„Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (2008)

2010 / 82. Oscarverleihung / 9 Nominierungen / 6 Auszeichnungen

Filmkritik: Auf der 82. Oscarverleihung wurde zum ersten Mal eine Regisseurin mit dem Oscar für die ‚Beste Regie‘ bedacht, doch der Film, den Kathryn Bigelow schuf, ist durch und durch ein Männerfilm. „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (OT: „The Hurt Locker“, USA, 2008) wurde für neun Oscars nominiert, konnte sechs der begehrten Trophäen gewinnen u.a. auch den Preis für den ‚Besten Film‘ und setzte sich gegen neun Konkurrenten durch u.a. „Inglourious Basterds“, „Oben“ und „District 9“. Denn just in diesem Jahr hatte man sich nicht nur dafür entschiedenen zur alten Ankündigungsformel „And the Winner is…“ zurückzukehren, sondern auch die Anzahl der Nominierungen in den wichtigsten Kategorien auf zehn zu erhöhen, um auch kleineren Produktionen und Animationsfilmen die Chance zu geben, hier nominiert zu werden. Der große Favorit des Abends war aber der Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von Bigelows Ex-Mann James Cameron, der überraschenderweise zwar drei Oscars gewann, aber nicht für den ‚Besten Film’. Im Vorfeld hatte Nicolas Chartier, einer der Produzenten von „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, mit einer E-Mail Stimmung gegen „Avatar“ gemacht und wurde deswegen von der Verleihung ausgeschlossen, doch als das Produzententeam den Oscar erhielt, wurde er natürlich in der Rede erwähnt. So geht dieses Jahr vor allem als das Jahr in die Oscar-Geschichte ein, in dem ein kleiner Antikriegsfilm einen großen Blockbuster geschlagen hat.               

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„Brotherhood“ (2018)

Kurzfilm / Tunesien, Kanada, Katar, Schweden / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der Kurzfilm „Brotherhood“ der tunesischen Filmemacherin Meryam Joobeur entfaltet seine Explosivität erst mit dem Voranschreiten des Films – aus einem scheinbaren Familienzwist entsteht ein brisantes Politikum. Damit schaffte es der Kurzfilm bis zu den 92. Oscars, konnte dann aber nicht gegen „The Neighbors’ Window“ von Marshall Curry gewinnen.

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„Find Fix Finish“ (2017)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2017

Filmkritik: Auf den 28. Bamberger Kurzfilmtagen lief der außergewöhnliche Experimentalfilm „Find Fix Finish“ von Sylvain Cruiziat und Mila Zhluktenko, welcher mit seiner Mischung aus dokumentarischen Elementen und unschuldigen Drohnenaufnahmen eine politische Wucht erzielt. Weiterlesen

„Robin Hood“ (2019)

Filmkritik: Die größte Frage, wenn man den neuesten „Robin Hood“ (OT: „Robin Hood“, USA, 2019) sieht, ist warum es nach dem wunderbaren „Robin Hood – König der Diebe“ (1991) mit Kevin Costner, dem albernen Spaß „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ (1993), der Disney-Verfilmung (1973) und der realitätsnahen Variante (2010) mit Russell Crowe noch einen weiteren Film dieser Art braucht? Der Regisseur Otto Bathurst wollte die klassische Geschichte des Rächers aus Sherwood Forest dafür benutzen, klar auf die Gegenwart zu verweisen, doch ob es ihm auf diese Art gelingt ist mehr als fragwürdig. Weiterlesen

„Chris the Swiss“ (2018)

Filmkritik: Auf dem 61. DOK Leipzig gab es mehrere Filme, die sich mit dem ehemaligen Jugoslawien beschäftigten. Besonders eindrucksvoll war dabei der schweizer Film „Chris the Swiss“ (OT: „Chris the Swiss“, Schweiz, 2018) von Anja Kofmel, die hier stimmig private Emotionen mit dokumentarischer Recherche, Animationen und Dokumentarfilmaufnahmen vermischt. Weiterlesen

„Frühes Versprechen“ (2018)

 Filmkritik: Kein französischer Schriftsteller außer Romain Gary hat es geschafft gleich mit zwei Werken den Literaturpreis ‚Prix Goncourt‘ zu erhalten. Die außergewöhnliche Leistung hat den Autor in den Schriftstellerhimmel gehoben. Der Film „Frühes Versprechen“ (OT: „La promesse de l’aube“, Frankreich, 2018) von Eric Barbier erzählt nun die Anfangsjahre des Autors, bevor er zu seinem Ruhm gelangt ist.

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“Grünechsen gegen Rotecken” von Steve Antony (2017)

32 Seiten / ab 4 Jahren / S. Fischer Verlage / 13,99 €

Buchkritik: Das Kinderbuch “Grünechsen gegen Rotecken” (OT: “Green lizards vs red rectangles”, 2017) des Autors Steve Antony schafft es mit einfachen Mitteln, schon für Kinder ab vier Jahren geeignet, Krieg darzustellen und zu erklären. Weiterlesen