Im Staatsschauspiel Dresden: Die Affäre Rue de Lourcine

Aufführungsbericht: Ein Fest für Freunde des humoristischen Hinfallens hat Michael Talke inszeniert. Er verbindet die rund 150 Jahre alte Komödie des Franzosen Eugène Labiche mit Slapstick der Stummfilmzeit. Das liegt dem Regisseur anscheinend besonders, passt aber auch sehr gut zu den Stücken Labiches, von denen zwei in den 1920er Jahren verfilmt wurden. Wer diesen Humor mag, den erwarten im Staatsschauspiel zwei Stunden feinster Unterhaltung.

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Torsten Ranft rechts als Lenglumé, niemals nackt, aber selten richtig angezogen. Links David Kosel als verwirrter Leidensgenosse © Sebastian Hoppe

Dazu tragen vor allem die wunderbar ausstaffierten Schauspieler bei. Torsten Ranft als Protagonist Lenglumé ist schlicht die perfekte Besetzung. Auch die anderen Schauspieler (die ich schändlicherweise nicht einzeln erwähne) sind mit Feuereifer dabei. Doch was spielen sie eigentlich?

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Im Staatsschauspiel Dresden: Hexenjagd

Aufführungsbericht: Man nehme einen Text von Arthur Miller, der perfekt zur aktuellen Lage passt. Dazu ein 16 Mann starkes (und wirklich starkes) Schauspielteam und zweieinhalb Stunden Zeit. Was erhält man? Dank der neuen Homepage-Gestaltung des Staatsschauspiels Dresden weiß das wirklich nur, wer sich das Stück ansieht. Oder diese Rezension liest.

Edit: Mittlerweile gibt es vom Staatsschauspiel wieder Videos! So auch von Hexenjagd.

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Ganz links: Ursula Hobmair als verleumderische Abigail Williams. In der Mitte die Rückansicht von Torsten Ranft als Richter. © Sebastian Hoppe

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”Bill Murray, Jan Vogler und Freunde” (2017)

4. Juni 2017 / Kulturpalast Dresden

© Decca Gold

Konzertbericht: Welcher Cineast liebt Billy Murray nicht? Ob nun seine Zuneigung schon bei “Agent Null Null Nix” (1997), “Und täglich grüßt das Murmeltier” (1993) und “Ghostbusters” (1984) entstanden ist oder erst mit der Kooperation mit Wes Anderson in Filmen wie “Die Tiefseetaucher” (2004). Auf jeden Fall ist die Konzert- und Lesereise, die der Schauspieler mit seinen 66 Jahren angetreten hat, ein Juwel für jeden Fan und war an einem Sonntagmorgen ein schöner Tagesbeginn für Musik- und Literaturfreunde. Weiterlesen

Volksbühne Berlin: Baumeister Solness

Aufführungsbericht: Eine der letzten Inszenierungen des Altmeisters Frank Castorf ist es. Kultstück wird es genannt. Der Balla-Balla-Baumeister ist laut, bunt und eine pralle Tüte aus Banalitäten. Wer das Drama von Henrik Ibsen vorher nicht kannte, wird nach diesen langen vier Stunden auch nicht schlauer sein.

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Wer jetzt denkt: „Hä?“, weiß schon alles über das Stück. Solness (Marc Hosemann), Hilde (Kathrin Angerer), Hübchenpuppe, Solness‘ Ehefrau Aline (Daniel Zillmann) (c) Thomas Aurin für Volksbühne Berlin

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