Volksbühne Berlin: Baumeister Solness

Aufführungsbericht: Eine der letzten Inszenierungen des Altmeisters Frank Castorf ist es. Kultstück wird es genannt. Der Balla-Balla-Baumeister ist laut, bunt und eine pralle Tüte aus Banalitäten. Wer das Drama von Henrik Ibsen vorher nicht kannte, wird nach diesen langen vier Stunden auch nicht schlauer sein.

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Wer jetzt denkt: „Hä?“, weiß schon alles über das Stück. Solness (Marc Hosemann), Hilde (Kathrin Angerer), Hübchenpuppe, Solness‘ Ehefrau Aline (Daniel Zillmann) (c) Thomas Aurin für Volksbühne Berlin

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Günstig ins Theater! Ein halbes Dutzend Tipps

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Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden (c) Michael Kranewitter

Tipp: „Das Staatsschauspiel ist toll! Sobald man genug Geld gespart hat, sollte man hingehen!“ So ungefähr lautet eine begeisterte Bewertung eines Google-Nutzers zum Staatsschauspiel Dresden. Und man fragt sich entgeistert: Wieso sparen?

Also gut, der Füllstand des Portmonees variiert von Mensch zu Mensch. Wer aber bedenkenlos ins Kino gehen kann, hat auch genügend Geld fürs Theater, wenn er einige Kniffe kennt.

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Im Staatsschauspiel Dresden: Amphitryon

Aufführungsbericht: Der Boden schwankt. Das Wort „ich“ verliert seine bekannte Bedeutung. So erleben es Amphitryon und sein Diener Sosias in Heinrich von Kleists gleichnamigem Stück. Die Verstörung setzt eine Tragödie in Gang, die von lustigen Momenten durchsetzt ist.

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Der Schatten zeigts: Hier gibt es mehr als ein Ich. Reik als Merkur als Sosias und Lux als Sosias (c) David Baltzer

Auslöser der Verstörung ist der Geschlechtstrieb des Göttervaters Jupiter. Weil der weiß, dass eine treue Ehefrau wie Amphitryons Alkmene ihn nicht einfach gewähren lässt, schlüpft der allmächtige Gott in die Gestalt des Gatten. Und begattet Alkmene eine ganze Nacht lang. (Der Mythos weiß, dass es sogar zwei Nächte waren, weil ein so großer Held wie der geplante Herkules nicht in einer einzigen Nacht gezeugt werden kann. Diese Nachtverlängerung wird bürokratisch beim Sonnengott beantragt – aber das ist eine andere Geschichte.)

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Im Hoftheater Dresden: Kunst

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Wahre Freundschaft gibts nur unter Männern? Nicht, wenn „Kunst“ sie entzweit (c) Hoftheater Dresden

Aufführungsbericht: Mit dem „Gott des Gemetzels“ feierte Yasmina Reza 2006 internationale Erfolge. Hollywood verfilmte das Theaterstück. Doch bereits zwölf Jahre zuvor erschuf sie mit „Kunst“ eine Gesellschaftskomödie, die das Groteske aus dem Alltäglichen herauskitzelt.

In Dresden kommt dieses Stück an einem ganz besonderen Ort auf die Bühne: In Hoppes Hoftheater. Etwas abgelegen im Dresdner Stadtteil Weißig kaufte der große Rolf Hoppe einen historischen Bauernhof und stiftete ihn dem Theaterverein. Man kennt Hoppe als König im Märchenfilm (im Kultklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“) oder auch aus dem Dietl-Knaller „Schtonk!“. Im Theater ist er präsent, auch wenn er nicht persönlich vor Ort ist. Der Mann ist schließlich Baujahr 1930. Büsten und Poster zeugen von seinem bewegten Leben zwischen Theater und Film.

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Rolf Hoppe bei einem Auftritt im (c) Hoftheater Dresden

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Im Berliner Ensemble: Die Juden

Aufführungsbericht: 1749 wars, als Gotthold Ephraim Lessing sein Lustspiel „Die Juden“ schrieb. Dreißig Jahre vor seinem „Nathan“ umreißt „Die Juden“ bereits die Themen und Einsichten, die auch das humanistische Alterswerk prägen.

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Boris Jacoby als idealer Jude und Hanna Jürgens als junge und überdrehte Baronentochter (c) Braunschweiger Zeitung

2003 hatte das Stück Premiere in der Inszenierung des legendären George Tabori. Schon die vielen Jahre, die sich die Inszenierung auf der Bühne hält, zeugen von ihrer Qualität und Beliebtheit.

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