„Gone Home“ (PC, 2013)

ab 6 Jahren / Verlag: The Fullbright Company

© The Fullbright Company

Spielekritik: Über die Jahre gab es schon immer Spiele, die mehr interaktive Geschichten waren, als Spiele im eigentlichen Wortsinn. In den letzten Jahren flammte das Interesse an solchen Spielen wieder auf. Die teils als “Walking Simulator” verschrienen und für manche Gamer als langweilig geltenden Computerspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Vor allem auf dem Independent-Markt wurden in den letzten Jahren viele Spiele dieser Machart kreiert, deren Vermarktung und einfache Verbreitung durch das Konzept des Spiele-Downloads enorm vereinfacht wurde. Das PC-Spiel “Gone Home” gilt neben Spielen wie “Dear Esther” dabei als Klassiker der Branche.

1995, irgendwo in Amerika: Kaitlin Greenbriar kommt in einer stürmischen Gewitternacht nach einem Jahr Auslandsaufenthalt zurück nach Hause. Seit ihrer Abreise sind ihre Eltern in ein neues Haus umgezogen und auch im Leben ihrer Schwester Sam scheint sich einiges getan zu haben. Noch bevor Kati das Haus betritt, findet sie eine Nachricht von Sam, dass diese fortgegangen ist. Auch ihre Eltern sind nicht zu Hause. Stück für Stück schaut sich Kati im neuen Haus um und findet heraus, was in letzter Zeit alles im Leben ihrer Familie passiert ist.

Das PC-Spiel “Gone Home”, was 2014 auch für PS4 und Xbox One veröffentlicht wurde, ist das erste Spiel der “The Fullbright Company”. Gegründet wurde das Studio von den drei Entwicklern Steve Gaynor, Karla Zimonja und Johnnemann Nordhagen, wobei Gaynor die leitende Entwicklung von “Gone Home” übernahm. Das Spiel erzählt in englischer Sprache vor allem eine unaufgeregte Coming-of-Age-Geschichte. Dabei bleibt es dem Spieler selbst überlassen, wie viele Details er dabei erfahren und entdecken möchte. Der Spieler kann sich frei durch das Haus bewegen, viele Dinge anfassen, untersuchen, Artikel und Briefe lesen, zudem sich Kassetten anhören und das Tagebuch der Schwester nach und nach lesen, so dass sich am Ende ein stimmiges Bild ergibt, was im letzten Jahr alles geschehen ist. Dieses Spielprinzip, für das man kein besonderes Geschick oder logisches Kombinieren beherrschen muss, entführt in eine fremde Welt. Das Jahr 1995 ohne all die heute normalen Kommunikationsmitteln bietet einen eigenen Charme und wird durch die passende Musik und Ausstattung des Hauses noch unterstützt. Das Erkunden der einzelnen Zimmern lädt den detailversessenen Spielefreund zu einem ausführlichen Rundgang ein, so dass man die eigentliche Spielzeit von 2 Stunden locker auf 4-5 Stunden ausdehnen kann. Auch schafft es das Spiel eine etwas unheimliche, aber vor allem melancholische Stimmung aufzubauen, die vor allem durch die gute Sprecherin der Samantha, Sarah Grayson, übertragen wird. Diese Stimmung packt einem sogar noch nach dem Spiel. Im Gesamten ist “Gone Home” ein lohnenswertes und spannendes Spiel, wenn man sich auf diese neue Form der Erzählweise einlässt.

Fazit: Das amerikanische Computerspiel “Gone Home”, welches zu den herausragenden Spielen der Gattung der ‘Walking Simulator’ gehört, bietet eine schöne und spannende Geschichte, welche den Spieler fesselt und einnimmt. Die Stimmung, der Retro-Charme und die Entdeckungslust machen den Spielspaß aus.

Bewertung: 5/5

Der Trailer zum Spiel:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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