnten wir mehr über ihren zweiten Kurzfilm „So We Live“ erfahren, der auf der 70. Berlinale im Rahmen des ‚Berlinale Shorts‘-Programms seine Weltpremiere feierte. Dabei spricht die junge Filmemacherin darüber, wie es von der Idee zur Umsetzung kam, wie sie DarstellerInnen ausgewählt hat und warum sie sich dafür entschied, dass beim Dreh am Set keine Crewmitglieder anwesend waren.

The original english language interview is also available.

Erzähl mir mehr zur Entstehung Deines zweiten Kurzfilms „So We Live“?

Die Realisierung meines zweiten Films war auf vielen Ebenen eine Herausforderung. 

Als junge Filmemacher suchen wir nach Strukturen, in denen wir unsere Filme machen können. Die Schule scheint unsere erste Option zu sein. Als ich 2019 begriff, dass dieser Film innerhalb des Schulsystems nicht gedreht werden kann, war ich in dem Dilemma, ob ich an meiner Schule bleiben sollte oder nicht. Aber beim Regieführen geht es darum, einen eigenen Standpunkt zu haben, und diesen Standpunkt kann man nur selbst lernen. Ich hatte das Gefühl, dass das, was ich in diesem Film zum Ausdruck bringen wollte, dringender war, und deshalb beschloss ich, es allein zu machen.

Aber das bedeutet, dass ich die ganze Verantwortung dafür übernehmen muss, dass dies irgendwie geschehen kann. 

Ich hatte mit Hans Bruch bei meinem vorherigen Film zusammengearbeitet, für den er der DOP war. Und wir hatten eine wunderbare Art, miteinander zu kommunizieren. Er ist sehr talentiert, und er kann meine Ideen nehmen und verstehen, was ich in meinem Film erzählen will, und Vorschläge machen, die perfekt zu dem passen, was ich will. Als ich die Idee zu „So We Live“ hatte und mir klar wurde, dass die Kamera eine Hauptfigur im Film ist, bat ich Hans Burch, mich zu treffen und mir dafür Feedback oder einen Rat zu geben. Und sehr bald darauf schlug er vor, den Film selbst zu produzieren, zusammen mit seiner Partnerin Rosa Galguera.

Irgendwie dauert es immer sehr lange, einen Produzenten zu finden, aber in diesem Fall kann ich nicht sagen, dass ich in so kurzer Zeit einen Produzenten finden konnte, denn ich sehe Hans Bruch eher als einen Freund, mit dem wir gerne und vertrauensvoll zusammenarbeiten. 

Kannst Du mir zu den Dreharbeiten erzählen – wo habt ihr gedreht und hast Du Deine DarstellerInnen über ein Casting gefunden?

Beim Casting war das Schauspielerlebnis das Letzte, worauf ich geachtet habe.

Ich wollte eine Familie casten, die während des Bürgerkriegs in Syrien lebte. Die weiß, wie es ist, in dieser Situation zu sein, die weiß, wie der Krieg das Aussehen ihrer Familie verändert hat, die weiß, wie sie auf natürliche Weise reagieren kann, so wie sie das vorher gelebt hat. Und vor allem, die eine gemeinsame Geschichte hat, da die Erzählung meines Films in der inneren Bewegung der Figuren verkörpert ist, und das kann stärker sein, wenn sie eine Familie sind. Ich habe viel Zeit damit verbracht, ihnen zuzuhören, wie sie sich daran erinnern, was sie in Syrien erlebt haben, und mir die kleinen und großen Anekdoten zu erzählen. Und ich war wirklich fasziniert davon, wie ehrlich sie waren. 

Ich versuchte, Dinge über ihre individuelle Persönlichkeit herauszufinden, indem ich sie beobachtete und auch konkrete Fragen stellte mit der Absicht, in ihnen ein bestimmtes Gefühl des Nachdenkens auszulösen. Und alle ihre Reaktionen wurden in meinem Notizbuch festgehalten. So konnte ich nach einiger Zeit verstehen, wie jeder von ihnen auf Dinge oder Andere reagieren konnte. Ich konnte verstehen, an welchen Stellen sie sich gegenseitig missverstehen. Ich habe ein paar Proben mit ihnen gemacht, aber ich weiß nicht, ob ich es eine Probe nennen kann, da es mehr eine Übung als eine Probe ist. Ich habe versucht, ihnen die Bedeutung der Improvisation in meinem Film verständlich zu machen. Natürlich mussten sie Charaktere und eine Geschichte verkörpern, die nicht die ihre ist. Aber sie taten es mit ihren eigenen Herzen und Persönlichkeiten.

