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Filmkritik: Der französische Spielfilm „Das Imperíum“ (OT: „L’Empire“, Frankreich/Italien/Deutschland/Belgien/Portugal, 2024) von Bruno Dumont ist eine Mischung aus Arbeiterklasse-Farce und Space Opera und konnte damit den ‚Silbernen Bär Preis der Jury‘ im Wettbewerb der 74. Berlinale 2024 gewinnen.
Der Fischer Jony (Brandon Vlieghe) hat eine große Verantwortung, denn unter seinem Schutz ist der Große Magrat geboren. Je nachdem, ob dieser sich dem Guten oder dem Bösen zuwendet, werden die Nullen oder die Einsen an die Macht kommen. Jony ist schon in einen Außerirdischen verwandelt worden und ein glühender Anhänger der Nullen und muss ständig das Baby, so sieht der Magrat aus, gegen all die Begehrlichkeiten der anderen Seite verteidigen.
Der französische Filmemacher Bruno Dumont, der Filme wie „Die feine Gesellschaft“ (2016) und „France“ (2021) realisiert hat, ist ein Spezialist für das Genre der Farce. Schon sein Debüt „Das Leben Jesu“ (1997) zeigt seine Einstellung gegen den Glauben an einen Messias. Nach eigenen Aussagen ist „Das Imperium“, für das er auch das Drehbuch geschrieben hat, eine Quasi-Weiterführung des Themas seines ersten Films und eine Auseinandersetzung mit der Religion. Dazu passt auch, dass die beiden Parteien, irdisch aussehende Raumschiffe in Form einer Kathedrale und die Gegenpartei die eines Palastes besitzen. Es ist eine Geschichte über den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse sowie Religion und weltliche Macht. Aber natürlich gibt es keine Auflösung in einem klaren Sinne. Zu entscheiden, wer in dieser Geschichte gut oder böse ist, überlässt der Filmemacher dem Publikum.
Was aber viele Berlinale-Besucher:innen schnell erkannt haben, ist, dass der Film durch und durch nicht gut ist. Als ein Mischung aus europäischem Arthouse-Drama und amerikanischen Science-Fiction-Epos angelegt, ist es einfach nur ein schlecht gemachtes Heimvideo mit wenig überzeugenden Effekten, keinem guten Schauspiel und einer Location, die mit ihrer zu gewollten Alltäglichkeit einfach nicht funktioniert. Hinzu kommt die Story, welche einen aufgrund ihrer bekannten Muster – auch wenn hier alles ironisch gemeint ist – nicht abholt. Dazu gesellt sich noch ein wirklich schlechter Humor, der einen eher mit dem Kopf schütteln als Lachen lässt. Das I-Tüpfelchen ist dann jedoch die Objektivierung der Frauen, welche stets spärlich bis gar nicht bekleidet sind und bei denen die Männer dahin schmelzen, da sie selbst anscheinend kaum eigenen Willen besitzen. So stößt die Inszenierung, der Male Gaze und vor allem der Humor, der auch aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, komplett ab. So ist man als Zuschauende:r nicht nur gelangweilt, sondern auch verärgert über diesen Film.
Fazit: „Das Imperium“ ist der Gewinner des Silbernen Bären im Wettbewerb der 74. Berlinale 2024 und wirkt wie ein seltsame Wahl in Anbetracht dessen, was man zu sehen bekommt. Als Gut-Böse-Farce hat Bruno Dumont den Film angelegt, aber alles vom Humor bis zur Inszenierung funktioniert in diesem Film nicht. Hier empfiehlt sich der Gang ins Kino nur für Zuschauer:innen, die eine hohe Ärger- und Trashtoleranz haben oder bereits Dumonts Humor zu schätzen gelernt haben.
Bewertung: 1/10
Kinostart: 21.11.2024
Trailer zum Film „The Empire“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 74. Internationale Filmfestspiele Berlin 2024 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb‘)
- Wikipedia-Artikel über den Film „Das Imperium“
- Eintrag des Films „Das Imperium Regie: Bruno Dumont“ bei der Produktionsfirma Filmgalerie 451
- Eintrag des Films „L‘ Empire“ beim Internationalen Filmfestival Wien
- Wikipedia-Artikel über den Film „The Empire“ (englisch)
- Fabian Wallmeier, ‚Zwischen Außerirdischen und zurück im Lockdown‘, rbb24.de, 2024
- Claudia Reinhard, ‚Berlinale-Klamauk „L’Empire“: Trottel aus dem Weltall‘, tagesspiegel.de, 2024
- Beatrice Loayza, ‚Interview: Bruno Dumont on The Empire‘, filmcomment.com, 2024