„Birds of Paradise“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der kurze Animationsfilm „Birds of Paradise“ (OT: „Rajskie Ptaki“) von Tomek Ducki, der im Programm ‚EJECT XXVIII – die lange Nacht des abwegigen Films‘ des 41. Interfilm Berlin 2025 zu sehen war, ist ein unterhaltsamer Kurzfilm, der viele Interpretationen – vor allem als Parabel auf Gesellschaften – zulässt.

Ein einsamer Vogel auf einer Insel schafft es, mit Hilfe von Ausscheidungen einem anderen Vogel zu begegnen. Das Leben könnte jetzt so schön sein. Doch dann nähert sich ein seltsames Objekt der Insel.

Der aus Ungarn stammende und in Polen lebende Regisseur und Animationskünstler Tomek Ducki hat sich mit der Politik der beiden Länder, sowie Autoritäten, Hierarchien, gesellschaftliche Strukturen und Religion intensiver auseinandergesetzt und schuf mit seinem Animationsfilm eine abstrakte Variante dieser Themen. Dabei wählte er die sprachlosen Vögel, die sich auf eine andere, rudimentäre Weise mit den Ereignissen auseinandersetzen. Der Film beginnt harmlos mit etwas Exkrement-Humor und einer scheinbar süßen Love Story. Doch dann bricht etwas Neues und Gefährliches über die Idylle hinein. Der Film erzählt auf seine Weise von Begehrlichkeiten, Machtansprüchen und wie Gesellschaften daran zerbrechen können. Dank seiner gelungenen Animationen schafft er es aber, dies nicht zu schwer, sondern verspielt und unterhaltsam einzufangen. Er setzt dabei Farbe als disruptives Element in dieser monochromen Welt ein. Entzückend sind die Vogelwesen, bis sie ihre hässliche Seite zeigen. Abgerundet wird das Ganze von einem gelungenen Sounddesign und Musikeinsatz.

Fazit: „Birds of Paradise“ ist ein Kurzfilm von Tomek Ducki, der aus dem Leben einer kleinen Gruppe von Vögel erzählt und mit seiner überraschenden Geschichte und den gelungenen Animationen wunderbar unterhalten kann, aber gleichzeitig kritisch auf Politik und Gesellschaft blickt.

Bewertung: 3,5/5

Trailer zum Kurzfilm „Birds of Paradise“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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