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Die DC-Antisuperheldenvereinigung Suicide Squad hat gute Voraussetzungen ein enormer Spaß zu werden. Viele schräge Charaktere, welche die Welt von Batman, Superman und Co. auf den Kopf stellen konnten. Dazu gab es in der 2016 entstandene Verfilmung eine wunderbare Besetzung u.a. mit Will Smith („Men in Black“ (1997), „Aladdin“ (2019)). Aber was der Regisseur David Ayer ( „The Fast and the Furious“ (2001)) da ablieferte war einfach nur lahm und besaß kein Feuer. Einzig und allein die von Margot Robbie verkörperte Harley Quinn besaß einen gewissen Charme. Kein Wunder also das fünf Jahre später keine Fortsetzung folgte, sondern ein Reboot – Im Titel erkennbar durch das spitzbübische ‚The‘. Dieses Mal übernahm der Regisseur James Gunn, der vorher „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (2017) gedreht hat und u.a. das Drehbuch für Zack Snyders „Dawn of the Dead“ (2004) schrieb sowie den Genrefilm „Slither“ (2006) inszenierte. Nachdem er bei Disney rausgeflogen ist, wechselte er nun die Seiten und gab DC das, was ihr auch in den besseren Film wie „Wonder Woman“ (2017) noch fehlte. Eine gelungene Mischung aus Humor, Action und kreativen visuellen sowie storytechnischen Einfällen. Das Drehbuch für das derbe, aber irgendwie entzückende Spektakel gibt all seinen Figuren auch eine notwendige Tiefe, so dass der Tod des ein oder anderen auch schmerzhaft ist.
Auch die Umsetzung lässt keine Wünsche offen. In seinem mittlerweile etablierten Stil, voller gelungener Actionszenen, humorvollen Einlagen und einem gekonnten Musikeinsatz erhielt der Film ein gelungenes Gewand. Dabei ist er einerseits irgendwie putzig – immerhin ist ein riesiger Seestern der Gegner – aber auch konsequent splatterlastig. Es besteht kein Zweifel, dass viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Doch auch hier baut er eine Menge gelungenen Humors ein und gibt diesem 132-minütigen Film eine enorme Leichtigkeit. Dass dies so gut funktioniert, verdankt er natürlich neben den gelungenen Dialogen, Effekten und einem Schauplatz zwischen Realität und filmischer Kriegsaufarbeitung auch seiner gelungenen Riege an DarstellerInnen. Der bärbeißige Sylvester Stallone („Rocky“ (1976)) leiht King Shark seine Stimme und Idris Elba („Zwischen zwei Leben“ (2017)) und Margot Robbie („Maria Stuart, Königin von Schottland“ (2018), „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ (2019), „Once Upon a Time in Hollywood“ (2019)) führen die Truppe mit ihren sehr unterschiedlichen Qualitäten an. Besonders gelungen ist die Besetzung von Daniela Melchior als moderne Rattenfängerin, die zum Herz des Films wird. In einer kleinen Sequenz kann man auch Taika Waititi („Jojo Rabbit“ (2019)) sehen und Peter Capaldi („Dr. Who“ (2008-2017), „Paddington“ (2014)) ist ein unangenehmer Gegenspieler. So geht auch in diesem James-Gunn-Film, so wie man es bereits bei den „Guardians of the Galaxy“ lieben gelernt hat, alles perfekt Hand in Hand und er liefert nicht nur perfekte Kinounterhaltung, sondern auch einen gelungenen Neustart des sogenannten Selbstmord-Kommandos.
Fazit: Der Anti-Superhelden-Film „The Suicide Squad” entledigt sich augenzwinkernd seines Vorgängers, erzählt die Geschichte des ungewöhnlichen Teams neu und schafft es die richtige Mischung aus Humor, Action und interessanten Charakteren in einer klassischen Comic-Heldenwerdungsgeschichte zu vereinen und liefert damit perfekte Kinounterhaltung.
Bewertung: 8,5/10
Kinostart: 5. August 2021 / DVD-Start: –
Trailer zum Film „The Suicide Squad“:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Film „The Suicide Squad“
- Juliane Liebert, ‚„The Suicide Squad“ im Kino: Endkampf gegen den Seestern‘, sueddeutsche.de, 2021
- Maria Wiesner, ‚Kritik zu James Gunns Comic-Verfilmung „The Suicide Squad“‘, faz.net, 2021