Sechs Fragen an Chintis Lundgren

Letzte Artikel von Doreen Matthei (Alle anzeigen)

© Chintis Lundgren

Interview: Im Gespräch mit der estnischen Künstlerin und Filmemacherin Chintis Lundgren konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves“, der auf dem Open Air des 32. Filmfest Dresden lief, erfahren, wie sie ihren eigenen Stil beschreiben würde und wie sie langsam einen Figurenkosmos aufbaute.

The original english language interview is also available.

Kannst Du mir zu Entstehung Deines Kurzfilms „Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves“ erzählen? Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Wolf im Zentrum Deiner Geschichte steht.

Toomas, der Wolf, war eine Nebenfigur in einem anderen Film von mir, „Manivald“, in dem es um einen 33-jährigen Fuchs ging. Der Fuchs lebt immer noch zu Hause bei seiner Mutter, und als ihre Waschmaschine kaputt geht, kommt ein sexy Wolf, um sie zu reparieren, und landet in einem Liebesdreieck mit der Mutter und dem Sohn. Ich versuche, ein Universum von Figuren zu schaffen, die alle auf irgendeine Weise miteinander verbunden sind. Nachdem ich also „Manivald“ beendet hatte, dachte ich, dass es interessant wäre, Toomas als Schwerpunkt für meinen nächsten Film zu wählen. Zu versuchen herauszufinden, wer dieser heiße Klempner ist und wie er in eine solche Situation geraten konnte.

Mit vielen amüsanten und frivolen Ideen, überraschenden Wendungen fängst Du eigentlich ein hartes Schicksal ein. Hattest Du eine Botschaft, welche Dir am Herzen lag?

Eine Idee, die ich vermitteln wollte, ist, dass es wichtig ist, zu reden. Geheimnisse machen die Dinge nur noch verkorkster und komplizierter. 

Was war Dir visuell wichtig? Würdest Du sagen, dass Du mittlerweile einen fest eigenen Stil entwíckelt hast?

Ich war früher Malerin und denke viel über Farben nach. Im Moment bin ich besessen von monochromen Kompositionen, ich kann nicht erklären warum, mir gefällt es einfach so. Abgesehen von den Farben hat die Art und Weise, wie ich meine Figuren usw. gestalte, viel damit zu tun, dass ich nicht sehr gut zeichnen kann. Und ich bin auch faul. Also ist mein ‚Stil‘ einfach die einzige Art und Weise, wie ich zeichnen kann.

Könntest Du Dir einer Deiner Wolfgeschichte auch als Langfilm vorstellen?

Auf jeden Fall. Es ist nur etwas, das schwieriger zu finanzieren ist, und natürlich muss auch das Drehbuch viel besser sein.

Kannst Du mir zum Schluss noch ein bisschen über Dich erzählen und wie es Dich zum Animationsfilm verschlagen hat?

Ich wollte schon immer Malerin werden, seit ich drei Jahre alt war. Und ich bin Malerin geworden. Aber dann hatte ich eine kreative Krise, und während ich darauf wartete, dass die Krise vorüberging, begann ich mit Animation zu spielen, nur zum Spaß, ohne Ambitionen, Filmemacherin zu werden. Aber ich habe mich sehr schnell in sie verliebt, vor allem, weil ich gerne Geschichten erzähle und die Animation dafür ein besseres Medium ist als die Malerei. Auch als ich anfing, Festivals zu besuchen, entdeckte ich, dass die Welt der Animation so viel entspannter und lustiger ist als die Welt der bildenden Kunst. Danach gab es kein Zurück mehr.

Sind bereits neue Projekte geplant?

Ich und mein Co-Autor Draško Ivezić entwickeln eine Fernsehserie, die im selben Universum spielt wie meine letzten drei Filme. Die Hauptfigur ist der Fuchs Manivald, und auch Toomas wird darin eine zentrale Rolle spielen. Die Serie ist etwas, auf das wir uns schon lange konzentrieren wollten, sie ist keine neue Idee. Aber jetzt haben wir endlich eine gewisse Finanzierung für die Entwicklung erhalten und können wirklich Zeit darauf verwenden, ohne andere Ablenkungen. 

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves


Interview: In our conversation with Estonian artist and filmmaker Chintis Lundgren, we were able to learn more about her short film “Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves“, which screened at the Open Air of the 32nd Filmfest Dresden, how she would describe her own style and how she slowly built up a cosmos of characters.

Can you tell me about the making of your short film “Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves“? It is not the first time that a wolf is in the center of your story.

Toomas, the wolf, was a side character in another film of mine, Manivald, that talks about a 33-year old fox. The fox is still living at home with his mother and when their washing machine breaks down a sexy wolf comes to fix it and ends up in a love triangle with the mother and son. I’m trying to create a universe of characters that are all connected to each other in some way. So after finishing Manivald I thought that it would be interesting to choose Toomas as the focus of my next film. To try to figure out who this hot plumber is and how did he end up in a situation like that.

With a lot of amusing and frivolous ideas, surprising twists and turns, you actually capture a hard fate. Did you have a message that was close to your heart?

One idea that I wanted to put across is that it’s important to talk. Secrets only make things more messed up and complicated. 

What was visually important to you? Would you say that you have developed your own style?

I used to be a painter and I think a lot about colours. I’m obsessed with monochrome compositions at the moment, I cannot explain why, I just like it like that. Aside from the colours, the way I design my characters etc. has a lot to do with the fact that I’m not very good at drawing. And I’m lazy too. So my “style” is just the only way I know to draw.

Could you imagine one of your wolf stories as a feature film?

Definitely. It’s just something that’s harder to finance, and of course the writing has to be much better too.

Could you tell me a little bit about yourself and how you came to be an animated film?

I always wanted to become a painter, ever since I was three years old. And I did become a painter. But then I had a creative crisis and while I was waiting for the crisis to pass, I started to play around with animation, just for fun, with no ambitions of becoming a filmmaker. But I fell in love with it very quickly, mainly because I like telling stories and animation is a better medium for that than painting. Also when I started attending festivals I discovered that the animation world is so much more relaxed and fun than the fine arts world. After that, there was no going back.

Are there already new projects planned?

Me and my co-writer Draško Ivezić are developing a TV-series set in the same universe as my last three films. The main character is the fox Manivald and Toomas will have a central role in it too. The series is something that we have wanted to focus on for a long time, it’s not a new idea. But now we finally got some financing for the development and can really spend time on it, without other distractions. 

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.