„Das Schweigen der Lämmer“ von Thomas Harris (1988)

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429 Seiten / ab 16 Jahren / Wilhelm Heyne Verlag / – €

Buchkritik: Der Roman „Das Schweigen der Lämmer“ (OT: „The Silence of the Lambs“) von Thomas Harris ist der zweite Teil der Hannibal-Lecter-Reihe und erzählt eine klassische Kriminalgeschichte mit Perspektivwechsel sowie spannenden Figuren von der Ermittlerin bis hin zum Täter. 

Seit einiger Zeit treibt ein Serienmörder, genannt Buffalo Bill, sein Unwesen und entführt und tötet junge Frauen. Jack Crawford, der  Leiter der Abteilung für Verhaltensforschung beim FBI, holt die junge Agentin Clarice Starling, welche noch in Ausbildung ist, zu dem Fall hinzu. Er denkt, dass sie eine Chance hat, mit dem bekannten Mörder Dr. Hannibal Lecter zu sprechen, um eine Spur zu Buffalo Bill zu finden, der mittlerweile Catherine Martin, die Tochter einer Senatorin, entführt hat. Lecter befindet sich selbst in einem psychiatrischen Hochsicherheitsgefängnis und versucht natürlich auch etwas für sich herausspringen zu lassen, so lässt sich Starling auf ein Geben und Nehmen ein, um den Mörder ausfindig zu machen und so Catherine zu retten.

Der 429-seitige Roman des amerikanischen Autors Thomas Harris (*1940) diente als Vorlage für den bekannten, gleichnamigen Spielfilm von Jonathan Demme, der fünf Oscars gewann und den damals schon 53-jährigen Anthony Hopkins international bekannt machte. Die 1988 entstandene Vorlage ist der zweite Roman aus der Hannibal-Lecter-Reihe, welche 1981 mit „Roter Drache“ (OT: „Red Dragon“) begann und deren bisher letzter Band 2006 (OT: „Hannibal Rising“) erschienen ist. Während sich die andere Bände weitestgehend auf den Kannibalen Dr. Lecter konzentrieren, wählt „Das Schweigen der Lämmer“ einen anderen Ansatzpunkt. Im Zentrum steht hier die sympathische, engagierte FBI-Agentin Clarice Starling, die sich mit vollem Einsatz in die Ermittlungen stürzt. Dabei folgt sie diversen Spuren, welche ihr von Lecter gegegeben werden und kommt so dem Täter immer näher. Im Zuge dessen erzählt der Autor eine klassische Krimi-Geschichte mit einem zentralen Whodunit. Doch durch den Perspektivwechsel zu anderen Figuren wie auch zu dem Täter selbst, bekommen die Leser:innen hier einen Wissensvorsprung. Trotzdem verfolgt man die Ermittlungen gespannt und fiebert auf die Auflösung zu. Auch das Finale ist gut geschrieben und erzeugt eine düstere Atmosphäre. Die unterschiedlichen Perspektiven erhöhen den zusätzlichen Reiz der Geschichte. So kann man den Krimi schnell durchlesen, verliert nie das Interesse und er funktioniert auch, wenn man den Film bereits kennt.

Fazit: „Das Schweigen der Lämmer“ ist ein klassischer Polizeithriller von Thomas Harris. Zusätzlich wird die Geschichte mit mehreren Perspektiven, einer Nebengeschichte und einem Wissensvorsprung ausgeschmückt, bleibt aber trotzdem spannend, so dass man als Leser:in gerne bis zum Ende dabei bleibt.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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