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Serienkritik: Die amerikanische Serie „The Handmaid’s Tale“ aus der Hand von Bruce Miller ist die Umsetzung des Romans „Die Magd“ (OT: „The Handmaid’s Tale“, 1985) von Margaret Atwood. In Absprache mit der Autorin wurde die Geschichte weitergesponnen, so dass die Serie sich nun in der vierten von sechs Staffeln bereits weit vom Buch befindet und vom Aufstand gegen den Staat Gilead erzählt.
Nachdem June (Elisabeth Moss) zusammen mit anderen Frauen geschafft hat, 86 Kinder aus Gilead zu befreien, müssen sie selbst, auch weil June verletzt ist, Unterschlupf suchen. Sie kommen bei der 14-jährigen Esther (Mckenna Grace) unter, die von ihrem Kommandanten viel Missbrauch erlebt hat und auf Rache aus ist. Unglücklicherweise wird ihr Versteck aufgedeckt, so dass sich bald alle Frauen wieder in Gefangenschaft befinden. Aber dieses Mal wollen sie sich nicht ihrem Schicksal ergeben und wagen die Flucht. Doch nur June schafft es durch die Hilfe ihrer besten Freundin Moira (Samira Wiley) bis nach Kanada, wo ihre Tochter Nicole und ihr Mann Luke (O. T. Fagbenle) auf sie warten. Doch wie soll sie mit dem Erlebten umgehen und wie soll sie es verkraften, dass sie ihre andere Tochter Hannah (Jordana Blake) zurücklassen musste? Auch kann June mit ihrer Zeugenaussage den Prozess gegen die Waterfords (Yvonne Strahovski und Joseph Fiennes) voranbringen, die sich in Kanada in Haft befinden, und jetzt mit rechtlichen Mitteln gegen den Schurkenstaat Gilead antreten.
Nach dem sehr befreienden Ende der vorhergehenden Staffel geht es in der vierten Staffel scheinbar erst einmal wieder zurück. Die Widerstandskämpferinnen werden wieder eingegliedert, nachdem ihr Versteck verraten wurde. Doch glücklicherweise geht die Serie bald darüber hinweg und erzählt von der teilweise erfolgreichen Flucht. Ab der sechsten Folge spielt die Serie vorrangig in Kanada und greift so einen anderen Themen-Katalog auf. Wie gehen Menschen nach erfahrenen Traumas damit um? Wie schwierig ist es, zurück in eine gewisse Normalität zu finden? Es geht auch um die politische Dimension der Geschichte: Wie geht man rechtlich mit dem Unrecht in anderen Staaten um? Was kann auf legaler Ebene unternommen werden? Und wie kann die Selbstjustiz der Opfer verhindert werden? So wirkt die vierte Staffel zweigeteilt.
Obwohl auch ihre Ursprünge in dem Roman „Der Report der Magd“ (1985) von Margaret Atwood liegen, die stets auch beim Fortgang der Serie mit einbezogen wurde, denken sie mit all diesen Themen abseits von Gilead das Szenario weiter. Dabei liegen aber die Schauwerte und die Spannung in der ersten Hälfte. Hier wird noch einmal das zutiefst Dystopische in den Locations ausgeschmückt und ein Land gezeigt, das von jahrelangen Konflikten zerstört wurde. In der zweiten Hälfte – in der demokratischen Normalität – geht es dabei vor allem um moralische Fragen. Hier wurden die Schauspieler:innen, allen voran Elisabeth Moss als June, aber auch die Gegenseite mit Yvonne Strahovski als Serena Joy und Joseph Fiennes hervorragend besetzt. Spannend ist auch die Entwicklung des ehemaligen Auges und Chauffeurs Nick, gespielt von Max Minghella. Das dystopische Setting funktioniert hier weiterhin sehr gut, nicht nur für den Spannungsaufbau, sondern auch als schreckliche Vorahnung von gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA. Trotz des narrativen Voranschreiten hat man als Zuschauer:in das Gefühl, dass die Serie zu einem Ende finden sollte, das sie aber erst nach zwei weiteren Staffeln finden wird.
Fazit: Die vierte Staffel der amerikanischen Serie „The Handmaid’s Tale“, die ihre Ursprünge in der Romanvorlage von Margaret Atwood hat, geht ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter und baut in diesen Folgen mehr die Außenperspektive auf das System ein. Dabei bleibt sie ihrem dystopischen Ansatz treu und stellt zudem mehr moralische Fragen. Trotz eines stetigen Fortschreitens und Weiterentwickelns schleicht sich beim Zuschauenden aber dann doch ein Gefühl von Länge ein, so dass man gespannt sein darf, wie sich die Serie in den kommenden zwei Staffeln entwickeln wird.
Bewertung: 3/5
Trailer zur 4 der Serie „The Handmaid’s Tale“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über die vierte Staffel der Serie „The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“
- Wikipedia-Artikel über die Serie „The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“
- Sibbe, ‚„The Handmaid’s Tale“ – Staffel 4‘, moviebreak.de, 2021
- Der Standard, ‚„The Handmaid’s Tale“: Vierte Staffel bringt endlich Hoffnung‘, derstandard.de, 2021


