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Interview: Im Gespräch mit der britischen Filmemacherin Grace Louey konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „Portrait“, der im Jugendprogramm des 36. Filmfest Dresden 2024 lief, erfahren, wie sie ihre Geschichte fand und wie herausfordernd es war, die perfekte Hauptdarstellerin zu finden.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden?
Der Ausgangspunkt der Geschichte war ein reales Ereignis, das sich in einer Schule in der Nähe meiner Heimatstadt ereignete. Die Fotos einer Gruppe von Mädchen waren Teil eines ‚Sexting-Rings‘ an der Schule geworden. Anstatt sie sofort rauszuschmeißen, wurden die Mädchen zusammengebracht und konnten selbst entscheiden, was geschehen sollte.
Am Ende entschieden die Mädchen, dass die Jungen beraten werden sollten, anstatt sie von der Schule zu verweisen. Das war das erste Mal, dass ich von so etwas hörte, und ich war beeindruckt von der Reife, dem Mitgefühl und der Stärke, die sie zeigten. Ich wollte diesen Geist in einen Kurzfilm einfließen lassen, und ich denke, es ist uns gelungen, diese Essenz in „Portrait“ zu bringen.
Was lag Dir bei der Inszenierung und auch bei der visuellen Ausgestaltung am Herzen?
Authentizität und Budget waren die beiden wichtigsten Faktoren für den Look des Films. Wir wollten wirklich, dass die Geschichte authentisch ist, also haben wir alles vermieden, was nach ‚Design‘ aussah. Wir haben die Farbpalette des Films von unseren Drehorten diktieren lassen und in Second-Hand-Läden nach passenden Kostümen gesucht. Um dem Thema gerecht zu werden, habe ich darauf geachtet, dass wir das natürliche Licht so weit wie möglich verstärken, um ein Gefühl von Realismus zu vermitteln und Zeit und Geld für komplizierte Beleuchtungsaufbauten zu sparen.
Ich liebe Deinen Cast – wie hast Du ihn und nach welchen Kriterien zusammengestellt?
Im Nachhinein betrachtet wäre es klug gewesen, Siah zuerst zu besetzen! Aber es hat lange gedauert, bis wir jemanden gefunden haben, der die Rolle wirklich verkörpert. Wir brauchten jemanden, der älter war und vierzehn Jahre glaubhaft spielen konnte, und jemanden, der reif genug war, um die Sexualität in der Geschichte zu verstehen und gleichzeitig die Naivität auf der Leinwand zu vermitteln. Gar nicht so einfach! Maria war das Ergebnis eines Scoutings in letzter Minute durch unseren Produzenten Phil Ross. Wir hatten wirklich Glück, sie zu bekommen – sie ist unglaublich! Und ein Lob an die gesamte Besetzung, die beim Vorsprechen unglaublich stark war und großartige Leistungen erbracht hat, die diese besondere, erstaunliche Teenager-Energie wirklich eingefangen haben.
Kannst Du mir noch ein bisschen von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Ich habe einen Design-Hintergrund und habe einige Jahre lang professionell in der Kostümabteilung gearbeitet. So bin ich zum Film gekommen, nachdem ich während meines Modedesignstudiums ein Wahlfach Filmemachen belegt hatte und schnell merkte, dass dies genau das war, was ich wollte. Ich fühle mich immer noch am wohlsten bei den visuellen Aspekten des Filmemachens, aber das Schaffen von fesselnden Dramen ist das, was mich antreibt. Nach meinem Master in Filmemachen hoffe ich, dass ich mich auf eine Karriere als Regisseurin konzentrieren kann.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ich werde mir demnächst eine kleine Auszeit nehmen, um mein erstes Kind zu bekommen, aber ich freue mich schon darauf, wieder zu arbeiten. Zurzeit arbeite ich mit einem Freund an einer kleinen Serie, in der verschiedene Kreative im Osten Londons vorgestellt werden, aber ich hoffe, im Laufe des Jahres wieder an fiktionalen Projekten arbeiten zu können – realistischerweise wird es sich dabei wahrscheinlich um einen Mikro-Kurzfilm handeln, etwas, bei dem ich mit einem kleinen Budget und an einem Ort mit einer kleinen Besetzung Regie führen kann. Aber ich halte immer Ausschau nach Ideen, die ich in meinen ‚Traumfilm‘-Ordner packen kann!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Portrait“
Interview: In our conversation with British filmmaker Grace Louey, we learned more about her short film „Portrait„, which screened in the youth program of the 36th Filmfest Dresden 2024, how she found her story and how challenging it was to find the perfect lead actress.
How did the idea for your short film come about?
The seed of the story was a real event that took place in a school near where I grew up. A group of girls had had their photos become part of a sexting ‘ring’ at the school. Instead of immediately kicking them out, the girls were actually brought together and given the power to decide what would happen. In the end, the girls decided that the boys should be counseled, not expelled. This was the first time I’d heard of anything like it and I was struck by the maturity, compassion and strength they showed. I wanted to channel this spirit into a short film and I think we managed to get this essence into „Portrait„.
What was important to you in the production and also in the visual design?
Authenticity and budget were the two main drivers of the look of the film. We really wanted the story to have authenticity so we avoided anything that felt like ‘design’. We let our locations dictate the color palette of the film and looked for costumes to match in second hand stores. To keep with the theme I made sure that we enhanced natural light as much as possible to add a sense of realism and save time and money on complicated lighting setups.
I love your cast – how did you put it together and according to what criteria?
In hindsight the smart thing to do would have been to cast Siah first! But it took a long time to find someone who really nailed the character. We needed someone older who could play fourteen believably, and someone mature enough to understand the sexuality in the story while delivering naivety on screen. Not so easy! Maria was the result of some last minute scouting by our producer Phil Ross. We were really lucky to get her – she’s incredible! And a shout out to the whole cast who were incredibly strong in auditions and delivered great performances that really captured that specific, amazing teenage energy.
Can you tell me a bit more about yourself and how you came to film?
I have a design background, including having worked in the costume department professionally for some years. This was my route into film after having completed a filmmaking elective in my fashion design degree, quickly realizing this was exactly where I wanted to be. I still feel most comfortable in the visual aspects of filmmaking but creating compelling drama is what drives me forward. Following my masters in filmmaking, I hope to focus on a career in directing.
Are there any new projects planned?
I am about to take a little time out to have my first child but will be eager to get back to work. I am currently working on a small series with a friend, showcasing different creatives around East London but hope to get back to working on fiction projects later in the year – though realistically this will probably be a micro-short, something I can direct on a small budget, in one location with a small cast. But I’ve always got my eyes out for ideas to put into my ‘dream feature’ folder!
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „Portrait„



