„Empty Places“ (2020)

Kurzfilm / Frankreich / Animation / 2020

Filmkritik: Die Schönheit von menschenleeren Orten steht im Zentrum des achtminütigen Kurzfilms „Empty Places“ von Geoffroy de Crécy, u.a. online und auf Festivals wie dem 28. Internationalen Trickfilm Festival Stuttgart zu sehen.  

Die Menschen sind verschwunden. Doch die Maschinen gehen den ihnen zugedachten Aufgaben einfach weiter nach. Die Rolltreppe, das Kofferlaufband am Flughafen und der Skilift bewegen sich unermüdlich fort.

Der Illustrator, Spieledesigner und Regisseur Geoffroy de Crécy (*1971) hat mit kleinen Loops, u.a. von verlassenen Pools angefangen eine Welt ohne Menschen zu erschaffen. Aus diesen Bildern schuf er einen starken Kurzfilm, der es den ZuschauerInnen überlässt sich die Hintergrundgeschichte auszumalen. Er liefert die faszinierenden Bildern von vielen, menschenleeren Orten. Dabei beginnt er bei allen Plätzen mit Nahaufnahmen und zoomt mit der Zeit immer weiter heraus, so dass auch nicht alle Maschinen in ihrer Funktion sofort klar sind. Gleichzeitig öffnet er den Blick immer mehr für die Umgebung, in der ZuschauerInnen Hinweise über die Ereignisse erspähen wollen, was dem Film eine gewisse Spannung verleiht. Doch trotz seines dystopischen Settings, sind seine Bilder keineswegs dunkel oder deprimierend, sondern besitzt viele warme Farben, Licht und eine innewohnende Schönheit. Mit seinem Stil und Beethovens Klaviersonate Nr. 14 schuf er einen sehr ansprechenden Kurzfilm, der mit seinem Ausgangspunkt fesselt und einen Ausblick auf eine Welt ohne Menschen offenbart. Damit konnte „Empty Places“ auf dem Annecy International Animation Film Festival einen Spezialpreis gewinnen. 

Fazit: Der Animationsfilm „Empty Places“ fängt die Schönheit verlassener Plätze ein. Untermalt von Beethoven und in einem hellen, ansprechenden Stil schuf der Künstler Geoffroy de Crécy einen melancholischen, aber äußerst ansprechenden Film und zeigt den BetrachterInnen eine Welt ohne Menschen.

Bewertung: 8/10

Der Kurzfilm „Empty Places“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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