Die Zeit, die ich mit ihnen verbrachte, und das Vertrauen, das sie mir entgegenbrachten, erlaubten es mir, weiter zu gehen und nach den reinen Emotionen in ihnen zu suchen. Während der Dreharbeiten lebten sie wirklich in der Vergangenheit. Sie waren in der Lage, eine Bindung wiederherzustellen, in der sie lebten. Auch wenn es eine erfundene Geschichte war. Aber sie konnten die Spannung, in der sie lebten, den Hunger und die Frustration, den Schmerz und die Angst hervorbringen. Als ob sie immer noch in Syrien wären. Und das fand ich bewundernswert. 

Sie gaben alles, was sie hatten. Es war in bestimmten Punkten sehr schmerzhaft zu sehen, wie einer von ihnen nach einem Take weinte oder wie der andere nach einem anderen Take frustriert war. Ich verstehe das. Es hat sie in die Vergangenheit versetzt, über die sie frustriert sind, und das war nicht unbedingt der schönste Teil ihrer Erinnerungen. Einer der Tricks, der mir dabei geholfen hat, ist, dass ich den Vater und die Mutter dazu gebracht habe, Figuren von Persönlichkeiten auszutauschen, die sie nicht mögen. Natürlich ohne sie wissen zu lassen. Der Moment, in dem sie während des Films streiten, ist natürlich sehr rein und führt nirgendwo hin, genau so, wie ich das Gespräch haben wollte. Und dennoch hat es den Prozess des Films als einen Selbstheilungsprozess beibehalten. 

Wenn man sich durch Schauspielerei selbst heilen will, dann handelt man normalerweise als Täter und nicht als Opfer. 

Also ja, diese Familie zu inszenieren, war eine echte Reise. Und eine große Verantwortung. Ich lerne eine Menge davon. 

Ich habe eine Familie ohne Schauspielerfahrung gecastet und wollte sie in dieses zerbrechliche Umfeld bringen. Die Wahl, einen Kameramann am Set zu haben, war für mich als Regisseurin nicht möglich.

Deine kreisende Kamera und, dass der Film nur in einem Raum spielt, gibt Deinem Film nicht nur das Gefühl von Eingeschlossenheit, sondern auch etwas Familiäres. Erzähl mir bitte mehr zu der visuellen Umsetzung?

Es gab niemand anderen am Set als die Schauspieler. Da niemand von der Crew während der Dreharbeiten am Set sein durfte, mussten wir eine Spinnenkamera programmieren, die wir von außen steuern konnten. Das System der Kamera wurde während eines Monats von Cédric Goussens und Wouter Cordts programmiert. 

Und alle arbeiteten hinter den Wänden des Sets. 

Auch die Nachbildung eines syrischen Hauses oder einer Wohnung in Brüssel war etwas schwierig.

Das Publikum hier kann in der stereotypen Art und Weise, sich vorzustellen, wie eine syrische Familie in Syrien lebt, blockiert werden. Ihre Vorstellungskraft wird natürlich durch das, was sie hier in den Medien über Syrien sehen können, angeregt. Und deshalb wollte ich keine zusätzliche Dekoration machen, damit es für das westliche Publikum „orientalisch genug“ aussieht. Vielmehr entschied ich mich dafür, ein einfaches, realistisches syrisches Haus zu bauen.

Die Idee zu der einen Aufnahme ohne Schnitt und der Drehung der Kamera gab es ab der ersten Idee, die ich über den Film hatte. 

Im Grunde wollte ich es in einer einzigen Einstellung machen, um dem Publikum das wirklich schwerfällige Gefühl zu vermitteln, sich in diesen Umständen zu befinden. Zu Hause eingesperrt zu sein, auch wenn es nicht das sicherste ist. Und jetzt mit dem, was wir in der Welt sehen, denke ich, dass man verstehen kann, was ich meine. 

