„A Year in Exile“ (2020)

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Kurzfilm / Türkei / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Der Kurzfilm „A Year in Exile“ (OT: „Sürgünde Bir Yil“) von Malaz Usta, gesehen im Programm ‚Close Up TR‘ des 31. Filmfestival Cottbus, ist ein autobiografischer Dokumentarfilm, der davon berichtet, wie es sich anfühlt, irgendwo fremd zu sein.

Der syrische Geflüchtete hat in Istanbul sein neues Zuhause gefunden. Alles ist neu. Die Stadt ist groß und viele Eindrücke strömen auf ihn ein. In allem ihm Unbekannten sucht er nach Ankommen und Wärme.

Der in Syrien geborene Malaz Usta wechselte, als er nach Istanbul kam, nicht nur seinen Beruf und machte seine Leidenschaft für den Film zu seiner Profession, sondern er verarbeitete auch gleich in seinem zweiten Film die Eindrücke vom Leben in der Fremde. Über ein ganzes Jahr filmte er die Eindrücke, die auf ihn einprasselten. Darin stehen alltägliche Beobachtungen neben einmaligen Begegnungen. Mit seinem Off-Kommentar fügte er es als großes Ganzes zusammen und sinniert über Heimat, Ankommen und das Gefühl in der Fremde einsam zu sein. Seine Bilder hat er dabei mit raschen Schnitten kombiniert und simuliert mit dieser Bilderflut, welche auf die ZuschauerInnen niederstürzt, wie es sich anfühlen muss und macht damit auch ein gewisses Ohnmachtsgefühl deutlich. Trotzdem schwingt das Positive vom Aufbruch und dem Einleben in ein neues Zuhause mit hinein und gibt Hoffnung. So ist die Kurz-Dokumentation, die auf sehr persönliche Weise eine universelle Geschichte erzählt, ehrlich, befreiend und begeistert mit ihrer experimentellen Herangehensweise.

Fazit: „A Year in Exile“ ist eine autobiographische Kurz-Doku über das Leben als Geflüchteter und wie es sich anfühlt in der Fremde Fuß zu fassen. Alltägliche Beobachtungen werden durch einen schnellen Schnitt miteinander kombiniert. Mit dem Off-Kommentar werden die ZuschauerInnen durch das Jahr geführt und entdecken so die Stadt und das neue Leben aus einem unbekannten Blickwinkel.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „A Year in Exile“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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