7 vs. 7: Kurzfilme im Wettbewerb – Teil1

Wie in den letzten Jahren treten sieben Kurzfilme und sieben Langfilme im Wettbewerb untereinander an. Kurzfilme, eine oft unterschätzte Kunstform, bieten oft große Abwechslung, neue Herangehensweisen und Spannung. Leider gestaltete sich der erste Block mit drei von den sieben Kandidaten sehr enttäuschend.

© Lorien Motion Pictures

© Lorien Motion Pictures

Der erste der drei Wettbewerbsfilme war „Awakenings“ (OT: „Awakenings“, Indien, 2015). Der indische Kurzfilm über eine Nanny, welche von unheimlichen Ereignissen heimgesucht wird, während sie in einem riesigen Haus auf zwei Kinder aufpasst, bewegt sich in konventionellen Bahnen. Der Film schafft es aber, den Zuschauer zu fesseln und erschaudern zu lassen. Zudem liefert er keine Auflösung und vermischt stets Traum mit Realität, was zur Stimmung des Film beiträgt. Formal stilsicher weiß Regisseur Bhargav Saikia damit zu unterhalten. Bewertung: 7,5/10

„Chronicles of the source“ (OT: „Les Chroniques de la source“, FR, 2014) war der zweite Wettbewerbsbeitrag. Der französische Film, der zum größten Teil aus CGI-Aufnahmen besteht, konnte mit seiner Geschichte, die verwirrend war und nur wie eine Einführung wirkte, und seinem Look nicht überzeugen. Die erzeugten Bilder erinnerten an Spiele vergangener Zeiten und schafften nicht die imposante Atmosphäre, die sie erreichen wollten. Fazit: Unausgegoren. Bewertung: 2/10

Der dritte Wettbewerbsbeitrag war der Film „Al Emarah“ (OT „Al Emarah“, LYB, 2015). Dieser stellt einen ambitionierten Versuch dar, ein politisches Thema und einen Torture-Porn zu verbinden. Die Folter und die Flucht eines libyischen Aktivisten wird ausführlich gezeigt und möchte somit die realen Geschehnisse anprangern. Doch ist explizite Gewaltdarstellung der richtige Weg dafür? Zur fraglichen Aufbereitung des Themas kam eine unnötig sehr wacklige Kamera hinzu, die Authentizität versprühen sollte, aber nur nervig war. Der Film besitzt einen interessanten Ansatz, kann aber in der Ausarbeitung nicht überzeugen. Bewertung: 4,5/10

Zusätzlich zu den Wettbewerbsbeiträgen lief noch der heimische Kurzfilm „Der Feeder“ (DE, 2014). Dieser als Hommage an Edgar Wallace entwickelte halbstündige Film kann formal und schauspielerisch nicht überzeugen. Das Low-Budget wurde nicht kaschiert, der Ton ist furchtbar und die hölzernen Dialoge werden unambitioniert vorgetragen. Man könnte meinen, dass er als Ulk zu verstehen sei, doch dafür wird er mit zu viel Ernsthaftigkeit behandelt. Bewertung: 1/10

geschrieben von Doreen Matthei

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