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Interview: Im Gespräch mit dem französischen Regisseur und Animationskünstler Jocelyn Charles konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „God is Shy“ (OT: „Dieu est timide“) erfahren, der auf dem 68. DOK Leipzig 2025 seine Deutsche Premiere feierte und auf dem 41. interfilm Berlin 2025 als Bester Animationsfilm ausgezeichnet wurde. Er erzählt uns, warum sie gesättigte Farben und das Horror-Genre schätzt und welche Filmemacher seinen Stil beeinflusst haben.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden?
„God is Shy“ entstand aus dem lang gehegten Wunsch heraus, einen Kurzfilm zu drehen – eine Idee, die oft diskutiert, aber nie umgesetzt wurde, bis sie schließlich von Ugo und Felix, den beiden Gründern des Studios Remembers, in dem ich arbeite, verwirklicht wurde.
Da sie wussten, dass ich Inspiration oft durch Einschränkungen finde, forderten sie mich auf, innerhalb von zwei Monaten nach unserem Gespräch ein einminütiges Animatic (animiertes Storyboard) zu erstellen. Ohne lange nachzudenken, begann ich sofort, meine Ideen direkt im Storyboard zu visualisieren, ohne vorher etwas aufzuschreiben. Mein einziger Leitgedanke war, Szenen zu zeichnen, die ich als Zuschauer sehen möchte.
Dieser Film war auch eine Gelegenheit, mein künstlerisches Universum zu stärken und zu festigen. Während der Produktion des Musikvideos „Hématome“ für die Band L’Impératrice habe ich zusammen mit meiner Co-Regisseurin Roxane Lumeret das Thema Monstrosität erforscht, das seitdem zu einem wiederkehrenden Motiv in meiner Arbeit geworden ist. In „How Do I Make You Love Me“ für ‚The Weeknd‘, einem Projekt, das ich selbst konzipiert und inszeniert habe, habe ich diese Faszination weiter in Richtung Horror getrieben, manchmal sogar bis hin zum „Gore“-Bereich, mit Verwesung, Blut und verzerrten Gesichtern. All dies gab mir sowohl die Werkzeuge als auch den Wunsch, diese Elemente im Dienste einer originellen und persönlicheren Geschichte einzusetzen.
Ich bin auch tief fasziniert von metaphysischen Fragen, Astronomie und dem Unbewussten. Mein vorheriger Kurzfilm, der als Teil eines Kollektivs entstand, drehte sich um Zetetik, die rationale Untersuchung von Phänomenen im Gegensatz zu okkulten Wissenschaften.
Ich glaube, diese Themen haben mich schon immer fasziniert, und sie tauchten während der Entstehung dieses Films ganz natürlich wieder auf, als würden sie von meinem Unterbewusstsein gelenkt.
Nachdem ich deinen Film gesehen habe, würde ich nicht sagen, dass Gott schüchtern ist, obwohl er flüstert. Wie kam es zu dem Titel?
Das Göttliche wird zwar im Titel angedeutet, aber ich hatte nie vor, über Gott im biblischen Sinne zu sprechen. Vielleicht liegt es daran, dass ich eher agnostisch bin und da ich nicht in einem religiösen Umfeld aufgewachsen bin, habe ich mir Gott immer als etwas vorgestellt, das eher der Wissenschaft nahekommt, wie Chaos, Entropie oder andere fundamentale Kräfte, die das Universum formen.
Obwohl ich Lovecraft nie gelesen habe, habe ich mich immer stark mit dem Begriff des kosmischen Horrors verbunden gefühlt, diesem beunruhigenden Bewusstsein dafür, wie unermesslich und gleichgültig das Universum wirklich ist und wie unbedeutend wir darin sind. Es ist eine Perspektive, in der Göttlichkeit und Schrecken verschmelzen: nicht als moralische Kräfte, sondern als unverständliche, gleichgültige Phänomene, vor denen die menschliche Existenz fast zufällig erscheint.
Angst wird in diesem Sinne zu etwas Urtümlichem, das aus dem Unbekannten entsteht, aus der Erkenntnis, dass wir das Ausmaß oder die Logik dessen, was uns umgibt, niemals vollständig verstehen werden. Es ist eine der ältesten Emotionen der Menschheit und vielleicht die universellste.