Die Kameradrehung stellt die Zeit dar, wir können sogar sehen, dass die Dinge vor der Kamera vorbeiziehen, anstatt die Kamera zu drehen, was das Publikum auch urteilen lässt. 

Die Zeit vergeht, aber sie kämpfen.

Die Zeit vergeht, aber sie hören einander nicht zu.

Die Zeit vergeht, aber sie sind gemein zueinander.

Das Konzept der Kamera kann dem Publikum die Möglichkeit geben, das Geschehen auf der Leinwand zu beurteilen, weil es sich fast zwischen diese Leute stellt, denn als Publikum hat man das Gefühl, sich fast einmischen zu wollen. Ich möchte sagen, dass wir die Zeit als gegeben hinnehmen, und selbst wenn wir überleben, nehmen wir die Zeit als gegeben hin, wir warten auf die Zeit, um das Unausgesprochene zu enthüllen.

Und um zu zeigen, was zwischen ihnen unausgesprochen ist, musste ich es in einer einzigen Aufnahme ohne Schnitt machen.

Ich habe auch einige Nachforschungen über die Mythen der Schöpfung des Kosmos angestellt. Viele Mythen der alten Zivilisationen sagen, dass der Kosmos in sechs Schritten oder Wendungen oder Tagen geschaffen wurde, und dann baute ich die Situation meiner Geschichte auf der Tatsache auf, dass wir, wenn wir sechs Schritte davon entfernt sind, geschaffen zu werden, auch sechs Schritte vom Tod entfernt sind. Und diesen außergewöhnlichen Punkt, an dem wir existieren, nehmen wir als selbstverständlich hin, selbst wenn wir überleben. Das gibt die Möglichkeit, dass diese Zeit, in der sie leben, jederzeit sein könnte, aber es könnte auch ihre letzte sein. 

Hattest Du schon die Möglichkeit „So We Live“ in Syrien zu zeigen und wenn ja, wie wurde er da aufgenommen?

Ich hatte noch nicht die Gelegenheit, den Film in Syrien zu zeigen, aber ich habe ihn verschiedenen syrischen Freunden gezeigt. Diese Art des Geschichtenerzählens lässt dem einzelnen Zuschauer viel Raum, verschiedenen Erzählungen oder inneren Erzählungen zu folgen oder eine eigene Interpretation vorzunehmen. Einige wichtige Familienangelegenheiten, die ich angedeutet habe, wurden verstanden. Daher war ich mit der Vielfalt der Diskussionsthemen, die ich nach der Vorführung des Films hatte, zufrieden.

Zum Schluss würde ich gern noch ein bisschen mehr über Dich erfahren. Was hat Dich zum Film gebracht? Gibt es bereits neue filmische Projekte?

Ich bin 25 Jahre alt, ich habe am Konservatorium in Syrien als Flötistin studiert. In meinem zweiten Jahr habe ich mein Studium abgebrochen, um nach Europa zu kommen.

Seit ich sehr jung war, waren Zeichnen, Schreiben und Musizieren immer mein sicherster Ort, um mich auszudrücken. Dieser sichere Ort wurde mehr und mehr gebraucht, während ich zu einer arabischen Frau heranwuchs und herausfand, was das bedeutete. Seit ich nach Brüssel kam, begann ich mich für Fotografie zu interessieren, und es war irgendwie meine Art, die Stadt Brüssel zu erkunden. Und nach und nach begann ich, mich selbst zu filmen und Drehbücher zu schreiben.

Im Jahr 2018 wurde ich vom Verband Cinemaximiliaan eingeladen, meinen ersten Film „Braided Love“ zu schreiben und zu drehen, als Teil eines Workshops des Kunstenfestivaldesarts in Brüssel unter der Leitung des ungarischen Filmemachers Béla Tàrr. Eine solche Begegnung mit diesem erstaunlichen Regisseur war ebenso schwierig, wie ich auch viel daraus gelernt habe. Er forderte mich auf eine Art und Weise heraus, die mich dazu brachte, eine Erzählweise zu entwickeln, die mir und meinen Figuren näher stand.

