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Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Mein Name Akim“ von Aleksandr Kim, der seine Premiere auf dem 47. Filmfestival Max Ophüls 2026 feierte und dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, ist ein einfühlsames Portrait eines Geflüchteten und wie es sich anfühlt, in Deutschland anzukommen.
Akim (Yun Huang) ist seit geraumer Zeit in Deutschland in einer Geflüchteten-Unterkunft und wartet darauf, dass er sein selbstbestimmtes Leben in Deutschland starten kann. Doch dazu braucht er einen Sprachkurs. Diesen zu beantragen, stellt ihn vor große Schwierigkeiten, da die Sprachbarriere unüberwindbar scheint und die Bereitschaft der Betreuenden vor Ort zu gering ist, um in dieser Sache voranzukommen. Außerdem leiden alle Geflüchteten unter der Hitze des Sommers, den vielen für sie unverständlichen Regeln und der Angst, dass man auch wieder abgeschoben werden könnte.
Der 38-minütige Kurzfilm von Aleksandr Kim, der auch nach eigenen Erfahrungen das Drehbuch schrieb, erzählt von einem Ankommen in Deutschland. Als Geflüchteter ohne deutsche Sprachkenntnisse stößt die Hauptfigur auf scheinbar unüberwindbare Herausforderungen. Die größte ist dabei die Sprache selbst. Kim bedient sich dabei eines Kniffs, der das Gefühl, nur wenig zu verstehen, für die Zuschauenden spürbar macht. Die Personen, welche Deutsch mit Akim reden, sprechen eine Art Kauderwelsch. Nur einzelne Worte sind dabei verständlich und bilden das Gerüst für die Verständigung Akims. Wie er, versucht man als Publikum sich einen Reim aus dem Gesagten zu machen. Man erkennt, dass auch bestimmte Trigger-Wörter entstehen wie das Wort ‚Regel‘, das hier eine unterdrückende Rolle einnimmt. Zudem schaffen es Kim und sein Team die Atmosphäre, vor allem die fehlende Privatsphäre der Geflüchteten-Unterkünfte sehr gut einzufangen. Da in einer echten Einrichtung gedreht wurde, besitzt der Film eine enorme Authentizität und vermittelt einen Eindruck von der Beengtheit und den fehlenden Möglichkeiten. Hinzu kommt das wahnsinnig gute Spiel aller Beteiligten, allen voran Yun Huang, die man auch vor kurzem in „Silent Friend“ von Ildikó Enyedi in den Kinos sehen konnte. Ihr authentisches Spiel als ein geflüchteter Transmann, der versucht, aus der Beengtheit und der Beschränktheit seiner Situation auszubrechen, ist berührend. So entstand ein starker Film, der Einsichten in den Alltag von Geflüchteten in Deutschland bietet.
Fazit: „Mein Name Akim“ ist ein mittellanger Film von Aleksandr Kim, der darin eigene Erfahrungen und Erlebnisse zu einer universellen Geschichte über Geflüchtete in Deutschland, deren gesellschaftliche Einbindung und Lebenswelt erzählt. In einer realen Einrichtung mit einer dokumentarisch anmutenden Filmsprache, einem gelungenen Clou und einer fantastischen Hauptdarstellerin ist der Film eine absolute Empfehlung und man darf sich schon jetzt auf die Weiterführung der Themen in einem Langfilm freuen.
Bewertung: 4/5
Trailer zum Kurzfilm „Mein Name Akim“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Aleksandr Kim‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Films „Mein Name Akim“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis
- Eintrag des Films „Mein Name Akim“ an der Internationalen Filmschule Köln
- Carl Rolshoven , ‚SR.de: Mein Name Akim‘, sr.de, 2026
- Marina Hoffmann, ‚Film: Mein Name Akim‘, sozonline.de, 2025
- WDR Resonanzen, ‚„Mein Name Akim“ bei Max Ophüls‘, wdr.de, 2026

