“Alice im Wunderland” von Lewis Carroll (1865)

© marix Verlag

Buchkritik: Der britische Schriftsteller Lewis Carroll (1832-1898) hieß eigentlich Charles Lutwidge Dodgson und war Mathematiker im viktorianischen England. Für drei befreundete Schwestern erdachte er sich fantastische Geschichten und so entstand “Alice im Wunderland” (erstmals 1865 erschienen), welches das Genre der Nonsens-Literatur begründete.

Durch die zahlreichen Verfilmungen des Stoffes u.a. durch die Walt Disney Studios (1951) und den Regisseur Tim Burton (2010) ist die Geschichte von dem jungen Mädchen Alice, welches sich in einer fremden Welt verirrt, jedem bekannt. Diese versucht dabei von der Abenteuerlust gepackt nicht nur dem gestressten Kaninchen zu folgen und zu ihrer normalen Größe heranzuwachsen, sondern auch die Herz-Königin zu überleben und zurück nach Hause zu gelangen. Auf ihrem Weg begegnen ihr viele absonderliche Geschöpfe, die alle verrückt zu sein scheinen und Alice nicht immer auf den richtigen Weg bringen.

Der recht kurze Roman “Alice im Wunderland” war die erste fiktive Geschichte, die Carroll festgehalten hat. Zuvor publizierte er ausschließlich mathematische Werke. Mit diesem und dem nachfolgenden Buch “Alice hinter den Spiegeln” (1871) schuf er die neue Gattung der Nonsens-Literatur. So wurden seinen Bücher, obwohl die Geschichte für Kinder erdacht war, nicht nur für junge Leser konzipiert, sondern regen auch den Geist von Erwachsenen an. Dies liegt vor allem daran, dass seine Werke voller Anspielungen und Hintergedanken sind. Fast jede Figur und viele der Ereignisse beziehen sich auf politische oder gesellschaftliche Gegebenheiten. Auch verwebte er einige autobiographische Elemente, so kommt der Schriftsteller selbst als Dodo im Buch vor. Dies gibt dem Leser die Möglichkeit das Buch auf vielerlei Arten zu lesen. Wenn man die Anspielungen nicht beachtet, entführt der Schriftsteller die Leser einfach in eine fantastische, andere Welt mit verrückten Figuren, überraschenden Wendungen und ungeheurem Spaß. Doch wer dann doch hinter die Fassade blickt, am besten mit einer kommentierten Ausgabe, kann dann noch etwas über Carolls Weltbild und seine Zeit lernen und erkennen wie wunderbar manches davon dekonstruiert wird. So verwundert es nicht, dass es ein viel zitierter und oft verfilmter Klassiker geworden ist, der noch heute die Fantasie beflügelt. Hinzukommt eine Sprache, die nicht anstrengend oder altbacken ist. Man liest sich in Carolls Stil schnell hinein und bekommt durch die Anmerkungen die ein oder andere sprachliche Besonderheit immer erklärt. So ist der Roman “Alice im Wunderland” des britischen Autors Lewis Carroll im Gesamten eine absolute Leseempfehlung, die viel Freude und wer will auch Wissenszuwachs bringt.

Bewertung: 5/5

Das ganze Buch online zum Nachlesen gibt es beim Project Gutenberg.

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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