Herman Melville: Bartleby der Schreiber

34734

Tolles Büchlein! (c) Suhrkamp Insel Verlag

Buchkritik: Die Urform des passiven Helden ist Bartleby, dessen Geschichte 1853 erstmals gelesen werden konnte. Moby-Dick-Autor Herman Melville erzählt die Geschichte des seltsamen Typen auf 74 vergnüglichen Seiten. Bartleby wurde zum Vorbild für Figuren wie Yvonne, die Burgunderprinzessin und andere, deren wichtigstes Merkmal das Nichtstun ist.

Weiterlesen

Im Theaterhaus Rudi: Yvonne, die Burgunderprinzessin

yvonne_plakat_240x338

(c) H. O. Theater

Aufführungsbericht: Yvonne, die Burgunderprinzessin beginnt als Märchenstück á la Cinderella: Der von allen Hofdamen umschwärmte Prinz Philipp verlobt sich mit der bürgerlichen Yvonne. Sie ist hässlich, träg, einfach nicht an den Mann zu bringen. Dass Philipp sie erwählt, geschieht nicht aus Mitleid, sondern aus purer Langeweile. Eine Verlobung mit einem so grässlichen Mädchen ist da ein spannender Scherz, der den ganzen Hofstaat in Aufruhr bringen könnte. Philipps Rechnung geht auf. Dummerweise besser, als er gewollt hat.

Weiterlesen

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen

51cmfcy-5fl-_sx320_bo1204203200_

Die schöne neue Ausgabe der @Edition Büchergilde behält die geniale Bebilderung von Hans Ticha

Buchkritik: Wer hat sich nicht schon mal einen Sci-Fi-Film angeschaut und sich dabei gefragt: Wem haben wir eigentlich das Wort „Roboter“ zu verdanken? Jetzt hat das ewige Grübeln ein Ende, denn ich verkünde: Es war Karel Čapek, der das von seinem Bruder Josef vorgeschlagene Wort mit seinem Drama R.U.R. (Rossums Universal-Robots) prägte.

Karel Čapek, geboren 1890 und bereits 1938 an Lungenentzündung gestorben, gehört zu den wichtigsten tschechischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Werke zeichnen sich durch einen Humor aus, den man vom weltbekannten „Schwejk“ von Čapeks Zeitgenossen Jaroslav Hašek kennt.

karel-capek

Karel Capek, wie man ihn auf wikipedia.de sieht

In seinem Roman „Der Krieg mit den Molchen“ (1937) entwirft Čapek eine düstere Zukunftsvision. Und doch handelt es sich um eine beißende Satire, die immer wieder laut auflachen lässt. Zum besonderen Lesegenuss wird der Text durch die tolle Illustration von Hans Ticha. Denn er findet nicht nur großartige Bilder dafür, sondern zeichnet fingierte Zeitungsartikel, wissenschaftliche Abhandlungen oder Werbeanzeigen grafisch perfekt nach.

Weiterlesen