„The Shadow of Dawn“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Estland / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der estnische Kurzfilm „The Shadow of Dawn“ (OT: „Eha Vari“) von Olga Stalev wurde auf dem 8. Obscura Festival Berlin 2024 mit dem Publikumspreis als Bester Kurzfilm ausgezeichnet und erzählt eine Geschichte von Hass und wie man diese Wut überwinden kann.

Eine junge rothaarige Frau und ein Holzhacker verlieben sich, streiten sich und gehen so auseinander. Daraufhin macht sich ihr Schatten selbständig und stiftet, wie auch das Biest, was aus ihm erwachsen ist, Chaos.

Die estnische Regisseurin Olga Stalev hat sich ganz dem Stop-Motion-Film verschrieben. In ihrem 15-minütigen Kurzfilm, für den sie auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählt sie eine Geschichte von Hass, der nicht von bösen Menschen ausgeht, sondern zwischen ehemaligen Liebenden entstehen. Sie spürt diesem in einer Neo-Folklore-Geschichte mit sich selbständig machenden Schatten, Biestern und Hexerei nach. Dabei verläuft die Geschichte nicht erwartbar und kann das Publikum trotz starker Fantasie- und Genre-Eindrücke mit einem gefühlvollen Happy-End involvieren. Diese Mischung funktioniert perfekt. Hinzu kommen Stop-Motion-Filmbilder, die sie in einem kleinen Team über eineinhalb Jahre schuf und die das Medium selbst sowie die Folklore-Elemente wunderbar einzusetzen wissen. Abgerundet von dem starken Soundtrack von Mari Kalkun entstand so ein großartiger Kurzfilm, der zu Recht mit dem Publikumspreis auf dem 8. Obscura Festival Berlin 2024 ausgezeichnet wurde.

Fazit: „The Shadow of Dawn“ ist ein Stop-Motion-Film von Olga Stalev. Sie erzählt darin eine zutiefst menschliche Geschichte im Neo-Folklore-Stil, findet dafür stimmungsvolle Bilder und begeistert mit der frischen und unvorhersehbaren Erzählung mit einem schönen Ende.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „The Shadow of Dawn“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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