“Secret Diary of a Call Girl” (Serie, Staffel 1-4, 2007-2011)

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Serienkritik: Die ehemalige Popsängerin Billie Piper, die in den späten 90er Jahren einige Chart-Erfolge hatte, wurde durch Serien wie “Doctor Who” (2005–2006, 2008, 2010, 2013) und “Penny Dreadful” (2014-2016) bekannt. In der Serie “Secret Diary of a Call Girl” (4 Staffeln, UK, 2007-2011) darf sie sich als Hauptdarstellerin nach dem gleichnamigen Roman als Luxus-Callgirl austoben und scheint dafür gemacht zu sein.

Die Edelprostituierte Belle (Billie Piper) liebt ihren Job und all die Annehmlichkeiten, die damit einhergehen. Sie hat sich bereits ein Stammklientel aufgebaut und ihre Agentin Stephanie (Cherie Lunghi) lässt ihr viele Freiheiten. Im richtigen Leben heißt Belle Hannah und hat mit vielen alltäglichen Problemen zu kämpfen. Sie kann ihrer Familie nichts von ihrem Beruf erzählen und auch Beziehungen führen ist unmöglich. Ihr einziger Vertrauter ist ihr bester Freund Ben (Iddo Goldberg), der immer wieder versucht, Hannah einen normalen Job zu vermitteln. So kommt er auch irgendwann auf die Idee, dass sie ein Buch über ihre Erlebnisse schreiben könnte.

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Die Vorlage für die 32 Folgen lange Serie ist der autobiographische Roman “The Intimate Adventures of a London Call Girl” von Belle de Jour (Brooke Magnanti). Der Stil der Ich-Erzählung wird in der Serie übernommen, so dass der Off-Kommentar von Belle immer die Folgen einführt und über die gesamte Länge auch begleitet. Der rote Faden durch alle vier Staffeln ist die Vereinbarkeit von Hannahs Privatleben mit ihrem Traumjob, der nicht gesellschaftsfähig ist. Wie geht Hannah also mit ihrer Familie und ihren Freunden um? Was ist, wenn sie sich verliebt? Wie schafft sie es immer beides zu vereinen? Hinzukommen in fast jeder Folge besondere sexuelle Vorlieben und Details darüber, wie ein Luxus-Callgirl ihren Tag organisiert und ihre Arbeit erledigt. So bietet die Serie meist eine gute Mischung aus lockeren, meist sehr brav gehaltenen Szenen aus der Welt der Prostitution und einige Drama-Elementen aus dem Bereich ihres Privatlebens. Leider scheint Hannah/Belle diese bis zum Ende der Serie nicht vereinen zu können und dies wird von Staffel zu Staffel immer anstrengender. Hat man doch als Zuschauer stets das Gefühl, dass sie sich im Kreis dreht. Auch ihre Beziehungen zu Männern und ihrem besten Freund Ben ist meist von Problemen charakterisiert, so dass die ansonsten lockere Serie hier einfach zu viel unnötige Schwere bekommt. Auch schaffen es die Serienmacher die Klischees nicht richtig zu umschiffen und der Einsatz Bens als moralischen Zeigefinger ist auf Dauer nervig. Vielleicht hätte der Serie die Konzentration auf die Figur Belles und nicht Hannah gut getan. Gespielt wird diese recht solide von Billie Piper, die man vor allem als Rose aus “Doctor Who” kennt. Diese spielt die Rolle mit viel Lust und Spaß und auch wenn man sie äußerlich nicht besonders schön findet, macht es meist Freude ihr zuzusehen. Die Nebendarsteller – auch hier treten immer wieder bekannte Gesichter auf – runden das Ensemble ab. Im Look erinnert die Serie mit ihren Locations und Ausstattung immer wieder an die 90er Jahre und besitzt zudem einen recht britischen Charme. Im Gesamten ist “Secret Diary of a Call Girl”, wie bereits jeder vermutet, keine hochwertige Kost. Mit einem etwas anrüchigen Charme, doch ohne jemals explizit zu sein, spielt es mit vielen sexuellen Klischees und Vorlieben. Zudem versucht es zu zeigen, wie schwer diese Arbeit mit dem realen Leben zu vereinen ist und welche Hürden sich auch der luxuriösesten Prostituierten in den Weg stellen. Der angewendete moralische Zeigefinger ist manchmal zu überdeutlich und verdirbt damit etwas den unbeschwerten Spaß, den die Serie ansonsten liefern kann.

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Fazit: Die Serie “Secret Diary of a Call Girl”, die in vier Staffeln erzählt wird, ist wahrlich keine hochwertige Kost. Doch das möchte die Serie der Macher Greg Brenman, Avril MacRory, Michael Foster und Billie Piper vermutlich auch gar nicht sein. Ihr geht es vor allem darum, wie auch schon bei “Sex and the City”, mit provokanten Themen zu spielen und den Zuschauer in fremde Welten zu entführen. So gelingt der Serie eine unterhaltsame Mischung aus einer persönlichen Geschichte, moralischen Fragestellungen und abwechslungsreichen Sexthemen.

Bewertung: 3/5

Trailer zu Staffel 1 & 2

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia Secret Diary of a Call Girl

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