In dem Film sind Gott und das Unterbewusstsein in jedem Menschen ein und dasselbe. Und unser Unterbewusstsein ist sehr diskret, es zeigt sich nicht sehr oft.
Ich mag den Titel, weil Schüchternheit fast das Gegenteil von Göttlichkeit ist, aber gleichzeitig sehe ich Schüchternheit als etwas, das man versteckt, etwas, das in einem verborgen ist, das man niemandem zeigt. Und Gott ist in meiner Wahrnehmung sehr gut versteckt.
Die Animationen sind einzigartig. Kannst Du mir mehr zum Stil und was Dir dabei am Herzen lag, erzählen? Würdest Du sagen, Du hast damit Deinen Stil gefunden?
Ich bin sehr beeinflusst von japanischem visuellen Storytelling, sowohl in Manga als auch in Animationsfilmen, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass sie Meister darin sind, Geschichten für Teenager und Erwachsene zu erzählen. Im Westen werden Animationsfilme und Comics immer noch eher als etwas für ein viel jüngeres Publikum angesehen. Ich denke, man kann den Einfluss deutlich in den Designs, der Schauspielerei usw. erkennen.
Ich bin auch ein großer Fan der Werke von Junji Ito. Tatsächlich habe ich 2021 mit dem amerikanischen Sender Adult Swim zusammengearbeitet, der eine Adaption von Junji Itos Manga „Uzumaki“ ausgestrahlt hat, um eine animierte Hommage an dieses Werk zu schaffen.
Was die Farben angeht, wollte ich unbedingt satte Primärfarben in der Geschichte verwenden. Die Verwendung von Farben ist natürlich ein wichtiges Mittel, um Emotionen zu vermitteln. Das Blau und Violett des Zuges erzeugen ein Gefühl der Kälte, das uns auf das bevorstehende dramatische Ereignis vorbereitet, während die warmen Farben der vorbeiziehenden Landschaft uns sofort dazu einladen, die Natur als einen beruhigenden Zufluchtsort zu sehen. Die Figuren selbst sind sehr oft in hochgesättigten Farben gehalten, um ihnen eine Leichtigkeit, fast eine kindliche Qualität zu verleihen. Gesättigte Farben sind seit den 1960er Jahren allmählich verschwunden und haben in allen Bereichen an Bedeutung verloren, von Möbeln und Gegenständen über Kleidung bis hin zu Comics und der Popkultur im Allgemeinen. Neben der Leichtigkeit vermitteln sie für mich auch Humor, als eine Art, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Ich denke zum Beispiel an das Bild von Superman in den 1950er Jahren: Die Farben waren gesättigt, die Posen und Kulissen waren stilisiert und voller Symbolik. Heute verwenden Comics und Filme matte Farben und nehmen sich selbst sehr ernst, und Supermans Kostüm ist fast grau geworden, was ich bedauerlich finde.
Welche Künstler oder Arbeiten inspirieren Dich?
Viele Künstler inspirieren mich, und das ändert sich oft. Aber was das Erzählen und das Filmemachen angeht, inspirieren mich die Safdie-Brüder und die Coen-Brüder sehr, sowohl wegen ihrer Dialoge als auch wegen ihrer Poesie innerhalb einer sehr dynamischen Geschichte. Natürlich auch Hayao Miyazaki und Satoshi Kon wegen ihrer realistischen Herangehensweise an Animationsfilme, insbesondere wegen der Details.
Überraschenderweise schlägt Dein Film in einen Genre-Film um. Wie weit spielst Du mit diesem Moment des Switches und welche Gefühlspalette möchtest Du bei den Zuschauenden evozieren?
Ich bin der Meinung, dass das Horrorgenre ein beliebtes Genre ist, das oft fälschlicherweise mit Subkultur in Verbindung gebracht und als weniger edel angesehen wird als Drama oder Romantik. Dennoch ist es das einzige Genre, das unserer Palette an Emotionen als Zuschauer wirklich eine neue Emotion hinzufügen kann: Angst. Wie eine neue Farbe kann sie mit anderen kombiniert, gemischt, ausgelöscht oder verteilt werden.
