„Skin on Skin“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2025

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Skin on Skin“ des Regisseurs Simon Schneckenburger, der u.a. auf Festivals wie dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 und dem 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 Preise gewinnen konnte, erzählt eine Liebesgeschichte in einer rauen Umgebung. 

Jakob (Jonas Smulders) arbeitet als Wachmann in einer Schlachtereibetrieb. Dort, wo nur die Arbeit zählt, hat er Boris (Jurij Drevenšek) kennen- und lieben gelernt. Doch dieser ist mit seiner Arbeit unglücklich und möchte zurück in seine Heimat. Jakob will ihm dabei helfen, seinen Pass zurück zu bekommen, und träumt davon, mit ihm mit zu gehen.

Der Regisseur Simon Schneckenburger, der auch das Drehbuch für diesen Kurzfilm, seine Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg, schrieb, hat sich zuerst mit dem Themenkreis des Schlachthofs, der Fleischindustrie und den Arbeitsbedingungen dort beschäftigt. Nachdem in der Corona-Zeit das Thema bereits einmal in den Medien laut wurde, ist es jetzt wieder aus dem Fokus verschwunden und die Arbeit in solchen Industrieanlagen hat sich seitdem nicht merklich verbessert. Dieser Kälte und Härte jener industriellen Arbeitswelt stellt Schneckenburger eine zarte, queere Liebesgeschichte gegenüber.

Jonas Smulders und Jurij Drevenšek

Auch auf visueller Ebene unterstreicht der Film die Kluft zwischen diesen Welten. Wenn die beiden sich im Auto lieben, ist das Licht warm, während draußen in der Fabrik kalte Blau- und Grautöne vorherrschen. Gedreht wurde auf 16mm-Film, was die Atmosphäre gut zur Geltung bringt. Den Schlachtbetrieb haben die Setdesigner:innen (Leitung: Bartholomäus Martin Kleppek) perfekt zum Leben erweckt, so dass der Film höchst authentisch wirkt und einen gelungenen Einblick in diese eher ungesehene Arbeitswelt zeigt. Damit hebt der Film auch die Miseren und die Probleme klar hervor und kritisiert unterschwellig auch die gesamte Fleischindustrie und den dahinterstehenden billigen Fleischkonsum. Aber auch schauspielerisch überzeugt der Film: Jonas Smulders und Jurij Drevenšek spielen ihre Rollen mit größtmöglicher Authentizität und schaffen es, die zarten Gefühle, die sie unterdrücken müssen, immer wieder durch ihr eigentlich kühles Auftreten auf Arbeit durchscheinen zu lassen. 

Fazit: „Skin on Skin“ von Simon Schneckenburger ist ein berührender Film, der klar das System der Fleischindustrie anprangert und von einer Liebe erzählt, die nicht sein soll. Starke Bilder und ein starkes Sounddesign machen den Film nicht nur sehr authentisch, sondern schaffen auch Nähe, so dass man sich mit den Figuren verbunden fühlt. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Skin on Skin“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

Website des Regisseurs Simon Schneckenburger

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