„Amygdala“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der Kurzfilm „Amygdala“ (OT: „اللَّوزة“) von Osama Hafiry, der im Programm des 45. Filmfestivals Max Ophüls Preis 2024 lief, erzählt von einem Trauma und wie es ist, den Krieg in der Heimat von einem anderen Land aus zu erleben.

Rafi (Majd Hafiry) hat Asyl in Deutschland erhalten und telefoniert oft mit seiner Familie in seiner Heimat. Bei einem routinemäßigen Gespräch mit seinem Bruder Bassel (Jalal Albaroudi) überschlagen sich auf einmal die Ereignisse und Rafi kann nur hilflos zuhören.

In nur 13 Minuten schildert uns der Regisseur Osama Hafiry, der 2015 mit seinem Bruder von Damaskus (Syrien) nach Berlin zog und die Filmproduktionsfirma ‚White Flux Productions‘ gründete, von dem Gefühl, von seiner Familie getrennt zu sein, und der Zuneigung, aber auch der Hilflosigkeit, wenn etwas geschieht. Damit spricht er

Majd Hafiry

vielen Geflüchteten und Einwander:innen aus der Seele, die stets in Kontakt mit ihren Familien sind und von der Ferne auf ein Leben im Krieg blicken. Die Inszenierung ist ein ganz schlicht gehaltenes Kammerspiel, das sich in einem Wohnzimmer abspielt. Die Hauptrolle hat der Bruder des Regisseurs – Majd Hafiry – übernommen, der auch als Produzent beteiligt war. 

Fazit: „Amygdala“ ist ein Kammerspiel von Osama Hafiry der auf authentische Weise einfängt, wie es sich anfühlt, fernab der Heimat einen Krieg zu erleben und wie einen trotz der umgebenden Normalität ständig Sorgen um die eigene Familie umgibt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Amygdala“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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