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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024
Filmkritik: „Gezielt Mittelalterliche Überlegungen“ des Regie-Duos Paula Milena Weise und Finn Ole Weigt, die mit gleich zwei Filmen auf dem 36. Filmfest Dresden 2024 vertreten waren und für „Urlaubsversuche“ den Goldener Reiter im Mitteldeutschen Wettbewerb gewonnen haben, ist ein überraschender Kurzfilm, der zeigt, wie man auch unabhängig vom Hochschulbetrieb Filme realisieren kann.
Zusammen mit ihrer Klasse ist die Lehrerin Frau Schröder (Thuy-Van Truong) auf einem Schulausflug. Doch sie merkt immer mehr, dass sie das alles sehr anstrengend findet und brüllt den Schüler Benny (Leonard Adamietz) vor der gesamten Klasse an. Sie beschließt, alles hinzuschmeißen und begegnet dann eines Nachts auch noch einem Bären.
Der Drehbuchautor Anton Artibilov etabliert sich als Autor von ungewöhnlichen und freien Erzählungen. Bereits auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 konnte man „The French Flamingo Fucker“ (2024) sehen und nun zeigt er hier wieder als Autor seine Fabulierlust. Er bringt dabei verschiedene Figuren mit allzu menschlichen Ambitionen, Wünschen und Gefühlen zusammen und schafft es erneut, mit Wendungen und unerwartetem Verhalten zu überraschen.
Die beiden Regisseur:innen Paula Milena Weise und Finn Ole Weigt finden dafür die perfekte Inszenierung und bauen sogar kurze animierte Szenen ein. Sie beweisen ihr Händchen bei der Location-Wahl genauso wie bei der Besetzung der Rollen. Thuy-Van Truong, die selbst Lehrerin war, spielt ihre Figur authentisch nah am Nervenzusammenbruch. Aber auch die Jungdarsteller:innen wie Leonard Adamietz sind hervorragend besetzt. Zudem hat das Filmteam auch junge Menschen hinter die Kamera eingesetzt und gibt so vom Film begeisterten Jugendlichen die Chance sich auszuprobieren. Im Gesamten verfliegen die 26 Minuten nur und man wird hervorragend unterhalten. Es ist schön, dass man so ein unabhängig auf die Beine gestelltes Projekt auch in der Festivallandschaft zu sehen bekommen kann.
Fazit: „Gezielt Mittelalterliche Überlegungen“ ist ein Kurzfilm von Paula Milena Weise und Finn Ole Weigt, der mit seinen Storywendungen, die sie dem Autor Anton Artibilov verdanken, und dem pointierten Spiel und gut eingesetzten Humor begeistern kann.
Bewertung: 8/10
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 36. Filmfest Dresden 2024 – Katalog (Programm ‚Nationaler Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Paula Milena Weise und Finn Ole Weigt‘, testkammer.com, 2024
- Website des Kollektivs dunkellicht film
- Eintrag des Kurzfilms „Gezielt Mittelalterliche Überlegungen“ an der KHM
