Bibliotheks-Buchverkauf: Meine Bilanz

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Symbolbild ohne die verstörend vielen Menschen © SLUB Dresden Blog

Kommentar: Die Sächsische Landesbibliothek (SLUB) sortierte Bücher aus und sorgte für einen eigenen BlackFriday, und zwar schon am Dienstag. Was in meinen Rucksack wanderte und warum, was erfreute und was entsetzte, das erfahrt ihr hier. Mitsamt kurzen Vorstellungen der Bücher, soweit möglich, und weiteren Buchtipps.

 

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“Wo die wilden Kerle wohnen” von Maurice Sendak (1963)

40 Seiten / ab 3 Jahren / Diogenes Verlag / 8,62 €

Cover des Buches "Wo die wilden Kerle wohnen!

Diogenes Verlag

Buchkritik: Das Kinderbuch “Wo die wilden Kerle wohnen” (OT: “Where the Wild Things Are”) des amerikanischen Autors Maurice Sendak (1928-2012) hat sich über die Zeit zu einem Klassiker gemausert und bleibt auch durch Verfilmungen und andere Arten der Inszenierung für viele Generationen im Gedächtnis. Weiterlesen

“Alice im Wunderland” von Lewis Carroll (1865)

© marix Verlag

Buchkritik: Der britische Schriftsteller Lewis Carroll (1832-1898) hieß eigentlich Charles Lutwidge Dodgson und war Mathematiker im viktorianischen England. Für drei befreundete Schwestern erdachte er sich fantastische Geschichten und so entstand “Alice im Wunderland” (erstmals 1865 erschienen), welches das Genre der Nonsens-Literatur begründete. Weiterlesen

„Super Mario Run“ (iOS/Android, 2016)

Super Mario Run

© Nintendo

Spielekritik: Im Dezember 2016 erschien das von Nintendo entwickelte Spiel „Super Mario Run“ für iOS-Geräte, im März 2017 für Geräte mit Android. Zum Ausprobieren kann man die App herunterladen und die ersten drei Level gratis spielen. Danach kann man sich entscheiden, ob man die Vollversion für derzeit 10,99 € kaufen möchte. Weiterlesen

Im Berliner Ensemble: Die Juden

Aufführungsbericht: 1749 wars, als Gotthold Ephraim Lessing sein Lustspiel „Die Juden“ schrieb. Dreißig Jahre vor seinem „Nathan“ umreißt „Die Juden“ bereits die Themen und Einsichten, die auch das humanistische Alterswerk prägen.

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Boris Jacoby als idealer Jude und Hanna Jürgens als junge und überdrehte Baronentochter (c) Braunschweiger Zeitung

2003 hatte das Stück Premiere in der Inszenierung des legendären George Tabori. Schon die vielen Jahre, die sich die Inszenierung auf der Bühne hält, zeugen von ihrer Qualität und Beliebtheit.

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Herman Melville: Bartleby der Schreiber

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Tolles Büchlein! (c) Suhrkamp Insel Verlag

Buchkritik: Die Urform des passiven Helden ist Bartleby, dessen Geschichte 1853 erstmals gelesen werden konnte. Moby-Dick-Autor Herman Melville erzählt die Geschichte des seltsamen Typen auf 74 vergnüglichen Seiten. Bartleby wurde zum Vorbild für Figuren wie Yvonne, die Burgunderprinzessin und andere, deren wichtigstes Merkmal das Nichtstun ist.

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Cooler Pool

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Hört der seinem Buch zu? Bildnis des Tristram Shandy-Autors Laurence Sterne, gemalt von Joshua Reynolds (1760)

Tipp: Der Bayrische Rundfunk, das ist ein Sender für Silberpudel, wo die Leute unverständlich reden. Dachte ich. Jetzt stellt sich heraus, dass der Rentnersender was total Geniales hat: Einen online-Hörspielpool. Kreisch! Da gibt’s sogar den „Tristram Shandy“, zwar nicht in der Lesung von Harry Rowohlt, aber das wäre auch ein bisschen viel verlangt. Virginia Woolf findet sich, daneben der Buchpreisgewinner mit dem manisch-depressiven ellenlangen Titel mit RAF drin. Ich gebe zu, darunter mischen sich komische Sachen, von denen ich noch nie was gehört habe und Dinge, die ich entgeistert anglotze. Adornos Traumdeutungen, nee tut mir leid, tu ich mir nicht an.

 

Wunderbar ist, dass hier viele dicke Wälzer zu mehreren Hör-Häppchen verarbeitet wurden. Neben dem Tristram Shandy, einer alten, irrsinnig witzigen Autobiografie-Parodie, enthält der Pool Aufbereitungen von Peter Weiss` kiloschwerem Wälzer „Die Ästhetik des Widerstands“ oder Bulgakovs „Meister und Margarita“. Ansprechende Optik oder übersichtliche Gliederung, auf solches Beiwerk verzichtet der Pool. Am Anfang steht die Empfehlung, die Suchfunktion zu nutzen – dumm nur, wenn man noch nicht weiß, was es gibt.

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