„Hungry Joe“ (2020)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / UK / Fiktion / 2020

Poster des Kurzfilms „Hungry Joe“Filmkritik: Der britische Kurzfilm „Hungry Joe“ von Paul Holbrook und Sam Dawe, der auf dem 33. Filmfest Dresden 2021 zu sehen war, ist Sozialkritik und Body Horror in einem, für den man einen starken Magen braucht.

Schnell nach der Geburt des kleinen Joe (Taylor Sweet) wird klar, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Während die Umwelt der Mutter (Laura Bayston) die Schuld gibt, sucht sie über die Jahre hinweg immer wieder Ärzte auf, die ihr erklären können, warum ihr Joe so hungrig ist.

In 22 Minuten erzählen die Regisseure Paul Holbrook und Sam Dawe, die auch zusammen das Drehbuch geschrieben haben, eine Body-Horror-Geschichte über unstillbaren Hunger. Die Geschichte beginnt als sozialkritisches Drama. Es geht um Fragen des Mutterseins und Erziehung und wie die Mitmenschen von Zeit zu Zeit einen (verurteilenden) Blick darauf werfen. Doch immer mehr schleicht sich nicht nur bei der Mutter, sondern auch bei den Zuschauer:innen das Gefühl ein, dass hier etwas anderes vorgeht. Mit den Jahren wächst das Grauen, bis es in einem genremäßigen Finale endet. Umgesetzt haben die beiden Regisseure es in einem authentischen Gewand inklusive hervorragender Effekte, so dass man selbst das Gefühl hat, den Gestank, der durch die Essensreste etc. erzeugt wird, riechen zu können. So ist „Hungry Joe“ ein gelungener Horror Short, der Lust auf mehr Filme der beiden Regisseure macht.

Fazit: „Hungry Joe“ von Paul Holbrook und Sam Dawe ist Drama und Horror zugleich. Dabei entfaltet der Film seine Wirkung langsam, fängt gleichzeitig eine realitätsnahe Geschichte über das Muttersein ein und würzt diese mit Elementen des Body-Horror-Genres, welches dann am Ende die Regie übernimmt.

Bewertung: 3,5/5

Den Kurzfilm „Hungry Joe“ bei YouTube anschauen.

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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