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- bis 25. Februar 2025 / Los Angeles
Festivalbericht: Die 31. Ausgabe des amerikanischen Independent-Filmfestivals Slamdance fand zum ersten Mal nicht in Park City (Utah) statt, sondern musste aus Platzgründen nach Los Angeles (Kalifornien) umziehen. Unter der Festivalleitung von Taylor Miller konnte man insgesamt über 60 Lang- und 80 Kurzfilme sowie fünf Serien aus zahlreichen Ländern sehen. Dabei sind auf diesem Festival Spielfilme genauso vertreten wie dokumentarische Formen. Auch der Kurzfilm mit all seinen Facetten wurde mit verschiedenen Preisen gewürdigt. Eine Besonderheit des Slamdance Festivals ist die Reihe ‚Unstoppable‘, die ausschließlich von Menschen mit sichtbarer oder nicht sichtbarer Behinderung gestaltet wird. Damit gibt das Festival diesen Filmemacher:innen den Raum, der ihnen ansonsten nur wenig bis gar nicht eingeräumt wird.
Wettbewerb Spielfilm
Im Wettbewerb Spielfilm traten zehn Filme gegeneinander an. Der Narrative Feature Grand Jury Prize ging an den kanadischen Film „Gamma Rays“ von Henry Bernadet. Er erzählt die verschiedenen Geschichte von Jugendlichen in Montreal und reißt damit einige Themen an, zeigt Lebensrealitäten und verknüpft schließlich die eine oder andere Geschichte. Die beiden anderen Preisträger-Filme im Wettbewerb stellten eine junge Frau ins Zentrum ihrer Geschichte. Der Publikumspreis ging „Under the Burning Sun“ von Yun Xie. Wir begleiten eine beinahe stumme Frau, die in einer dystopischen Welt, in der das Wasser knapp ist, jemandem sucht, der ihr hilft, das Baby abzutreiben. Der Slamdance Acting Award ging an die Lissa Carandang-Sweeney für ihre Hauptrolle in „Alice-Heart“. Als Zuschauer:innen begleiten wir Alice dabei, wie sie sich durch das Leben manövriert, zwischen Liebeleien und Geldproblemen.
Wettbewerb Dokumentarfilm
Der Hauptpreis – Documentary Feature Grand Jury Prize – ging an den amerikanischen Dokumentarfilm „American Theater“ von Nicholas Clark und Dylan Frederick und handelt von Cancel-Culture, Theater und Rache. Der klassisch mit Talking-Heads und Archivmaterial inszenierte Film „Coroner To The Stars“ von Ben Hethcoat und Keita Ideno erzählt schwungvoll die Geschichte des bekannten Leichenbeschauers Dr. Thomas Noguchi und erhielt den Publikumspreis. Die polnische Dokumentation „Silent Trees“ gewann im Sonderprogramm Breakout, das sich mit Filmen von bereits etablierten Filmemachern beschäftigt, den Breakouts Feature Grand Jury Prize. Die Regisseurin Agnieszka Zwiefka dokumentiert dabei eine aus Belarus geflohene Familie, die ihre Mutter an der Grenze zu Polen verloren hat und nun erstmal ihr Leben neu ordnen muss.
Unstoppable
Die Unstoppable-Reihe umfasste in diesem Jahr vier Lang- und 18 Kurzfilme. Der Kurzfilm „Iron Lung“ von Andrew Reid erzählt beinahe als Thriller davon, wie notwendig eine funktionierende medizinische Versorgung für manche Menschen ist. Der Unstoppable Feature Grand Jury Prize ging an die sympathische Komödie „Racewalkers“ von Phil Moniz und Kevin Claydon aus Kanada. Es erzählt die Geschichte einer verkannten Sportart und wie Menschen aufgrund verschiedener Faktoren ohne Grund benachteiligt oder missachtet werden. Aber am Ende dieser Wohlfühl-Films gewinnen diese natürlich. Der Film steht dabei im starken Kontrast zu anderen Filmen in diesem Programm u.a. die Dokumentation „Disposable Humanity“ von Cameron S. Mitchell Mit. Der Regisseur beschäftigt sich mit vielen Gesprächspartner:innen um die Aufarbeitung der deutschen Eutanesie-Verbrechen und bereiste dafür viele Orte von Verbrechen. Er gewann den Audience Award for Unstoppable.
Kurzfilme
In beinahe allen Bereichen gab es auch Kurzfilme zu sehen. Neben dem Unstoppable-Preis für einen Kurzfilm wurden vier weitere Preise an Kurzfilme vergeben. Der Narrative Short Grand Jury Prize ging an Sara Boutorabis „Bita Joon“, die Dokumentation und Fiktion vermischt, indem sie ihre Eltern porträtierte, ihnen aber ein Skript zur Hand gab. Der Documentary Short Grand Jury Prize ging an „Hooked“ von Glen Fulthrope, der sich darin mit der Heroinabhängigkeit seiner Familie auseinandersetzte. Der entzückende japanische Animationsfilm „A Night at the Rest Area“ von Saki Muramoto, in dem die Animationskünsltlerin von einer nächtlichen Pause an einem Rasthof erzählt, gewann den Animated Shorts Grand Jury Prize. Den vierten Preis – The AGBO Fellowship – erhielt Margot Budzyna für „Deuce“, eine liebenswerte Coming-of-Age-Geschichte mit genderbezogenen Fragen, die aber äußerst leichtfüßig verpackt wurden.
weitere Preise
- Episodes Grand Jury Prize
„Serjan Bratan“ (Alisher Utev, Kazakhstan) - Summer Chastant Episodic Award
Becca Schall and Jessica Taylor directors of „Victorian Ladies“ (United States) - Experimental Shorts Grand Jury Prize
„Your Mailbox is Full“ (Allie Viti, United States) - 6xty Jury Award
„Vermin Beings“ (Kat Messing, United States) - George Starks Spirit of Slamdance Award Winner
Ben Kjar of „Standout: The Ben Kjar Story“ (United States)
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Fotografien von Michael Kaltenecker
Quellen:
- Website des Slamdance Film Festivals
- Wikipedia-Artikel über das Slamdance Film Festival
