Sechs Fragen an Megan Rossman

Interview: Im Gespräch mit der amerikanischen Filmemacherin Megan Rossmann erfuhren wir mehr über ihre Dokumentation „The Archivettes“, welche u.a. auf den 31. Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg zu sehen war, was ihr selbst das New Yorker Archiv bedeutet und wie sie den Film umgesetzt hat.

The original english language interview is also available.

Kannst Du mir mehr zu dem Ursprung für Deine Dokumentation „The Archivettes“ erzählen? Die Geschichte beginnt persönlich, richtig? Wie war es zum ersten Mal diese enorme Sammlung zu entdecken?

Als ich zum ersten Mal das Lesbian Herstory Archives betrat, hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich hatte keine Kenntnisse über lesbische Geschichte, bevor ich dorthin ging, und habe mich und meine eigene Geschichte in diesen Archiven wiedergefunden. Dieses Gefühl hat mich dazu inspiriert, drei Kurzfilme über die Archive zu drehen: „A Lifetime of Making Change“, „Love Letter Rescue Squad“ und „A Brief Herstory“.

Mit jedem Kurzfilm, den ich über diese Gruppe von Frauen drehte – die sich selbst ‚Archivettes‘ nennen, eine augenzwinkernd Verniedlichung von ‚Archivarinnen‘ – gewann ich ein tieferes Verständnis für die Tiefe und Breite ihrer Geschichte. Dieses Potenzial, gepaart mit meinem persönlichen Ziel, einen Spielfilm in Spielfilmlänge zu schaffen, führte zu „The Archivettes“.

Wie wurde das bei den Beteiligten angekommen?

Das Projekt ist gut aufgenommen worden. Ich habe für die Archivkassetten ein Work-in-Progress-Screening durchgeführt, damit sie vor der Fertigstellung des Films Notizen und Bedenken mitteilen konnten. Am Ende habe ich aufgrund ihres Feedbacks mehr Änderungen daran vorgenommen, als ich erwartet hatte. 

Wie lange haben die Dreharbeiten und die vorbereitenden Recherchen gedauert?

Wenn man die drei Kurzfilme in der Zeitleiste mitzählt, dauerte es fünf Jahre. Aber allein der Spielfilm dauerte zwei Jahre.

Wie hast Du den Film gedreht? 

Ich habe den Film auf einer Canon C-100 gedreht. Wann immer es möglich war, hatte ich eine Tonperson dabei, aber das war alles. Ich hielt die Crew klein, damit wir flink sein konnten. 

Ich mochte sehr gern die positive Atmosphäre und eine gefühlte Aufbruchstimmung. Bei der man Lust hat gleich dort vorbeizuschauen. Bekommt das Archiv jetzt mehr BesucherInnen? Und wie geht es dem Herstory Archiv heute? 

Das ist großartig! Dem Archiv geht es gut. Das Gebäude ist derzeit wegen COVID-19 für die Öffentlichkeit geschlossen, aber ich hoffe, dass es wieder geöffnet wird, sobald die Dinge sicher sind. Das Archiv ist immer auf finanzielle Unterstützung angewiesen. 

Sind bereits neue Projekte geplant?

Ja, ich habe kürzlich „Naomi Replansky at 100 years“ abgeschlossen, einen Kurzfilm über die berühmte Dichterin. Außerdem befinde ich mich derzeit in der Vorproduktionsphase eines Films über Mabel Hampton. 

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „The Archivettes


Interview: In conversation with the American filmmaker Megan Rossmann we learned more about her documentary “The Archivettes“, which was shown at the 31st Lesbian Gay Film Festival Hamburg, what the New York archive means to her and how she realized the film.

Can you tell me more about the origin of your documentary “The Archivettes“? The story has a personal background, right? How was it to discover this large collection for the first time? 

The first time I entered the Lesbian Herstory Archives, I felt like I was coming home. I had no knowledge of lesbian history before going there and have found myself and my own history in these archives. It was this feeling that inspired me to make three short films about the archives: A Lifetime of Making Change, Love Letter Rescue Squad, and A Brief Herstory.

With each short film I made about this group of women — who call themselves “archivettes,” a tongue-in-cheek diminutive form of “archivists” — I gained a fuller understanding of the depth and breadth of their story. This potential, coupled with my personal goal to create a feature-length film, led to “The Archivettes“.

How was the documentary project received by the people involved?

The project has been well received. I did a work-in-progress screening for “The Archivettes” so that they could share notes and concerns before the film was finished. I ended up making more changes from this than I’d anticipated because of their feedback. 

How long did the shooting take and the preparatory research?

If you count the three short films in the timeline, it took five years. However, just the feature film alone took two years.

How did you film the film? 

I shot the film on a Canon C-100. I had a sound person with me whenever possible, but that was it. I kept the crew small so we could be nimble. 

I really liked the positive atmosphere and a feeling of forging ahead. You want to drop right by. How is the archive doing today? 

That’s great! The archive is doing well. The building is currently closed to the public because of COVID-19, but I’m hopeful it will reopen once things are safe. The archive is always in need of financial support. 

Are new projects already planned?

Yes, I recently finished Naomi Replansky at 100, a short film on the renowned poet. I’m also currently in the pre-production phase on a film about Mabel Hampton. 

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “The Archivettes

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