Ich bin fasziniert von der Arbeit von Ari Aster, dem es gelungen ist, Horror durch die Originalität seiner Regie und die von ihm geschaffenen Situationen zu ästhetisieren. Ich mag es, Humor in diese Situationen einzubringen, wie er es in seinem neuesten Film „Beau is Afraid“ getan hat oder wie es Jordan Peele manchmal in seinen Filmen tut. Tief bewegt hat mich auch das koreanische Meisterwerk „The Strangers“, das Genres und Töne miteinander vermischt und Possessionsfilme durch koreanischen Schamanismus und Folklore neu interpretiert.
Sich gegenseitig Horrorgeschichten zu erzählen, war schon immer ein kleines Vergnügen für Teenager und sogar für ältere Menschen: die Fantasie einer Geschichte, die am Feuer erzählt wird und uns Schauer über den Rücken jagt. Es ist, genau wie bei Farben, der Wunsch, Leichtigkeit in die Form, in die Unterhaltung zu bringen, um durch Kontraste besser mit einer poetischen Substanz spielen zu können.
Kannst Du mir noch ein bisschen zur Musik sagen?
Musik spielt für mich eine wichtige Rolle, da Musikvideos bislang mein wichtigstes Medium zum Erzählen von Geschichten waren. Ich habe es schon immer geliebt, eine Erzählung um Instrumentierung und Rhythmus herum aufzubauen und mich davon leiten und inspirieren zu lassen. Bei diesem Film habe ich genauso vorgegangen und mit provisorischen Tracks begonnen, die mir dabei halfen, den Rhythmus, die Struktur und die emotionale Entwicklung der Geschichte zu gestalten.
Sound ist generell auch wichtig, um Authentizität und Spontaneität in Zeichnungen zu bringen, die sonst die totale Kontrolle über das Bild haben. Im Gegensatz zu Live-Action, wo Unvorhersehbarkeit und Realismus ganz natürlich vorkommen, kontrolliert die Animation jedes Pixel auf dem Bildschirm. Meiner Meinung nach ist Sound die einzige Möglichkeit, diesem perfekt konstruierten Medium wieder ein Gefühl von Leben und Unvollkommenheit zu verleihen.
Mein größter Einfluss war der Soundtrack von „The White Lotus“ [Serie, seit 2021], und die Komponistin PR2B hat diese Referenz in ihren Kompositionen total verstanden. Mir gefiel, wie es gelang, Humor und Spannung zu verbinden. Es versetzt uns in eine mystische und hypnotische, aber dennoch originelle Atmosphäre. Ich wollte, dass in jedem Thema die Präsenz eines Gottes oder zumindest eines sehr fernen Unterbewusstseins zu spüren ist, wie ein fernes Echo einer schweren Wahrheit, die niemand wirklich begreifen konnte, was die seltsame und ungewöhnliche Qualität meiner Referenzen und der Instrumente erklärte, die entweder unbekannt und ungewöhnlich oder sehr trivial, roh und natürlich waren.
Ich wollte jedoch, dass die Originalität der Klänge mit einem Thema kontrastiert wird, einer Melodie, die eher eingängig und leicht zu merken ist. Eine Melodie, die zugänglich und angenehm ist und dennoch eine seltsame, humorvolle und exotische Qualität bewahrt.
Kannst Du mir ein bisschen von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Ich habe schon in jungen Jahren mit dem Animieren begonnen, indem ich jeden einzelnen Frame auf karierten Schreibtischunterlagen gezeichnet habe, und habe mich in dieses Medium verliebt. Ich habe schon als Kind gezeichnet und wollte Illustrator oder Animator werden, aber ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Regisseur werden würde. Nach und nach, durch mein Studium, die Menschen, die ich traf, und – ich muss zugeben – eine gewisse Ermüdung, immer wieder die gleichen Arten von Filmen in animierten Kurzformaten zu sehen (langsam, still, kontemplativ oder mit einfachen Drehbüchern, die sich hauptsächlich auf grafische Experimente konzentrierten), wollte ich einen Film machen, der meinen eigenen Vorlieben näher kam. Etwas, das dem Live-Action-Kino näher war, mit viel Dialog, Rhythmus und echter Regiearbeit.
