“Slow West” (2015)

 © Prokino Filmverleih

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Filmkritik: Das Western-Genre erlebt in den letzten Jahren eine neue Blüte. Mit dem österreichischen Film “Das finstere Tal” (2014) und der dänischen Produktion “The Salvation” (2014) mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle kamen letztes Jahr bereits zwei sehr gute europäische Western in die Kinos. Die Entwicklung des europäischen Western könnte die dritte Strömung nach der ersten amerikanischen und der zweiten italienischen Welle werden. Diese Filme zeichnen sich durch eine gleichzeitige Annährung an und Abweichung von den Klassikern aus. Die genretypischen Elemente sind vorhanden, aber sie werden aufgefüllt mit interessanten Charakteren und einem etwas kritischeren, distanzierteren Standpunkt. Der Film “Slow West” (OT: “Slow West”, GB/NZ, 2015) reiht sich nahtlos in diese neue Entwicklung ein.

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Statusmitteilung

Cinestrange: Tag 3

Das Filmfestival begann an diesem Donnerstag wieder erst am Abend und präsentierte dem gewillten Zuschauer einen Kurzfilm und drei Langfilme und/oder die Möglichkeit, an einer VIP Floßfahrt auf der Oker teilzunehmen. Wir entschieden uns für die volle Packung Filme und starteten den Abend mit dem Abschlussfilm „Try It“, bei dem die Festivalbetreiber in der Produktion mitgewirkt haben. Dieser besticht mit seinen technischen Raffinessen, der Musik und der Geschichte und macht gute Laune. Ein sehr gutes Erstlingswerk! Auf weitere Werke der beiden Filmemacher darf man gespannt sein. Danach ging es mit „The Reach – In der Schusslinie“ und „Turbo Kid“, beide 2015, weiter. Beim zweiten Film gab es wieder eine Einführung und zusätzlich ein kleines Gewinnspiel.

© X-Gabu Film

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Beendet wurde der Tag mit Lucio Fulcis „Verdammt zu leben – verdammt zu sterben“ (OT: „Quattro dell’Apocalisse“, ITA, 1975), der in der gekürzten deutschen Fassung als 35mm-Projektion gezeigt wurde, was man so nicht mehr alle Tage zu sehen bekommt. Ingo Knott gab eine gute Einführung zu Fulci und dem Film. Dieser Western bewegt sich zwar im Rahmen der typischen Vertreter dieses Genres, besticht aber durch seine andersartige Ausgestaltung. Die Figurenzeichnungen gehen weit über die Stereotypen hinaus. Manche Szenen (z.B.: eine Stadt voller harter Kerle, deren Herzen von einem Baby erweicht werden) und der Musikeinsatz sind außergewöhnlich. Dies macht den Film auch für nicht Western-Fans geeignet und unterhaltsam.

Bewertung: 6/10

geschrieben von Doreen Matthei