Der Film wurde im Rahmen des Filmfestivals von Sarajevo international uraufgeführt und auf vielen Festivals in Belgien gezeigt.

Ich nehme auch als Darstellerin in einem Theaterstück „Bruegel“ von Lisaboa Houbrechs teil. 

Ich fand, dass das Medium Kino für mich persönlich der ideale Ort ist, um mich auszudrücken. Ich habe mich schon immer für jedes Medium der Kunst im Filmemachen interessiert und angezogen gefühlt. Ich kann sie alle in die Praxis umsetzen. Musik, Ton, Kunstregie, Schreiben, Bild und Regie von „Menschen“ lehrt mich und lässt mich wachsen. 

Aber das Wichtigste ist die Fähigkeit, unsere Gesellschaft nackt auf der Leinwand zu zeigen, sie direkt anzuschauen und durch sie hindurchzuschauen.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „So We Live


Interview: In conversation with director and screenwriter Rand Abou Fakher we were able to learn more about her second short film „So We Live„, which celebrated its world premiere at the 70th Berlinale as part of the ‚Berlinale Shorts‘ programme. The young filmmaker talks about how the idea came to fruition, how she picked her actors and why she decided not to have any crew members on the set during shooting.

Tell me more about the making of your second short film „So We Live„.

The making of my second film was challenging on many levels. 

As a young filmmaker we search for structures in which we can make our films. The school seems to be our first option. In 2019 when I understood that this film won’t be possible to make within the school system I was in a dilemma whether I should stay in my school or not. But directing is about having your own point of view, and the point of you is something you can only learn by yourself. I felt that what I wanted to express in this film was more urgent and therefore I decided to go for it alone.

But that means taking all the responsibility of making this happen somehow. 

I had collaborated with Hans Bruch on my previous film which he was the DOP for. And we got a nice way of communicating with each other. He is very talented and he can take my ideas and understand what I want to tell in my image and give propositions that fit perfectly with what I want. When I had the idea of “So We Live” And I realized that the camera is the main character in the film I asked Hans Burch to meet and give me some feedback or advice for it. And very soon after he proposed to produce it himself together with his partner Rosa Galguera. 

Somehow finding a producer takes a lot of time but in this case, I cannot say I could find a producer in such a short time as I rather see Hans Bruch as a friend who we enjoy and trust working with each other. 

Can you tell me about the filming – where did you film and did you find your actors through a casting?

While casting the acting experience was the last thing I looked at.

I wanted to cast a family who lived in Syria during the civil war. Who knows what it is to be in this situation, who knows how the war changed the face of their family, who knows how to react naturally as they lived this before. It was very important that they shared a history, As the narration of my film is embodied in the inner movement of the characters and that can be stronger if they are a family. I got to spend a lot of time listening to them memorizing what they have lived in Syria, telling me the smallest and the biggest anecdotes. And I was fascinated by how honest they were. 

I tried to figure out things about their personalities by observation and by also asking specific questions to trigger a certain feeling of thought in them. And all their reactions were noted in my notebook. So After some time, I could understand how each of them could react towards things or towards the others. I could understand at which point they misunderstand each other. I did some rehearsals with them but I don’t know if I can call it a rehearsal as it’s more of an exercise than a rehearsal. I was trying to make them understand the importance of improvisation in my film. Of course, they needed to embody characters and a story that is not theirs. But they did it with their hearts and personalities.

Spending time with them and the trust they gave me allowed me to push further and search for the pure emotions in them. During the shooting time, they were living in the past. They were able to recreate a tie they lived in. Even though it was a fiction story. But they could bring out the tensity they lived, the anger and the frustration, the pain, and the fear. As if they were still in Syria. And I found that admirable. 

They gave all they had, It was very painful in certain points to see one of them crying after a take, or the other being frustrated after another take. I understand. It was putting them in the past that they are frustrated about and not necessarily the most beautiful part of their memories. So, of course, I had to be aware of how to keep this healthy, one of the tricks that helped with that is that I made the father and the mother exchange figures of personalities that they dislike in each other. Of course without letting them know. That made the moment they argue during the film is naturally harsh, pure and leading nowhere, exactly how I wanted the conversation to be. And still, keep the process of the film as a self-healing process. 

