„Die Feige Schönheit“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der deutsche Spielfilm „Die Feige Schönheit“, der auf den 58. Hofer Filmtagen 2024 seine Premiere feierte, ist der zweite Spielfilm des Filmemachers Moritz Krämer, den man vor allem als Musiker u.a. von „Die Höchste Eisenbahn“ und „Artur und Vanessa“ kennt. 

Kesse (Pascale Numan) und May (Sira-Anna Faal) sind ins Skaten und ineinander verliebt. Das Kesse nicht-binär ist und das Pronomen they verwendet, stört niemanden in der Skatecrew. Ihr gemeinsamer Alltag ist vom Skaten und Chillen geprägt. Eines Tages nimmt May ihren kleinen Bruder Pepe (Lasse Berg) mit zum Kulturforum in Berlin, wo sie gerne ihre Fertigkeiten trainieren und Tricks ausprobieren. Dabei kommt es zu einem Unfall, bei dem Pepe stirbt und an dem Kesse die Schuld trägt. Viele Monate später ist they weiter ausgegrenzt, will aber immer noch Kontakt zu May und weiß einfach nicht, wie they mit dieser Bürde leben soll.

Nach einem Drehbuch von Saskia Benter wird hier in 100 Minuten eine Geschichte mitten aus dem Herzen Berlins und der Generation Z erzählt. Es geht in dem Film, obwohl man es vermuten würde, nicht um Gender-Identitäten, denn diese sind in dieser Generation bereits ein fester Bestandteil und kein Stein des Anstoßes. Der Anfang des Films ist dabei ein sehr authentisches Portrait der jungen Menschen und ihrer Zeit. Es zeigt auch das Skateboarden als Leidenschaft, indem die Filmemacher:innen auch mit einer echten Skate-Crew zusammengearbeitet haben. Ab dem Wendepunkt entwickelt sich der Film dann weiter zu einer Geschichte über Schuld und dem Umgang mit der eigenen Belastung und des Schuldtragens. Wie verändert das den Blick von den Freund:innen und Familie auf einen? Diesem geht Krämer sehr einfühlsam nach und schafft es, die leisen Zwischentöne spürbar zu machen. Das liegt auch an seiner hervorragenden Besetzung, allen voran Pascale Numan als Kesse und Sira-Anna Faal („The Ordinaries“ (2022)) als May. So ist Krämers zweiter Spielfilm ein authentisches, warmherziges Portrait dieser Zeit, kann sich wunderbar in die jungen Protagonist:innen hineinversetzen, bringt deren Gefühlswelt auf den Punkt und greifbar und macht den Film so zu einem Film für alle Generationen.

Pascale Numan

Fazit: „Die feige Schönheit“ ist der zweite Spielfilm des Filmemachers und Musikers Moritz Krämer, der von einem Unfall, dessen Folgen und was die Schuldfrage mit einer Gruppe von Menschen macht, erzählt. Dabei gelang den Filmemacher:innen ein authentisches, zeitgemäßes Drama, das sich in seiner Inszenierung und Erzählung an die Protagonist:innen anschmiegt.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 7. November 2024 in ausgewählten Kinos

Trailer zum Film „Die Feige Schönheit“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • 58. Internationale Hofer Filmtage 2024 – Katalog (Programm ‚Langfilme‘)
  • Eintrag des Spielfilms „Die feige Schönheit“ beim Internationalen Frauen Film Fest 
  • Eintrag des Spielfilms „Die feige Schönheit“ bei den Berlinale Talents

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