“Wild Ones Live” (2013)

Podcast / USA / 2013

Cover von Jon Mooallems Buch © Jon Mooallem

Podcast-Kritik: Eigentlich geht es in der typischen Folge von Roman Mars englischsprachigen Podcast “99% Invisible” um Menschen, ihre Ideen und deren Umsetzung (falls es so weit kommt). Eine Folge beschäftigt sich zum Beispiel damit, wie man dann immer noch gefährliche radioaktive Abfälle in 10.000 Jahren vor neugierigen Menschen schützen kann. Genetisch modifizierte Katzen welche mit Farbveränderungen auf Radioaktivität reagieren und dazu passendes Brauchtum über gefährliche „Strahlenkatzen” sind nur ein Vorschlag, welcher im Auftrag der US-Regierung erarbeitet wurde. (Immerhin hat sich Brauchtum im Laufe der Jahrtausende als erstaunlich überlebensfähiger Teil menschlicher Kultur bewiesen, so die Theorie.)

Roman Mars war aber so begeistert von Jon Mooallems Lesung seines Buchs “Wild Ones: A Sometimes Dismaying, Weirdly Reassuring Story About Looking at People Looking at Animals in America” (2013) mit musikalischer Begleitung, dass er ihm und der ihn begleitenden Band “Black Prairie” trotz vermeintlicher Themenverfehlung – es geht um Tiere – unbedingt eine Bühne bieten wollte. Ergebnis davon ist eine halbstündige Live-Aufzeichnung der Lesung, welche als “99% Invisible”-Podcastfolge heruntergeladen werden kann.

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„Schau, was krabbelt im Wald?“ von Katarzyna Bajerowicz

@Naturkind, Loewe Verlag

Buchkritik: Wer bei einem reich illustrierten Buch für Kinder ab zwei Jahren an großflächige, quietschbunte Bilder mit wenig Geschichte dahinter denkt, liegt bei diesem Buch falsch. Es unterhält auch Erwachsene – und fordert sie.

Auf 28 stabilen Pappseiten erlebt der Leser ein Jahr aus Ameisensicht. Einerseits orientiert sich das Buch an der Natur, indem es zum Beispiel darstellt, wie Raupen sich verpuppen oder Ameisen die Blattläuse melken. Andererseits treten die Tierchen wie Menschen auf. Zum Blattlaus-Melken benutzen die Ameisen also Eimer, und immer wieder sieht man mal eine Ameise bei der Klopause. Dadurch gibt es unheimlich viel zu entdecken. Dass es eher gedeckte Farben sind, die da zum Einsatz kommen, erfreut die Eltern und trübt den Lesespaß der Kinder nicht ein.

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