Sechs Fragen an Denise Riedmayr

Interview: Im Gespräch mit der Regisseurin Denise Riedmayr konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „an Anna“ (gesehen auf den 31. Bamberger Kurzfilmtagen) erfahren, warum sie sich dem Thema Asexualität angenähert hat, warum es ihr wichtig war Stereotypen zu entkräften und in welchem Rahmen und mit welchen Vorstellungen sie das Projekt umgesetzt hat. 

Kannst Du mir mehr zum Ursprung für Deinen Kurzfilm erzählen – wie bist Du auf das Thema Asexualität aufmerksam geworden?

Vor ein paar Jahren hat mir eine Person, die mir damals sehr nahe stand, von ihrer Asexualität erzählt und ich war sehr überrascht, wie wenig ich über das Thema wusste. Ich habe angefangen zu recherchieren und bemerkte in Gesprächen mit asexuellen Personen und unterschiedlichen Organisationen, wie wenig das Thema Asexualität in Literatur oder Filmen vorkommt. Und wenn, dann meist in Kombination mit den Stereotypen, asexuelle Personen seien introvertierte ‚Mauerblümchen‘, die sich ‚einfach nur einen Ruck geben müssen‘. So ist die Idee zu „an Anna“ entstanden, in der wir Asexualität fern von den Stereotypen zum Charakter einer asexuellen Person erzählen wollten.

In welchem Rahmen, an welchem Ort und in welchem Zeitraum habt ihr den Film umgesetzt?

Emma Preisendanz

an Anna“ ist mein Drittjahresfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München (auch Film03 genannt). Ich habe recht früh Felix Riedelsheimer für die Bildgestaltung und Philipp Link und Lilly Malan als Producer:innen für das Projekt gewinnen können. Uns war klar, dass wir das Thema gerne im Sommer mit Hitze, Freibad und nackter Haut erzählen wollten. Und da der Sommer bevorstand, haben wir das Buch innerhalb von zwei bis drei Monaten geschrieben und den Film geplant. Schon im Buchprozess sind wir oft in meine Heimat gefahren, da ich den Film in der Welt, in der ich selbst aufgewachsen bin, erzählen wollte. 

Du fängst die Unbeschwertheit der Jugend wunderbar ein. Was lag Dir dabei visuell am Herzen?

Emma Preisendanz

Natürlich waren uns typische Elemente wie Hitze, Sommer, Feiern wichtig. Felix Riedelsheimer hat die Szenen aber so gestaltet, dass wir den Schauspieler:innen so oft wie möglich ein bis zu 360-Grad Set zum Spielen geben konnten. So hatten sie die Möglichkeit, frei zu spielen und fließend von den geschriebenen Szenen in improvisierte überzugehen. 

Wie hast Du Deine Besetzung gefunden. Vor allem Emma Preisendanz als Hauptdarstellerin ist sehr gut besetzt.

Schon während des Buchprozesses haben wir nach der Besetzung gesucht. Für die Rolle der Anna waren wir auf der Suche nach einer Person, die den Stereotypen von Asexualität widerspricht. Als wir Emma kennen gelernt haben, war uns sofort klar, dass sie unsere Anna ist. Von da an haben wir angefangen, Emma ins Buch zu schreiben und sie und Anna immer mehr annähern lassen.

Könntest Du Dir vorstellen, dass meinen Deinen Film auch erzieherisch z.B. in Schulen einsetzen kann?

Emma Preisendanz

Ich fände es super, wenn in Schulen mehr über unterschiedliche Sexualitäten gesprochen werden würde. Wenn hier „an Anna“ einen Beitrag dazu leisten könnte, wäre das natürlich der Hammer!

Sind bereits neue Projekte geplant?

Gerade bin ich dabei, für meinen Abschlussfilm an der HFF München zu recherchieren. Da ich hier aber noch ganz am Anfang bin, will ich noch nicht zu viel verraten!

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „an Anna

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