„Die Brücke am Kwai“ (1957)

1958 / 30. Oscarverleihung / 8 Nominierungen / 7 Auszeichnungen

Filmkritik: Auf der 30. Oscarverleihung am 26. März 1958, welche u.a. von James Stewart, David Niven und Bob Hope moderiert wurde und als erste vollständig live im Fernsehen übertragen wurde, galt von vornherein das Antikriegsdrama „Die Brücke am Kwai“ (OT: „The Bridge on the River Kwai“, 1957, UK/USA) als der große Favorit des Abends. Mit seinen sieben Oscargewinnen von acht Nominierungen bei insgesamt 12 Oscars wurde er auch der strahlende Sieger, schenkte dem Genre des Antikriegsfilm 27 Jahre nach „Im Westen nichts Neues“ (1930) wieder einen Oscar für den ‚Besten Film‘ und setzte sich damit gegen die Konkurrenz wie „Die 12 Geschworenen“ von Henry Fonda durch. Erst 21 Jahre später sollte mit „Die durch die Hölle gehen“ (1978) der nächste Antikriegsfilm mit der höchsten Oscar-Trophäe ausgezeichnet werden.     

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„Forrest Gump“ (1995)

1995 / 67. Oscarverleihung / 13 Nominierungen / 6 Auszeichnungen

Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Forrest Gump“ gehört wohl zu den Filmen, die jeder kennt. Ein sympathischer Charakter führt uns durch ein Stück der amerikanischen Geschichte. Mit seinem Spiel begeisterte Tom Hanks die Massen und gewann auf der 67. Oscarverleihung, welche am 27. März 1995 stattfand, zu Recht den Oscar für den ‚Besten Hauptdarsteller‘. Zudem konnte der Film noch in fünf weiteren Kategorien (von seinen 13 Nominierungen) siegen und setzte sich als ‚Bester Film‘ u.a. gegen „Quiz Show“ von Robert Redford und „Pulp Fiction“ von Quentin Tarantino durch, welche beide lange Zeit als Favoriten des Abends angesehen wurden. Doch schon die drei gewonnenen Golden Globes ebneten dem Feelgood-Movie den Weg und so gewann Robert Zemeckis seinen bisher einzigen Regie-Oscar.

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„Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (2008)

2010 / 82. Oscarverleihung / 9 Nominierungen / 6 Auszeichnungen

Filmkritik: Auf der 82. Oscarverleihung wurde zum ersten Mal eine Regisseurin mit dem Oscar für die ‚Beste Regie‘ bedacht, doch der Film, den Kathryn Bigelow schuf, ist durch und durch ein Männerfilm. „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (OT: „The Hurt Locker“, USA, 2008) wurde für neun Oscars nominiert, konnte sechs der begehrten Trophäen gewinnen u.a. auch den Preis für den ‚Besten Film‘ und setzte sich gegen neun Konkurrenten durch u.a. „Inglourious Basterds“, „Oben“ und „District 9“. Denn just in diesem Jahr hatte man sich nicht nur dafür entschiedenen zur alten Ankündigungsformel „And the Winner is…“ zurückzukehren, sondern auch die Anzahl der Nominierungen in den wichtigsten Kategorien auf zehn zu erhöhen, um auch kleineren Produktionen und Animationsfilmen die Chance zu geben, hier nominiert zu werden. Der große Favorit des Abends war aber der Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von Bigelows Ex-Mann James Cameron, der überraschenderweise zwar drei Oscars gewann, aber nicht für den ‚Besten Film’. Im Vorfeld hatte Nicolas Chartier, einer der Produzenten von „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, mit einer E-Mail Stimmung gegen „Avatar“ gemacht und wurde deswegen von der Verleihung ausgeschlossen, doch als das Produzententeam den Oscar erhielt, wurde er natürlich in der Rede erwähnt. So geht dieses Jahr vor allem als das Jahr in die Oscar-Geschichte ein, in dem ein kleiner Antikriegsfilm einen großen Blockbuster geschlagen hat.               

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„Ein Amerikaner in Paris“ (1951)

1952 / 24. Oscarverleihung / 1952 / 8 Nominierungen / 6 Auszeichnungen

Filmkritik: Das dritte Musical, das in der Geschichte der Oscars die Auszeichnung ‚Bester Film‘ erhielt, war Vincente Minellis „Ein Amerikaner in Paris“ (OT: „An American in Paris“, USA, 1951). Er konnte von seinen acht Nominierungen sechs Preise mit nach Hause nehmen und mit seinem Sieg hätte im Vorfeld keiner gerechnet. Die beiden Filme „Ein Platz an der Sonne“ und „Endstation Sehnsucht“ waren die großen Favoriten des Abends, doch schon bei den Golden Globes konnte das Musical den Preis für das ‚Beste Musical‘ gewinnen, prädestinierte sich so auch für die Oscars und ging schlussendlich als großer Sieger des Abends, als lachender Dritter, aus dem Rennen hervor.

