”No Way Out – Gegen die Flammen” (2017)

Poster zum Film "No Way Out - Gegen die Flammen"Filmkritik: Der Film “No Way Out – Gegen die Flammen” (OT: “Only the Brave”, USA, 2017) sieht auf den ersten Blick aus wie ein typischer Katastrophen-Actionfilm. Doch hat er wenig gemein mit den klassischen 90er Jahre-Produktionen, sondern orientiert sich eher am Stil des Regisseurs Peter Berg mit seiner realen Helden-Trilogie “Lone Survivor” (2013), “Deepwater Horizon” (2016) und “Boston” (2016). Auch “No Way out – Gegen die Flammen” des Regisseurs Joseph Kosiniskis ist nach einer wahren Geschichte erzählt und zeigt gewöhnliche Menschen, die durch ihre Taten zu Helden wurden.

© Studiocanal GmbH

Eric Marsh (Josh Brolin) leitet die Feuerwehr-Truppe von Prescott, Arizona. Die auf Waldbrände spezialisierte Truppe arbeitet seit einigen Jahren daran, als erste regionale Hotshots-Truppe auf Landesebene zugelassen zu werden, um auch das Feuer an vorderster Front zu bekämpfen. Eric bekommt dabei Unterstützung von seiner Frau Amanda (Jennifer Connelly) und seinem Freund Duane (Jeff Bridges). Zur Verstärkung der Truppe rekrutieren sie den ehemals drogensüchtigen Brendan McDonough (Miles Teller), der damit die Chance bekommt sich zu verändern und für seine Familie sorgen zu können. Nach einer harten Trainingszeit bekommen sie endlich die Chance sich als Hotshots zu beweisen und als Team zusammenzuwachsen.

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Geschrieben wurde das Drehbuch von den Autoren Ken Nolan (“Black Hawk Down” (2001)) und Eric Warren Singer (“American Hustle” (2013)). Als Grundlage für die filmische Umsetzung der wahren Ereignisse diente der Zeitungsartikel “No Exit” von Sean Flynn aus dem Magazin GQ. Sie formten zusammen mit der Unterstützung von Beteiligten einen recht ruhig erzählten Heldenfilm über die ‘Granite Mountain Hotshots’, die erste und bisher einzige regionale Hotshots-Truppe von Amerika. Zur Zeit gibt es 107 Hotshots-Crews, die immer zur Eindämmung von Waldbränden herangerufen werden und diese dann mit Feuer bekämpfen. In einem Land, wo Waldbrände katastrophale Ausmaßen annehmen sind Feuerwehrmänner Helden und oft Retter von ganzen Ortschaften. So haben auch die ‘Granite Mountain Hotshots’, mit ihrem 20 Männern in ihren sechs Dienstjahren viele Feuer bekämpft. Der Film unter der Regie von Joseph Kosiniski (bekannt für “Oblivion” (2013) und “Tron: Legacy” (2010)) sollte eine andere Art der Heldengeschichte werden und schafft es, dafür auch einen weniger spektakulären Ansatzpunkt zu wählen, welcher der eigentlichen Arbeit und den einzelnen Männern mehr Aufmerksamkeit schenkt, als nur aufregende Bilder zu liefern. Dabei schafft es der Film natürlich nicht auf Sentimentalität und eine kleine Dosis Pathos zu verzichten, was sich aber automatisch bei Filmen über wahre Begebenheiten einschleicht. Auch könnten manche Wendungen nicht typischer sein, aber auch sowas kann wohl das Leben schreiben.  

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Das Wichtigste bei der Umsetzung der Geschichte war der Realismusanspruch. Dieser wurde nicht nur in der Wiedergabe der Ereignisse, sondern auch bei der gesamten Ausgestaltung beachtet. Es fing damit an, dass geeignete Drehorte gefunden werden mussten. Nur wenige Schlüsselszenen entstanden dabei in Prescott selber. Für die unterschiedlichen Waldbrände suchten sie sich die passenden Berge mit der richtigen Vegetation. Der Pajarito Mountain war mit seiner 3700 Meter Höhe und seinen 430 Meter hohen steilen Felswänden die perfekte Kulisse. Sie boten die nötige Majestät, um auch die Ausmaße solcher Naturkatastrophen zu betonen. Die Feuer der fünf zu sehenden Waldbrände selbst wurden mit einer Mischung aus  echtem Feuer, Pyrotechnik und Computereffekten erzeugt. Dafür errichteten sie extra ein zwei Hektar großes Gelände, das für systematisches echtes Abbrennen benutzt werden konnte. In all der Zeit standen der Crew echte Feuerwehrmänner zur Seite, welche nicht nur die Sicherheit gewährleisteten sondern auch auf die Authentizität achteten. Diese sorgten auch dafür, dass das ganze Ensemble für den Film geschult wurden. Alle Hotshots-Darsteller durchliefen ein hartes Training und lernten die Grundlagen der Feuerwehrarbeit. Das sieht man dem Film an und zeigt einem, vor allem als Europäer, eine recht unbekannte, kräftezehrende Arbeit, welche aber einen hohen Stellenwert in Amerika besitzt. Die Hotshots bei ihrer Arbeit zu beobachten, wird dabei niemals langweilig und hält das Interesse stets aufrecht, die im scharfen Gegensatz zu den etwas rührseligen, privaten Geschichten stehen. Doch auch diese Szenen sind durch das überzeugende Ensemble mit Josh Brolin (“No Country for Old Men” (2007), “Inherent Vice” (2014), “Sicario” (2015)), Miles Teller (“Whiplash” (2014), “Die Bestimmung” (2016)) und Taylor Kitsch (“Lone Survivor” (2013) und “American Assassin” (2017)) recht angenehm. Die gesamte ‘Granite Mountain’-Crew wurde von 20 guten Darstellern getragen und wird der echten Truppe gerecht. So setzt der Film den Ereignissen, welche sich in das allgemeine, amerikanische Gedächtnis eingebrannt haben, ein Denkmal.

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Fazit: Der Spielfilm ”No Way Out – Gegen die Flammen” erzählt eine wahre Geschichte mit einem guten Gespür für die richtigen Bilder und natürlich mit viel Emotionalität. Dabei wird die zerstörerische Kraft des Feuers hier nicht nur als unheimliche Bedrohung inszeniert, sondern als Alltäglichkeit, welche gebändigt werden muss. So bringt einem der Film eine hierzulande weitgehende in diesem Ausmaßen unbekannte Arbeit näher, überzeugt mit seinen guten Darsteller und schafft es am Ende sogar die Zuschauer zu berühren. Das macht den Film nicht zu einem bloßen Actionfilm, wie es einem der Trailer glaubhaft machen will, sondern zu einer realitätsnahen Aufarbeitung einer amerikanischen Schicksalsgeschichte.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 3. Mai 2018, DVD-Start: unbekannt

Der Trailer zum Film “No Way Out – Gegen die Flammen”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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