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Kurzfilm / Frankreich / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der französische Filmemacher Romain Dumont erzählt in seinem neuesten Kurzfilm „Street Light“ (OT: „Le reste n’a pas d’importance“) von einer persönlichen Begegnung, aber verwandelt diese in eine fiktionale Mockumentary um.
Ein Filmemacher (Victor Bonnel) begleitet den Verkehrsregler Cheun (Didier Galantine) bei seiner Arbeit. Dabei sieht er ihn durch die Autos tänzeln, Kontakte knüpfen und mit viel Schwung das eine oder andere Problem lösen. Doch eines Tages erhält er die Nachricht, dass er seinen Job nicht mehr ausführen darf und er weiß erst einmal nicht wohin mit sich.
Als der Regisseur Romain Dumont, der bereits mit seinem Kurzfilm „See You Garbage“ (OT: „Au plaisir les ordures!“, 2022) begeistern konnte, nach Paris zog, lernte er Didier kennen. Anfänglich filmte er ihn heimlich bei seiner Arbeit, doch schon schnell lernte er ihn auch persönlich kennen und freundet sich mit ihm an. Den ursprünglich dokumentarischen Ansatz ließ Dumont fallen, als der Didier seine Arbeit verlor, und beschloss, das Leben und die Arbeit an dieser Doku selbst in Fiktion umzuwandeln. So erzählt der Film in 15 Minuten zwar von einem realen Persönlichkeiten, ernsthaften Filmbestrebungen, aber eben teilweise mit Darstellern und in Form einer Mockumentary. Die Aufnahmen dieser Fake-Dokumentation sind wie es sein muss überzeugend authentisch, so dass man sich als Zuschauende:r unweigerlich fragt, was echt ist. Doch die fiktionale Annäherung bietet dem Filmemacher auch ein paar Freiheiten. Die Bildsprache und die Mittel eignen sich dabei nicht nur für Humor, sondern lassen auch den ein oder anderen beinahe poetischen oder emotionalen Moment zu. Das man mit Didier mitfühlt, liegt auch an dessen ansteckende Energie, mit der er das Publikum mitreißt, so dass man sich wünschen würde, solch einen Menschen auch in seiner Nachbarschaft zu haben. Denn zu oft ist alles
zu starr und langweilig und ein bisschen mehr Schwung täte dem alltäglichen Leben gut.
Fazit: „Street Light“ ist der neueste Kurzfilm von Romain Dumont, der das Publikum mit seiner Geschichte im Mockumentary-Stil, die sehr nah an der Wahrheit ist, wunderbar mitnehmen kann und ein kleines Plädoyer für ein anderes Miteinander ist.
Bewertung: 7,5/10
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Romain Dumont‘, testkammer.com, 2024