“The Man who caught a Mermaid” (2015)

Kurzfilm / Australien / Fiktion / 2015

Poster zum Kurzfilm "The Man who caught a Mermaid"Filmkritik: Auf dem 18. Landshuter Kurzfilmfestival 2017 lief in der ‘Shock Block’‚-Reihe der australische Kurzfilm „The Man who caught a Mermaid“. Dieser spielt gekonnt mit der Wahrnehmung der Zuschauer und erzählt fernab seines fantastischen Sujets von zutiefst menschlichem Verhalten.

Herb (Roy Barker) hat all die Jahre nicht aufgegeben eine Meerjungfrau zu finden. Eines Tages bekommt er eine zu greifen, doch was soll er nun mit diesem fremdartigen Geschöpf in seinem Gartenschuppen anfangen? Wie kann er ihr Vertrauen gewinnen?

Die australische Regisseurin Kaitlin Tinker, welche zusammen mit Jean-Philipe Lopez das Drehbuch schrieb, entwickelte das Konzept für den Kurzfilm aus verschiedenen Ideen heraus. Zum einen setzte sie sich schon immer gern mit Mythen über fantastische Wesen auseinander und erkannte zum anderen die enge Verbindung des Meerjungfrauen-Mythos zu Fragen über Weiblichkeit und Sexualität. Zudem fühlte sie sich an ihre unheimlichen Nachbarn ihres Familienhauses in der Vorstadt erinnert. Den alten Mann kannte sie zwar, aber er verschwand jeden Tag im Wald und niemand wusste, was er da tat. All dies formte sie zu der Geschichte ihres Debütfilms zusammen.

Neben der fesselnden Geschichte, die sich Zeit nimmt sich zu entwickeln, und seinen guten Darstellern besitzt der Film vor allem einen überzeugenden Look. Ihre Vorliebe für handgemachte Effekte (à la Hammer Studios) und ihre Wurzeln in der bildenden Kunst sieht man der Ausgestaltung des Films an. Das meiste Budget floss dabei in das Make-Up der Meerjungfrau, welches der Schauspielerin sieben Stunden lang aufgetragen wurde, so dass alle Szenen mit ihr auch an einem Tag abgedreht werden musste. Die gewählte Optik mischt auf einzigartige Weise Reptil und Frau und fügt dem Mythos der Meerjungenfrauen eine weitere Darstellung hinzu. Der fantastische Part ist aber nur die Oberfläche der Geschichte. Es geht um die obsessive Leidenschaft eines Mannes und die verzerrten Frauenbilder der Gesellschaft. Doch die Regisseurin schafft es, dass man anfängliche Sympathien aufbaut und sie schlussendlich mit ihrer Wendung umso mehr überraschen kann. Im Gesamten ist der Filmemacherin Kaitlin Tinker ein wunderbarer Einstand mit einer kreativen Geschichte und einer sehr soliden Inszenierung gelungen.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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