„Only Yourself to Blame“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / UK / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der britische Kurzfilm „Only Yourself to Blame“, von Noomi Yates, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, benutzt den Horrorfilm um von einem inneren Drama zu erzählen.

Nachdem Mai (Severine Simone) ihre betrunkene Freundin Sian (Megan Purvis) in ein Taxi gesetzt hat, muss sie noch selbst durch die Nacht nach Hause kommen. An allen Ecken fühlt sie eine Bedrohung, bis diese sich in einem Tunnel hinter ihr offenbart. 

Die britische Regisseurin Noomie Yates, welche auch das Drehbuch zu dem zehnmütigen Kurzfilm geschrieben hat, erzählt mit Elementen des Genrefilms von der realen Traumatisierung einer jungen Frau, welche mit ihren eigenen Dämonen kämpft. Doch das ist den Zuschauer:innen anfänglich nicht klar. Schnell etabliert Yates ein düsteres Szenario, bei dem an jeder Ecke Gefahren lauern könnten. Sei es die Wehrlosigkeit der betrunkenen Freundin, die Gruppe junger Männer oder der schlecht beleuchtete Tunnel, der durchquert werden muss. So baut Yates Spannung auf, die dann in einer beeindruckenden Choreographie – einem Kampf mit sich selbst und den Schatten, die uns verfolgen – endet.

Severine Simone

Gemeinsam mit der Tänzerin und jetzt auch Schauspielerin Severine Simone schuf sie eine beeindruckende Performance, die bedrohlich und fragil gleichermaßen wirkt. Hinzu kommt eine realistische Bildsprache und Rückblenden, welche uns besser in die Geschichte eintauchen lassen und ihre Angst, aber auch ihre Schuldgefühle greifbar machen. So gelang Yates ein starker Film mit einer wichtigen Botschaft, der aber kein Genrefilm im klassischen Sinne ist, sondern die Elemente davon stimmig für seine reale Geschichte verwendet.

Fazit: „Only Yourself to Blame“ ist ein Kurzfilm von Noomi Yates, der darin mit bedrohlichen Genre-Elementen von einem Trauma, der Angst und auch dem Gefühl von Schuld erzählt. So gelang der Regisseurin ein gelungener Mix, der sehr gut und mit viel Spannung seine authentische Geschichte erzählt. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Only Yourself to Blame“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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