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Interview: Im Gespräch mit der schwedischen Regisseurin Hanna Järgenstedt konnten wir mehr über ihren kurzen Animationsfilm „I Want to Know What Love Is“ erfahren, der im Programm des 41. interfilm Berlin 2025 lief, wie die Geschichte sich aus dem Material einer eigenen Reise nach Berlin speist, welche Techniken zu einem Einsatz kommen und was mit dem Puppen nach dem Filmdreh passiert.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu dem Kurzfilm entstanden? Wie weit ist sie autobiographisch?
Die Idee entstand aus dem Bedürfnis heraus, Stockholm zu verlassen. Ich fühlte mich alt und gelangweilt. Da es mit meinem letzten Semester an der Schule zusammenfiel, beschloss ich, nach Berlin zu fahren, um dort für den Film zu recherchieren. Ich fuhr mit meinem Auto hin, und alle Aufnahmen im Film stammen von dieser Reise. Es ist kein Dokumentarfilm, aber auch keine Fiktion …
Kannst Du mir zu den Animationen – eine Mischung aus Fotos und Pappmache-Figuren – erzählen?
Ja, und Videocollagen. Ich hatte meine GoPro dabei und habe alles gefilmt, wo immer wir hingingen. Ich kam mir vor wie ein Spion! Mit Pappmaché-Puppen arbeite ich schon seit ein paar Jahren, seit ich angefangen habe, animierte Sachen zu machen. Ich liebe sie, weil sie so hässlich sind und aus dem billigsten Material bestehen, das es gibt, aber irgendwie sind sie so menschlich, dass ich Mitgefühl für sie empfinde.
Was ich mich schon immer gefragt habe: Was macht man nach dem Filmdreh mit all den angefertigten Puppen?
Ich habe sie in einer riesigen Kiste in meinem Atelier. Sie kommen nie ans Tageslicht. Einmal habe ich sie ausgestellt, aber meistens bleiben sie einfach in dieser Kiste. Manchmal, wenn ich einen neuen Film mache, organisiere ich ein Casting, und sie nehmen daran teil. Ich habe besonders eine Lieblingsschauspielerin, die in diesem Film Lotte spielt.
Wie groß war Dein Team und wie lange hast Du an der Umsetzung gearbeitet?
Es waren nur ich und mein Freund Konrad Ilke, der den DJ mit dem Eierkopf spielte. Er war für die Musik und das Sounddesign verantwortlich. Am Ende hatte ich dann für Festivals einen Freund, Joachim Goba, der den Sound gemastert hat. Und natürlich waren da noch die Schauspieler, es waren vier. Alle waren Freunde von mir oder Freunde von Freunden. Der Deutsche ist der Physiotherapeut-Kollege meines Freundes. Keiner von ihnen war wirklich Schauspieler! Ich habe sie einfach gezwungen, mir bei meinem Film zu helfen. Aber ich finde, sie haben perfekt gepasst.
Hast Du Künstler:innen oder Filmemacher:innen, die Dich inspirieren?
Ulu Braun! Lasse Åberg! Wong Kar-wai. Marie Louise Ekman.
Kannst Du mir zu Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Ich wollte schon immer Schauspieler werden, aber dann ging ich auf die Schauspielschule und merkte, dass das absolut nichts für mich war. Danach begann ich eine Ausbildung im Bereich Content, wo ich das Animieren lernte, und ging dann auf die Kunsthochschule, wo ich meinen eigenen Stil des Filmemachens entwickelte. Ich liebe es einfach, Dinge zu dokumentieren, die visuell Spaß machen, und mit Filmen kann man das gut zeigen.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ja!! Ich arbeite gerade an einem Film über die harte Gig Economy! Es macht sehr viel Spaß, einmal etwas anderes zu erforschen als nur gescheiterte Liebe, worum es in all meinen anderen Filmen geht.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „I Want to Know What Love Is“
Interview: In our conversation with Swedish director Hanna Järgenstedt, we learned more about her short animated film „I Want to Know What Love Is„, which was screened at the 41st interfilm Berlin 2025. We discovered how the story was inspired by her own trip to Berlin, what techniques were used, and what happens to the puppets after filming.
How did the idea for the short film come about? To what extent is it autobiographical?
The idea sprung from a need to go away from Stockholm. I felt old and bored. It matched with my last term in school so I decided to go to Berlin to do some research for the film. I went down with my car and all of the footage in the film are shot on that trip. It’s not a documentary but also not fiction….
Can you tell me about the animations – a mixture of photos and papier-mâché figures?
Yes and video collages. I had my GoPro and filmed everything, everywhere we went. I felt like a spy! The papier mache dolls are something I’ve worked with for a couple of years, since I started animate stuff. I love them because they’re so ugly and made of the cheapest material there is but they’re in a way so human and I feel sympathy for them.
What I’ve always wondered: What do you do with all the puppets you made after the film shoot?
I have them in a huge box in my studio. They don’t see the light of day. Once I exhibited them but mostly they’re just in this box. Sometimes when I make a new dim I arrange a casting call and they attend it. I especially have one favourite actor, the one that plays Lotte in this film.
How big was your team and how long did you work on the realization?
It was just me and my boyfriend Konrad Ilke who played the egg headed dj. He made the music and sound design. Then in the end for festivals I had a friend, Joachim Goba, to master the sound. And of course the actors too, there were 4 of them. All my friends or friend of friend. The German man is my friends physiotherapist colleague
Do you have any artists or filmmakers who inspire you?
Ulu Braun! Lasse Åberg! Wong kar wai. Marie Louise Ekman.
Can you tell me about the voice actors?
Yeah it’s in answer 4;) but no one was an actor really! I just forced them to help me with my film. But I think they fitted perfectly.
Can you tell me about yourself and how you got into film?
I always wanted to be an actor but then I went to acting school and realised that was absolutely not for me. So after that I started a content education where I learned to animate and then I went to art school where I developed my way of filmmaking. I just love to document things that are visually fun and its a nice way of showing that with film.
Are there any new projects planned?
Yes!! I’m working on a movie about the harsh gig economy now! It’s very fun to explore something else than just failed love that all my other films are about.
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „I Want to Know What Love Is„