Vor allem aber war es der Regisseur Ugo Bienvenu, der mir half, mich in Richtung Regie zu entwickeln. Dank ihm konnte ich mein erstes Musikvideo für L’Impératrice drehen und mein zweites, das bereits in Richtung Horror tendierte, für The Weeknd.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Nicht wirklich, aber ich möchte auf jeden Fall einen weiteren Film drehen, entweder einen Kurzfilm oder etwas Längeres, oder irgendetwas anderes, aber ich möchte wieder Regie führen!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „God is Shy“
Interview: In our conversation with French director and animation artist Jocelyn Charles, we learned more about his short film „God is Shy“ (OT: „Dieu est timide“), which celebrated its German premiere at the 68th DOK Leipzig 2025 and was awarded Best Animated Film at the 41st interfilm Berlin 2025. He tells us why he appreciates saturated colors and the horror genre, and which filmmakers have influenced his style.
How did you come up with the idea for your short film?
„God is Shy“ was born from a long-standing desire to make a short film, an idea that had often been discussed but never initiated, until it was finally brought to life by Ugo and Felix, the two founders of the studio Remembers, where I work.
Knowing that I tend to find inspiration through constraint, they challenged me to create a one-minute animatic (animated storyboard) within two months following our conversation. Without overthinking, I immediately began visualizing my ideas directly through the storyboard, without any prior writing. My only guiding principle was to draw scenes that I, as a viewer, would want to see.
This film was also an opportunity to strengthen and solidify my artistic universe. During the making of the music video Hématome for the band L’Impératrice, I explored, alongside my co-director Roxane Lumeret, the theme of monstrosity, which has since become a recurring motif in my work. In How Do I Make You Love Me for The Weeknd, a project I conceived and directed on my own, I pushed this fascination further into horror, at times even into the “gore” realm, with decay, blood, and distorted faces. All of this gave me both the tools and the desire to use these elements in the service of an original and more personal story.
I’m also deeply fascinated by metaphysical questions, astronomy, and the unconscious. My previous short film, made as part of a collective, revolved around zetetics, the rational study of phenomena in opposition to occult sciences.
I think I’ve always been drawn to these themes, and they naturally resurfaced during the creation of this film, as if guided by my subconscious.
After seeing your film, I wouldn’t say that God is shy, even though he whispers. How did you come up with the title?
The divine is indeed evoked in the title, but I never intended to talk about God in a biblical sense. Maybe it’s because I’m more of an agnostic person, and since I wasn’t raised in a religious environment, I’ve always imagined God as something closer to science, like Chaos, Entropy, or other fundamental forces that shape the universe.
Even though I’ve never read Lovecraft, I’ve always felt a strong connection to the notion of cosmic horror, that unsettling awareness of how vast and indifferent the universe truly is, and how insignificant we are within it. It’s a perspective where divinity and terror merge: not as moral forces, but as incomprehensible, indifferent phenomena before which human existence seems almost accidental.
Fear, in that sense, becomes something primal, born from the unknown, from realizing that we will never fully understand the scale or logic of what surrounds us. It’s one of humanity’s oldest emotions, and perhaps the most universal.
In the film, god and the subconscious being inside of everyone are the same thing. And our subconscious is very discreet, it doesn’t show itself very often.
I like the title because shyness is almost the opposite of divinity, but at the same time, I see shyness as something you hide, something that is hidden in you, that you don’t show to anyone. And god is very well hidden in my perception.
The animations are unique. Can you tell me more about the style and what was important to you? Would you say you’ve found your style with this?
I’m very influenced by Japanese visual storytelling, both in manga and animation, and it’s fair to say they’re the masters when it comes to stories aimed at teenagers and adults. In the West, animation and comics still tend to be seen as something for a much younger audience. I think we can clearly see the influence in the designs, acting etc.
I’m also quite a fan of Junji Ito’s work. In fact, in 2021 I collaborated with the American network Adult Swim, which was broadcasting an adaptation of Junji Ito’s manga Uzumaki, to create an animated tribute to that work.
Considering the colors, I really wanted to have saturated, primary colors in the story.
