“Straight Outta Compton” (2015)

 © Universal Pictures

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Filmkritik: Der fast dreistündige Film “Straight Outta Compton” (OT: “Straight Outta Compton”, US, 2015) erzählt die Geschichte der amerikanische Rap-Gruppe N.W.A., spricht aber außerdem hochaktuelle Themen wie Polizeigewalt und Rassismus in Amerika an.

Ende der 80er Jahre sieht es in Compton, einem Vorort von Los Angeles, ähnlich aus wie im restlichen Amerika. Die Afro-Amerikaner werden oft benachteiligt und per se von der Polizei als Verbrecher eingestuft. Aufgrund mangelnder Aufstiegschancen werden einige kriminell, andere versuchen, ihren Traum zu verwirklichen.

So auch Andre (Corey Hawkins), genannt Dr. Dre, der einfach nur seine Musik machen und damit Erfolg haben möchte. Zusammen mit dem kreativen Texter Ice Cube (O’Shea Jackson Jr.), dem gewieften Eazy-E (Jason Mitchell) und weiteren Musikern gründen sie die Rap-Gruppe N.W.A. (Niggaz With Attitude). Dank des Managers Jerry Heller (Paul Giamatti) werden sie schnell bekannter und sprechen der schwarzen Bevölkerung mit ihren Texten aus der Seele. Doch der Erfolg birgt viele weitere Streitigkeiten in sich und die Gruppe beginnt langsam ihren Zusammenhalt zu verlieren.

 © Universal Pictures

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Der Film “Straight Outta Compton” schafft es trotz seiner beachtlichen Länge, die Spannung aufrecht zu erhalten. Die Geschichte mit ihren vielen einzelnen Handlungssträngen wird nie langweilig und bringt dem Zuschauer ein Stück Musikgeschichte näher. So eignet sich der Film auch für nicht Rap-Begeisterte. Für Fans ist der Film mit seinen Konzerten und vielen Studioszenen noch lohnenswerter. Zusätzlich zu der musikalischen Entwicklung der Rap-Gruppe beschäftigt er sich mit dem Thema Rassismus. Dabei zeigt er mit klarem Blick die Brutalität und Härte der Ereignisse und hält dem Amerika von gestern und heute einen Spiegel vor. Die Botschaft, die der Film vermitteln möchte, ist klar: In Amerika hat sich in den letzten Jahrzehnten nur oberflächlich etwas in der Rassismus-Problematik getan. Es ist ein direkter Appell, zu handeln und sich zu wehren. Diese Kombination aus Musikgeschichte und brisantem politischem Thema besticht und gibt dem Film einen besonderen Stellenwert. Formal ist er dazu noch sehr gelungen und gibt einen anscheinend unverfälschten Einblick in ein Milieu, das sich durch Sprache, durch Musik und mit Kämpfen zu behaupten versucht. Im Gesamten ist der Film ein gut gelungenes Porträt der N.W.A.-Gruppe und gibt Denkanstöße. Zwar werden sich Fans der Musik besonders gut unterhalten fühlen, aber auch für alle anderen ist “Straight Outta Compton” zu empfehlen.

Bewertung:7/10

Film Nr. 10 der 25-Tage-Flatrate vom Cinemaxx

geschrieben von Doreen Matthei

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