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„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (1989)

  1. Oscarverleihung / 9 Nominierungen / 4 Auszeichnungen

Filmkritik: Das Feelgood-Movie „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (OT: „Driving Miss Daisy“, USA, 1989) aus der Hand von Bruce Beresford gewann  auf der 62. Oscarverleihung am 26. März 1990 vier der begehrten Trophäen. Darunter auch zwei der Big Five für die Beste Darstellerin – Jessica Tandy ist die bis dato älteste Schauspielerin, welche diesen Preis gewann – und für den ‚Besten Film‘ und setzte sich dabei gegen Filme wie „Der Club der toten Dichter“ (1989) und „Geboren am 4. Juli“ (1989) von Oliver Stone durch. Der Zweite galt lange Zeit als absoluter Oscarfavorit (vor allem auch nach „Platoon“ (1986)), bis sich „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ bei den Golden Globes hervortat, neun Nominierungen bei den Academy Awards erhielt und mit vier Oscars zum großen Sieger des Abends wurde.

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„Pioniere des wilden Westens“ (1931)

1931 / 4. Oscarverleihung / 7 Nominierungen / 3 Auszeichnungen

Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Pioniere des wilden Westens“ (OT: „Cimarron“, USA, 1931) ist der erste Western, der den Oscar für den ‚Besten Film‘ gewann. Der Film aus dem Genre, was so alt wie der Film selbst ist, konnte sich auf der 4. Oscarverleihung am 10. November 1931 gegen vier Konkurrenten durchsetzen und gewann von seinen sieben Nominierungen insgesamt noch zwei weitere Trophäen. Damit war er der große Gewinner des Abends, denn insgesamt wurden nur neun Preise in einem Bankett-Rahmen, nicht wie heute mit einem Riesenspektakel, vergeben.

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„Titanic“ (1997)

1998 / 70. Oscarverleihung / 14 Nominierungen / 11 Auszeichnungen

Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Titanic“ (OT: „Titanic“, USA, 1997) war nicht nur bei seinem Erscheinen ein absolutes Massenphänomen, sondern gilt bis heute als einer der großen Blockbuster der Filmgeschichte. Das klassische Melodram, fußend auf den wahren Ereignissen des Titanic-Unglücks von 1912, ist ein absolutes Mammutprojekt seiner Zeit gewesen, stellte einige Rekorde auf und machte Leonardo DiCaprio und Kate Winslet weltberühmt. Das hallte natürlich auch auf der 70. Oscarverleihung am 23. März 1998, die zum sechsten Mal von Billy Crystal moderiert wurde, nach, bei der er von 14 Nominierungen 11 Oscars gewinnen konnte. Somit hält dieser Film zusammen mit „Ben Hur“ (1959) und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003) den Rekord für die meisten Auszeichnungen. Vor allem wurden hier auch die technischen Leistungen honoriert, aber auch den Oscar für den ‚Besten Film‘ konnte er gewinnen und setzte sich damit gegen Konkurrenten wie „Good Will Hunting“ (1997) und „L.A. Confidential“ (1997) durch.     

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„Marriage Story“ (2019)

Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Marriage Story“ (OT: „Marriage Story“, USA, 2019) erzählt auf bedrückend echte Weise vom Ende einer Beziehung und einem Sorgerechtsstreit ohne jegliche Schwarz-Weiß-Zeichnung. Inspiriert von seiner eigenen Trennung schuf der Regisseur Noah Baumbach einen aufwühlenden Film, der nicht zu Unrecht trotz der Netflix-Herkunft mit sechs Nominierungen bei der 92. Oscarverleihung antrat und davon aber leider nur einen gewinnen konnte.

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„Parasite“ (2019)

Filmkritik: Der koreanische Regisseur Joon-ho Bong liefert seit Jahren gute Filme ab u.a. „Snowpiercer“ (2013) und „Okja“ (2017). Seinen internationalen Durchbruch feierte er mit dem außergewöhnlichen Monsterhorrorfilm „The Host“ (2006). Jetzt folgt sein neuester Film „Parasite“ (OT: „Gisaengchung“, Südkorea, 2019), eine Mischung aus Horrorfilm und Gesellschaftsdrama. Damit gewann er als erster südkoreanischer Film die ‚Goldene Palme‘ in Cannes und sensationellerweise vier Oscars auf der 92. Oscarverleihung 2020.

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„Million Dollar Baby“ (2004)

2005 / 77. Oscarverleihung / 7 Nominierungen / 4 Auszeichnungen

Filmkritik: Auf der 77. Oscarverleihung, welche am 27. Februar 2005 stattfand, war „Aviator“ von Martin Scorsese in reinen Zahlen der große Abräumer. Doch Clint Eastwoods Boxer-Drama „Million Dollar Baby“ (OT: „Million Dollar Baby“, USA, 2004) konnte in drei der Big-Five-Kategorien Trophäen abräumen und so war er der Star der Verleihung: Neben den Oscars für die ‚Beste Regie‘ und die ‚Beste Hauptdarstellerin‘ gewann er den Preis für den ‚Besten Film‘, setzte sich damit gegen „Aviator“, „Ray“ „Sideways“ und „Wenn Träume fliegen lernen“ durch und war damit die große Überraschung des Abends. Denn im Vorfeld ging er bei vielen Filmpreisen leer aus, lediglich Eastwood selbst konnte vorher den einen oder anderen Preis gewinnen. Wie konnte sich also das Drama mit nur sieben Nominierungen, gegen den großen „Aviator“ mit ganzen elf Nominierungen durchsetzen? Dies liegt vor allem in seiner starken Geschichte und der großartigen Performance von Hilary Swank begründet.  

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