The use of color is of course a key way to convey emotion. The blue and purple of the train create a sense of coldness that prepares us for the dramatic event to come, while the warm colors of the passing landscape immediately invite us to see nature as a more comforting escape. The characters themselves are very often given highly saturated colors to bring a sense of lightness, almost a childlike quality to their appearance. Saturated colors have gradually disappeared since the 1960s and have declined in every field, from furniture and objects to clothing and even comic books and pop culture more broadly. Besides bringing lightness, to me they also carry humor, as a way of not taking oneself too seriously. I think for example of the image of Superman in the 1950s: the colors were saturated, the poses and settings were stylized and full of symbolism. Today, comics and films use dull colors and take themselves very seriously, and Superman’s costume has become almost gray, which I find unfortunate.
Which artists or works inspire you?
Many artists inspire me, and they often change. But in terms of narration and filmmaking, I am very much inspired by the Safdie Brothers and Coen brothers, both for their dialogues and poetry inside a very dynamic story. Of course Miyazaki and Satoshi Kon for their approach of realism in animation, especially the details.
Surprisingly, your film turns into a genre film. To what extent did you want to play with this moment of transition and what range of emotions do you want to evoke in the audience?
I feel that the horror genre is a popular genre that is often wrongly associated with subculture and seen as less noble than drama or romance. Yet it is the only genre that can truly add a new emotion to our palette of emotions as spectators: fear. Like a new color, it can be combined with others, blended, erased, or spread.
I am fascinated by the work of Ari Aster, who has managed to aestheticize horror through the originality of his directing and the situations he creates. I like to bring humor into these situations, as he did in his latest film Beau is Afraid, or as Jordan Peele sometimes does in his films. I was also deeply moved by the Korean masterpiece The Strangers, which blends genres and tones and reimagines possession films through Korean shamanism and folklore.
Telling each other horror stories has always been a small pleasure for teenagers and even older people: the fantasy of a story told by the fire that sends chills down our spine. It is, just like with colors, a desire to bring lightness to the form, entertainment, in order to better play, through contrast, with a more poetic substance.
Can you tell me a little more about the music?
Music plays an important role for me because my main storytelling medium so far has been music videos. I’ve always loved building a narrative around instrumentation and rhythm, letting them guide and inspire me. I worked the same way for this film, starting from temporary tracks that helped me shape the rhythm, structure, and emotional evolution of the story.
Sound in general is also essential to bring authenticity and spontaneity into drawings that otherwise have total control over the image. Unlike live action, where unpredictability and realism naturally occur, animation controls every pixel on screen. In my view, sound is the only way to reintroduce that sense of life and imperfection into such a perfectly constructed medium.
My main influence was the White Lotus soundtrack, and the composer, PR2B, totally understood the reference in her compositions.
I liked how it managed to have humor and tension.
It immerses us in a mystical and hypnotic yet original atmosphere. I wanted the presence of a god or at least of a very distant subconscious to be felt in each theme, like a distant echo of a heavy truth that no one was truly capable of grasping, which explained the strange and offbeat quality of my references and of the instruments that were either unknown and unusual or very trivial, raw, and natural.
However, I wanted the originality of the sounds to be contrasted with a theme, a melody that was rather catchy and easy to remember. a melody which is accessible and pleasant while still managing to keep a strange, humorous, and exotic quality.
Can you tell me a little about yourself and how you got into film?
I started animating when I was very young, drawing every frame on squared deskpads, and I fell in love with the medium. I had already been drawing since I was a child, and I expected to become an illustrator or an animator, but I never imagined becoming a director. Little by little, through my studies, the people I met, and I must admit a certain weariness from seeing the same kinds of films in animated short formats (slow, silent, contemplative, or with simple scripts focused mainly on graphic experimentation), I wanted to make a film that felt closer to what I myself wanted to watch. Something closer to live action cinema, with a lot of dialogue, rhythm, and real directing work.
But above all, it was the director Ugo Bienvenu who helped me move toward directing. Thanks to him, I was able to make my first music video, for L’Impératrice, and the second one, which was already leaning toward horror, for The Weeknd.
Do you have any new projects planned?
Not really, but I definitely want to make another film, either a short, or something longer, or anything but I want to direct again !
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „God is Shy„