„Night Shift“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Schweiz / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der Schweizer Film „Night Shift“ von Kayije Kagame und Hugo Radi, gesehen im Internationalen Wettbewerb des 36. Filmfest Dresden 2024, erzählt von Menschen, die nachts arbeiten.

In einem Theater bereitet sich ein Schauspieler (Gaël Kamilindi) abends auf seinen Auftritt vor. Die Zeit vergeht beinahe nicht, bis es endlich so weit ist. Eine Museumswärterin (Kayije Kagame) dreht routiniert ihre Runden. Meistens ist dabei nichts zu entdecken in der Nacht. Nur in dieser Schicht passiert etwas Seltsames.

Die beiden schweizer Filmemacher:innen Kayje Kagame, die auch eine der Hauptrollen übernahm, und Hugo Radi erzählen nach einem eigenen Drehbuch in 24 Minuten von der Arbeit in der Nacht und wie es sich anfühlt, wenn manchmal die Zeit nicht verrinnen will. Dabei ist der Film keine narrative Geschichte, sondern eine Momentaufnahme – ein Stimmungsbild. Er basiert auf einem Performance-Kunstwerk von Kagame, das im Fondation Cartier in Paris 2022 stattfand.

Kayije Kagame

Die filmische Umsetzung findet poetische Bilder aus der Hand des Kameramanns Augustin Losserand. Etwas Unwirkliches haftet ihnen an, da die Menschen größtenteils fehlen. In der Episode der Nachtwächterin wird dann dieses Gefühl noch mehr durch einen Musikeinsatz verstärkt. So entstand ein Kurzfilm, der irgendwie nachdenklich macht und ein melancholisches Gefühl bei den Betrachter:innen hinterlässt.

Fazit: „Night Shift“ ist ein Kurzfilm von Kayije Kagame und Hugo Radi, der nach einer Performance-Art entstand. Die Momentaufnahme vermittelt einen schwermütigen Eindruck der Nachtarbeit und greift mit seinem melancholischen Gefühl auf seine Zuschauer:innen über.

Bewertung: 8/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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