To self-healing through acting you should act as your perpetrator, not the victim. 

So yeah directing this family was a journey for real. And a big responsibility. I learn a lot from them. 

As I cast a family with no acting experience and challenge them to be in their own fragile setting. Made the choice of having a cameraman in the set impossible. 

Your circling camera and the fact that the film is only set in one room gives your film not only the feeling of being trapped but also something familiar. Please tell me more about the visual realization.

There was no one in the set than the actors. As nobody of the crew was allowed to be in the set while filming we had to programme a spider camera that we could control from outside. The system of the camera was programmed during a month by Cédric Goussens and Wouter Cordts. 

And everyone was working from behind the walls. 

Reproducing a Syrian house or an apartment in Brussels was also a bit tricky. The audience here can be blocked in the stereotypical way of imagining how a Syrian family is living in Syria. Their imagination of course is triggered by what they can see here in the media about Syria. And therefore I didn’t want to make extra decor to make it look „oriental enough“ for the western audience. I rather chose to make a simple realistic syrian house. 

The idea of the one-shot and the camera turning was from the first hint I had about the film. 

I wanted to make it one shot to give the audience the real heavy feeling of being in those circumstances. Being locked in your home even if it’s not the safest. And now with what we are witnessing in the world, I think you can „imagine“ what I mean. 

The camera turning represents time, we can even see that things are passing in front of the camera instead of the camera turning, which makes the audience also judge. 

Time passing but they are fighting, 

Time passing but they aren’t listening to each other,

Time passing but they are mean to each other, 

The concept of the camera can give the audience the chance to judge what is happening on the screen because it almost puts them in between those people, as an audience, you feel that you almost want to interfere. I want to say that we take time for granted, and even if we are in survival we take time for granted, we wait for time to unveil what’s unsaid. And to show what’s unsaid between them I had to do it in one shot. 

I also did some research on the myths of the creation of the cosmos. Many myths of ancient civilizations say that the cosmos was created in six steps or turns or days, and then I built the situation of my story on the fact that if we are six steps away from being created we are also six steps away from death. And this exceptional point where we exist we take so for granted even if we are in survival. That gives the possibility that this time they are living could be anytime, but it also could be their last. 

Have you had the opportunity to show the film „So We Live“ in Syria and if so, how was it received there?

I haven’t had the opportunity to show the film in Syria yet but I have shown it to different Syrian friends. This sort of storytelling leaves a lot of space for the individual viewer to follow different narrations or inner narrations or make their own interpretation. Some major family issues I hinted at were understood. So I was happy with the variousity of subjects of discussions I had after showing the film.

Finally, I would like to know a bit more about you. What brought you to film? Are there already new film projects planned?

I am 25 years old, I have studied in the conservatory in Syria as a flutist. I have quit my studies in my second year to come to Europe.

Since a very young age; drawing, writing, and playing music were always my safest place to express myself. This safe place became more and more needed while growing to be an arabic woman and finding out what that meant. Since I came to Brussels I got interested in photography and it was my way somehow to explore the city of Brussels. And little by little I started filming myself, and writing scenarios.

In 2018 I got invited by the Cinemaximiliaan association to write and direct my first film “braided love” as a part of a workshop by the Kunstenfestivaldesarts in Brussels with the supervision of the Hungarian filmmaker Béla Tàrr. Such an encounter with this amazing director, I learned from it as much as it was difficult. He challenged me in ways that made me develop a way of telling that was closer to myself and my characters.

The film was internationally premiered in the Sarajevo film festival and screened in many festivals in Belgium.

I am also taking part as a performer in a theater play “Bruegel” by Lisaboa Houbrechs. 

I found the medium of Cinema is the ideal place for me personally to express myself, I have always been interested and attracted to any medium of art in filmmaking. I can put all of them into practice. music, sound, art direction, writing, image and  directing “people” teaches me and makes me grow. 

But the most important is the capability of making our society naked on screen, and look straight at it and look through it.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „So We Live

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