„Wonder Woman“ (2017)

© Warner Bros

Filmkritik: Seit Jahren erfreut uns Marvel mit guten Superheldenfilmen wie “Iron Man” (2008), “The Avengers” (2012) und dem bald in den Kinos anlaufenden “Spiderman: Homecoming” (2017). DC, der ebenfalls sehr berühmte, andere Verlag der Branche, welcher uns Helden wie Batman und Superman geschenkt hat, versucht seit längerem schon im Kinogeschäft mitzuziehen, liefert aber bisher viel Enttäuschendes wie “Green Lantern” (2011), “Batman vs. Superman” (2016) und das eigentlich vielversprechende “Suicide Squad” (2016) ab. Mit “Wonder Woman” (OT: “Wonder Woman”, USA/China/Hong Kong/UK/Italien/Kanada/Neuseeland, 2017) kommen ein neuer DC-Film und eine neue Figur aus dem Universum ins Kino und diesmal funktioniert die Adaption erstaunlich gut.

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Diana (Gal Gadot), das einzige Kind unter den Amazonen, wächst behütet auf einer idyllischen Insel auf und lernt seit ihrer Kindheit die Kunst des Kampfes. Als eines Tages der britische Soldat Steve Trevor (Chris Pine) auf der Flucht vor den Deutschen beinahe ertrinkt, rettet ihn Diana. So erfährt sie, dass auf der Welt der 1. Weltkrieg tobt und sie ist überzeugt davon, dass Ares, der Gott des Krieges, zurückgekehrt ist und dieses Unheil angestiftet hat. So macht sie sich zusammen mit Steve auf den Weg nach London, um kurze Zeit später mit einer Truppe von Söldner die Sache selbst in die Hand zu nehmen und Ares zur Strecke zu bringen.

© Warner Bros

Unter der Regie von Patty Jenkins (bekannt für den oscarnominierten Spielfilm “Monster” (2003)) entstand eine stimmige und sehenswerte Comic-Adaption. Dabei bleibt sie der Vorlage treu, vor allem auf optischer Ebene. So wurde zwar versucht, den Look des Comics zu erden, doch in den Kostümen und der Ausgestaltung der Schauplätze blitzt die kunterbunte Comicbuchvorlage immer wieder durch. Dies ist aber nicht störend, sondern passt sich wunderbar der Geschichte an, die eine sympathisch verdrehte Geschichtserzählung darstellt. Zwar wird der 1. Weltkrieg mit all seinen Schrecken gezeigt, doch durch die Überspitzung der Figuren auf beiden Seiten bekommt die Handlung etwas Entfremdetes und verleiht dem Film unerwartete Leichtigkeit. Im Gegenzug funktionieren daher aber auch die emotionale Elemente nicht, da man das Szenario in seiner Härte nicht so wahrnimmt. Der Schauplatz dient dabei vor allem als Kulisse für viele Action-Szenen. Diese sind mal mehr, mal weniger gut choreographiert und ziehen sich so an der ein oder anderen Stelle zu lang hin. In diesen Sequenzen sticht vor allem die Inszenierung Dianas selbst ins Auge. In vielen Zeitlupen und stets mit einem leicht voyeuristischen Blick genießt die Kamera die Actionszenen ihrer Titelheldin. Die Schauspielerin Gal Gadot besitzt dafür nicht nur die athletische Figur, sondern auch Charisma und ein Gesicht, was man sich gern länger anschaut. Vermutlich ist auch die vortreffliche Wahl der Hauptdarstellerin einer der Gründe, warum dieser DC-Film mehr den Geschmack der Massen trifft. Auch Chris Pine als Begleiter, sowie die restliche Truppe mit ihren Charaktergesichtern (besonders erwähnenswert darunter ist der Darsteller Ewen Bremner, den man als Spud aus “Trainspotting” (1996) ins Herz geschlossen hat) tragen zum Gelingen des Films bei. Nur die dickliche Assistentin Etta (Lucy Davis), welche Humor liefern sollte, ist eher misslungen und etwas peinlich angelegt. Im Gesamten ist der Spielfilm “Wonder Woman” ein buntes Comic-Spektakel mit einem historischen Szenario, dass aufgrund der eingesetzten und naturbedingten Überspitzung und einer sehr guten Darstellerwahl Freude bringt.

© Warner Bros

Fazit: Die Comic-Verfilmung “Wonder Woman” bringt mit seiner wunderschönen Hauptdarstellerin und einer irrwitzigen Verdrehung der Geschichte gute Unterhaltung. Auch in diesem DC-Film ist der Humor noch nicht weit genug ausgebaut, so dass er sich immer noch selbst zu ernst nimmt. Zudem zieht sich auch hier die ein oder andere Actionsequenz zu sehr in die Länge, doch im Gesamten sind die Filmemacher auf einen guten Weg. So kann DC vielleicht irgendwann aus dem Schatten Marvels heraustreten.

Bewertung: 6,5/10

Kinostart: 15. Juni 2017, DVD-Start: 29.12.2017

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

siehe auch: Musik in Marvelfilmen – Videoessay-Rezension

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