„I’m too Busy“ (2019)

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Kurzfilm / China, Spanien / Fiktion / 2019

Ouyang Rongping

Filmkritik: Der Kurzfilm „I’m too busy“, der u.a. auf der Eröffnung des 33. Filmfest Dresden 2021 lief, ist das gelungene Portrait einer Frau in der Mitte ihres Lebens. Mit Humor und realitätsnaher Offenheit schildert die Regisseurin Carmen Aumedes Mier diese Zeit.

Ocean (Ouyang Rongping) weiß nicht so richtig, wohin mit sich nachdem ihr Sohn ausgezogen ist und sie und ihr Mann eher nebenher leben. Sie sucht nach einem Hobby und schließt sich so einer Jitterbug-Tanzgruppe an.

Im Rahmen des ‚Looking China‘-Programms kam die spanische Regisseurin Carmen Aumedes Mier (*1996) nach China und ging der Frage nach, was Menschen, insbesondere  Frauen, dazu bewegt einer Jitterbug-Tanzgruppe beizutreten und dann in Militäruniformen zu performen.

Ouyang Rongping

Dabei traf sie auf Ocean, welche die junge Filmemacherin an ihrem Leben teilhaben ließ. Daraus entspann sich innerhalb kürzester Zeit eine Geschichte über eine Frau in der Mitte ihres Lebens, die, nachdem ihr Sohn ausgezogen ist, nach einer neuen Beschäftigung sucht. In dieser Geschichte baut die Regisseurin wie nebenbei weitere Themen ein. So erzählt der Film auch etwas über Langzeitehen, die Neufindung einer Frau, welche bis dato vor allem Mutter war, und der Umgang mit neuen Medien (im speziellen bei älteren Menschen). All das präsentiert sie mit der eigenen Neugierde über diese Art des Tanzes in elf Minuten Filmlänge. Sie verknüpft darin gekonnt ihre fiktionale Geschichte mit dokumentarischen Filmaufnahmen sowie mit wichtigen Themen und schuf so einen außergewöhnlichen Kurzfilm, der die richtige Balance zwischen Drama und Komödie findet und viel Wahres enthält, was dann zusätzlich auch noch ans Herz geht.

Fazit: „I’m too Busy“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Carmen Aumedes Mier, welche hier gekonnt eine fiktive Geschichte mit dokumentarischen Aufnahmen vereint. Dabei erzählt sie von einem Alter, in dem man als Frau aus der langjährigen Rolle der Mutter ausbrechen muss um wieder zu sich selbst zu finden. Dabei schafft es die Filmemacherin die richtige Mischung aus humorvollen und realitätsnahen Elementen zu vereinen und schuf so einen Kurzfilm, der das Publikum auf vielerlei Art und Weise erreichen kann.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „I’m too Busy“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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